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ESC 2022: Das ist der Beitrag von Emma Muscat aus Malta

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Eurovision Song Contest 2022: So funktioniert das Voting-System

Eurovision Song Contest 2022: So funktioniert das Voting-System

Wer beim ESC als Sieger von der Bühne geht, das entscheiden sowohl die Zuschauer als auch eine Jury. Das System hinter der Abstimmung ist komplex.

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Turin   Malta startet mit einem Beitrag der totalen Belanglosigkeit beim ESC. Was hat sich Malta mit Emma Muscats „I Am What I Am“ gedacht?

Da kommen High-School-Musical-Vibes auf. Irgendwie ja ganz schön in diesen Tagen, aber ein bisschen wundert man sich schon über diesen Beitrag der Belanglosigkeit. Mit „I Am What I Am“ tritt Malta beim Eurovision Song Contest (ESC) 2022 an. Und nein, Gloria Gaynor ist nicht die Interpretin dieses Songs.

Stattdessen soll die 22-jährige Emma Muscat das Land im Wettbewerb vertreten. Doch schon bevor dieser überhaupt begonnen hat, gab es bereits große Veränderungen: Wenige Wochen nach dem Vorentscheid „Malta Eurovision Song Contest 2022“ und der damit verbundenen demokratischen Entscheidung für „Out Of Sight“ von Emma Muscat wurde der Song ausgetauscht.

Malta tauscht trotz Publikumsentscheidung Song aus

Grund ist wohl die eher mäßige Bewertung. Wobei man sich dann auch fragt, warum ein belangloser Song durch einen anderen ersetzt wurde. Nun also „I Am What I Am“ – und der hat so gar nichts von Gaynors Klassiker. Stattdessen singt da eine blonde, hübsche, privilegierte, junge Cis-Frau am Klavier: „This is my master plan, I’m gonna take a stand. Take it or leave it, I am what I am.“

ESC 2022: Alle Hintergründe

Als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es dazu noch ein Musikvideo, das aussieht wie der neue Werbeclip von „Aktion Mensch“. Im Musikvideo zu sehen sind diverse Menschen, die in irgendeiner Form Andersartigkeit ausstrahlen, fröhlich umhertanzen, klatschen und der Sängerin ihre Hand reichen. Friede, Freude, Eierkuchen ist ja schön. Aber Malta: Fällt euch wirklich nichts Besseres im Jahr 2022 ein?

Das Ganze ist umso enttäuschender, hört man die Musik, die Emma Muscat eigentlich macht. Da sind Hip-Hop-Beats, teils sogar auf italienisch, durchaus spannend. „Das ist die größte Unverschämtheit, die ich seit langem beim Eurovision Song Contest erlebt habe“, kommentiert der selbsternannte Dr. Eurovision Irving Wolther den maltesischen Beitrag.

Malta: Chaos bei der Planung des ESC-Beitrags

Als Kind einer wohlhabenden Familie begann Muscat früh mit ihrer künstlerischen Ausbildung, mit Fokus auf dem Klavier. Es folgten eigene Lieder und schließlich 2017 ihre erste Single „Alone“ auf YouTube. 2018 nahm sie an der 17. Ausgabe der Talentshow „Amici di Maria De Filippi“ teil, wobei sie im Finale ausschied. Seitdem hat sie einige Songs rausgebracht, die sich mitunter in den italienischen Charts platzierten.

Insgesamt hat man in diesem Jahr den Eindruck, dass Malta den ESC nicht sonderlich durchdacht hat. Erst richten sie ein Halbfinale des Vorentscheids aus, an dem 22 Künstlerinnen und Künstler teilnahmen (was vergleichsweise viel ist). Dann scheiden nur fünf Talente aus, sodass im Finale 17 Titel (!) vorgetragen wurden, die fast schon minütlich von Werbung unterbrochen wurden. Und dann noch der Songtausch.

Dabei ist Malta im Vergleich gar nicht so schlecht. Seit 1971 nimmt das Land am Eurovision Song Contest teil. 16 von den 34 Beiträgen schafften es in die linke Tabellenhälfte unter die Top 13. Dreimal erreichte Malta den letzten Platz, siebenmal schied das Land im Halbfinale aus. Dem gegenüber stehen allerdings zwei zweite Plätze und zwei dritte Plätze sowie einige weitere Platzierungen innerhalb der besten Zehn, womit Malta zu den durchschnittlich erfolgreichen Ländern im Wettbewerb zählt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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