Betrugsmasche

Europol warnt vor Fake-Anrufen: So schützen Sie sich

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Europol und Bundeskriminalamt warnen vor Telefonbetrug.

Europol und Bundeskriminalamt warnen vor Telefonbetrug.

Foto: fizkes/istockphoto

Bundesweit erhalten Menschen Anrufe von Europol. Die Polizei warnt vor der Betrugsmasche – für die Täter einen perfiden Trick nutzen.

Seit mehreren Jahren haben Telefon-Betrugsmaschen Konjuktur. Eine neue Art der Anrufe ist aber besonders hinterhältig: Anrufer geben sich als Europol-Mitarbeiter aus, tischen eine Geschichte mit EC-Karten-Bezug oder Strafverfolgungsversuch auf und versuchen an sensible Daten zu gelangen.

Die Betrüger wollen meist Ausweisnummern oder Kreditkartennummern der Opfer herausfinden – oft werden die Angerufenen auch dazu genötigt, Überweisungen zu tätigen oder Google Play Cards und Bitcoins zu kaufen. Im Fokus der Täter stünden nicht wie bisher nur ältere Menschen, sondern Erwachsene jeglichen Alters, teilte die Polizei mit.

Betrugsmasche: So laufen die falschen „Europol-Anrufe“ ab

Schon in der Vergangenheit hat die Polizei immer wieder vor dieser und ähnlichen Betrugsmaschen gewarnt. Insbesondere nach den erst kürzlich aufgetretenen Problemen mit der Kartenzahlung in diversen Supermärkten und an Tankstellen seien einige Menschen verunsichert, hieß es in Pressemitteilungen mehrerer Polizeistellen.

Wie erkennen Sie einen betrügerischen Anruf? Meist laufen die Telefonate so ab:

  • Wenn das Telefon klingelt, hört die angerufene Person anstelle eines Anrufers über eine deutsche Mobilfunknummer eine englischsprachige Bandansage, die vortäuscht, der Anruf wäre von der Polizei, von Interpol oder Europol („Federal Police Department“)
  • Die Computer-Stimme sagt, dass mit der Identität, dem Ausweis (ID card) der angerufenen Person ein Problem besteht oder deren Ausweis bei Straftaten missbraucht worden wäre
  • Die Bandansage fordert die Angerufenen meist auf, eine Ziffer (meist die Ziffer '1') zu drücken, um zu einem Mitarbeitenden der Polizei (Police Officer) weitergeleitet zu werden
  • Bei ihren Anrufen nutzen die Täter ein spezielles technisches Verfahren, weshalb ihre Opfer eine tatsächlich zu Europol oder einer Hamburger Polizeidienststelle gehörende Telefonnummer angezeigt bekommen

Betrug am Telefon: Täter wollen sensible Daten der Opfer herausfinden

Die Betrüger bedienen sich unterschiedlicher Methoden: Meist wird das Opfer mit einer Person verbunden, die vorgibt, von der Polizei zu sein. Sie versucht nun mit geschickter Gesprächsführung, auch mit Androhung von Haft, dem Opfer sensible Daten zu entlocken. Offensichtlich werden in solchen Gesprächen persönliche Daten abgeglichen, aktualisiert oder zusätzlich in Erfahrung gebracht, die dann für weitere Straftaten Verwendung finden können.

Laut Polizeibehörden bezeichnen sich die Täter in einzelnen Fällen als Police Officer oder Mitarbeitende des Federal Police Department von Interpol oder Europol. Angeblich sei auch das Bankkonto betroffen oder es gäbe ein großes Ermittlungsverfahren. Würde man eine Auskunft verweigern, müsse man unter Umständen mit mehreren Jahren Haft rechnen.

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Europol-Masche: So reagieren Sie auf die Betrugs-Anrufe

Die Polizei rät folgende Reaktionen, wenn man einen der oben beschriebenen Anrufe entgegen genommen hat:

  • Man sollte sofort auflegen und keinen Aufforderungen der Anrufer folgen
  • Insbesondere sollten Angerufene keine sensiblen Daten herausgeben oder sich in ein Gespräch verwickeln lassen
  • Unter keinen Umständen sollte man die Nummer zurückrufen – sondern stattdessen eigenständig die Telefonnummer der angeblichen Polizeidienststelle recherchieren und wählen
  • Im Zweifel sollte man sich an Vertraute wenn oder die 110 wählen

Allein bei der Polizei in Hamburg wurden bereits mehrere hundert solcher Anrufe bekannt, von denen die Täter in mehr als 40 Fällen auch zum Erfolg gelangten. Der dabei entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf knapp 200.000 Euro. Erst in der vergangenen Woche fiel eine in Bocholt wohnhafte Frau auf die „Europol-Masche“ herein und wurde um mehrere tausend Euro geschädigt. (fmg)

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Dieser Artikel ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.

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