Whistleblowerin

Erstes Interview – Chelsea Manning dankt unter Tränen Obama

Chelsea Manning: Darum ist die Wikileaks-Informantin wieder frei

Die Whistleblowerin war 2013 zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Ex-Präsident Obama hatte Chelsea Manning aber begnadigt.

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Berlin  Chelsea Manning hat in einem Interview über ihre Rückkehr in die Freiheit gesprochen. Unter Tränen dankte sie Obama für seine Gnade.

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Die US-Whistleblowerin

sollte ursprünglich für 35 Jahre ins Gefängnis,

– weil der damalige

Nun hat die 29-jährige frühere Soldatin ihr erstes Interview in Freiheit gegeben. Auf Obama angesprochen brach Manning in Tränen aus.

In Auszügen aus einem Interview, das der Sender ABC am Freitag in der Sendung „Good Morning America“ ausstrahlte, sagte sie, dass sie noch nicht mit Obama gesprochen habe, seit er sie vor fünf Monaten begnadigt hatte; wenn es aber eines Tages so kommen sollte, würde sie ihm sagen, wie dankbar sie sei.

„Ich habe eine Chance bekommen, das ist alles, was ich wollte“, sagte Manning in dem ABC-Interview mit brüchiger Stimme und Tränen in den Augen.

Mehr als 700.000 Dokumente geleakt

Manning hatte bis Mai 2017 in einem Militärgefängnis in Kansas eingesessen, weil sie als Analyst der US-Armee im Irak mehr als 700.000 geheime Dokumente, Videos und Diplomaten-Depeschen an die Webseite WikiLeaks weitergegeben hatte.

Als Motiv für die Veröffentlichung nannte Manning in dem Interview eine „Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit“. Niemand habe ihr gesagt, sie solle das tun. „Das war ich. Es geht auf mein Konto“, so Manning.

Militär verweigerte ihr zunächst Hormontherapie

Chelsea Manning, die als Bradley Manning bekannt geworden war, hatte kurz nach ihrer Verurteilung ihr Coming-out als Transgender. Das Militär verweigerte ihr aber eine Hormontherapie, woraufhin sie sich zweimal versuchte, sich umzubringen.

Letztendlich willigten die Behörden ein. Die Therapie halte sie wortwörtlich am Leben, sagte Manning im Interview. „Sie hält mich davon ab, mich wie im falschen Körper zu fühlen.“ Früher hätte sie immer wieder den schrecklichen Drang verspürt, ihn „zerreißen“ zu wollen. (cho)

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