ESC-Serie

ESC 2022: Das ist der musikalische Beitrag aus Estland

| Lesedauer: 3 Minuten
Eurovision Song Contest 2022: So funktioniert das Voting-System

Eurovision Song Contest 2022: So funktioniert das Voting-System

Wer beim ESC als Sieger von der Bühne geht, das entscheiden sowohl die Zuschauer als auch eine Jury. Das System hinter der Abstimmung ist komplex.

Beschreibung anzeigen

Turin   Mit Cowboys, Country-Musik und Hoffnung will Sänger Stefan beim ESC überzeugen. Dafür stehen die Zeichen aktuell gar nicht so schlecht.

Was können wir gerade mehr brauchen, als ein bisschen Hoffnung? Der estländische Beitrag „Hope“ könnte beim Eurovision Song Contest aufgrund der aktuellen Stimmungslage eine ganz neue Dimension gewinnen – und somit auf Stimmenfang gehen.

Ungewöhnlich: „Hope“ ist nicht einfach eine Schmuse-Pop oder Pop-Elektro-Nummer, wie man sie sonst so zahlreich bei diesem Wettbewerb hört, sondern kommt poppig produziert im Country-Gewand und mit Cowboys daher. Schaut man zu den Zeilen „Hey, sing your heart out, boy, For all the people great and small, Oh, when all else is lost, the future still remains our own“ noch das Musikvideo - geschmückt mit Pferden, Pistolen und Cowboy-Hüten -, kommt ziemlich schnell eine wohlige Django-Gefühligkeit auf.

Stefan Hope - Estland ESC 2022

Und dass ein Country-Beitrag beim ESC funktionieren kann, bewies bereits 2014 Ilse DeLange gemeinsam mit der Band The Common Linnets. als sie 2014 für die Niederlanden den zweiten Platz belegte.

ESC 2022: Alle Hintergründe

Estland beim ESC 2022: Keine Pistolen auf der Bühne

Bei seinem Auftritt in Italien will Stefan, der bürgerlich Stefan Airapetjan heißt, allerdings auf die Cowboys verzichten. Hatte er beim Vorentscheid „Eesti Laul“ noch zwei verkleidete Männer auf der Bühne, die ihre Pistolen aufeinander richteten, kündigte er nun an, dass diese Inszenierung angesichts der aktuellen Lage nicht angebracht wäre.

Insgesamt viermal bemühte sich der 24-Jährige um die Teilnahme beim ESC. 2018 noch als Mitglied der mittlerweile aufgelösten Band Vajé, 2019 und 2020 als Solokünstler. Doch erst nach seinem Sieg bei „The Masked Singer Estland“ reichte es für genügend Stimmen, um 2022 als Künstler zum ESC zu fahren.

ESC 2022: Beim vierten Versuch überzeugt Stefan

Mit 62 Prozent der Zuschauerstimmen und damit doppelt so viel Prozentpunkten wie der Zweitplazierten konnte der armenisch-stämmige Sänger den Vorentscheid für sich entscheiden. Somit wird er mit dem Titel „Hope“, den er gemeinsam mit Karl-Ander Reismann geschrieben hat, beim zweiten ESC an den Start gehen.

In ihrem Song haben die beiden, laut eigener Aussage, verschiedene Geschehnisse auf der Welt, wie etwa die Corona-Pandemie, Black Lives Matter und den Bergkarabachkonflikt verarbeitet. Die Message des Songs: Hoffnung finden und nicht aufgeben. Es sei alles möglich, solange man sie nicht verliere.

Estland: am seltensten für das ESC-Finale qualifiziert

Sein Debüt beim Eurovision Song Contest gab das nördlichste baltische Land erst 1994, nachdem es 1993 in der osteuropäischen Qualifikation gescheitert war. Estland kann dennoch bereits auf eine sehr durchwachsene Eurovisions-Geschichte zurückblicken, vom Sieg 2001 mit dem Beitrag „Everybody“, den Tanel Padar und Dave Benton gemeinsam mit 2XL sangen, bis zum letzten Platz im Halbfinale 2016.

Insgesamt landete das Land mit elf von 27 Beiträgen in der linken Tabellenhälfte, also unter den Top-13. Zehnmal schied es bereits im Halbfinale aus: Damit gehört Estland zu den Ländern, die sich am seltensten für das Finale qualifizieren konnten. Doch in diesem Jahr stehen die Zeichen gut, dass sich Estland für das Finale qualifiziert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Panorama

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben