„Aktenzeichen XY“

Explosion in Kirmes-Geisterbahn - Tatmotiv ist völlig unklar

| Lesedauer: 4 Minuten
Archivbild. Auch auf der Rheinkirmes (Foto) in Düsseldorf gab es einen mutmaßlichen Anschlag auf ein Fahrgeschäft Ein Verdächtiger stellte sich jetzt der Polizei in Köln, nachdem es auf einer Kirmes in Düren eine Explosion in einer Geisterbahn gab.

Archivbild. Auch auf der Rheinkirmes (Foto) in Düsseldorf gab es einen mutmaßlichen Anschlag auf ein Fahrgeschäft Ein Verdächtiger stellte sich jetzt der Polizei in Köln, nachdem es auf einer Kirmes in Düren eine Explosion in einer Geisterbahn gab.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Düren/Köln/Düsseldorf.  Nach einem Fahndungsaufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ am Mittwochabend stellt sich ein Verdächtiger. Jetzt sitzt der Mann in U-Haft.

Nach einer Explosion in einer Geisterbahn auf der Annakirmes in Düren am Dienstagabend hat sich ein Verdächtiger der Polizei gestellt. Die hatte mit Foto nach dem Mann gesucht, der die Explosion herbeigeführt haben soll. Das Bild war am Mittwochabend auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ gezeigt worden.

Der 40-Jährige aus Köln wird auch verdächtigt, vor zwei Wochen auf der Rheinkirmes in Düsseldorf unbekannte Flüssigkeit verspritzt zu haben, was zu einem Feuerwehreinsatz geführt hatte. In beiden Fällen sei niemand verletzt worden, hieß es bei der Polizei auf Nachfrage. Die Polizei prüft eigenen Angaben nach einen möglichen Zusammenhang.

Explosion in Geisterbahn: Justiz sieht Gefahr einer Wiederholungstat

Der Verdächtige sitzt seit Donnerstagnachmittag in Untersuchungshaft. Das bestätigte ein Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft am Freitag auf Anfrage. Dem 40-Jährigen würden das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die U-Haft sei angeordnet worden wegen möglicher Fluchtgefahr, sagte der Justiz-Sprecher. Zudem sehe man die Gefahr einer Wiederholungstat, erklärte der Sprecher: "Wir sehen bis dato kein Motiv für diese Tat."

In Düren und in Düsseldorf sei die den Ermittlungen nach wohl eine PET-Flasche der gleichen Marke verwendet worden. Zudem sei auch in Düsseldorf Alufolie gefunden worden, hieß es.

Polizei suchte mit Foto nach mutmaßlichem Täter

Das Foto, das die Polizei Düren inzwischen aus ihrer online verbreiteten Öffentlichkeitsfahndung entfernt hat, stammt von der Videoüberwachung der Geisterbahn. Es zeigt einen Mann mit Brille, mittellangen Haaren und rotem T-Shirt während der Fahrt über eine freiliegende Empore in einer Geistbahn-Gondel. Er hielt eine braune PET-Flasche in den Händen, die im Inneren der Geisterbahn anschließend explodierte.

Der Betreiber der Geisterbahn hatte einen Knall gehört und beißenden Geruch in Inneren seiner Bahn gerochen, teilte die Polizei mit. Dann entdeckte er eine zerborstene Kunststoffflasche und zusammengerollte Alufolie. Nachdem die Geisterbahn gelüftet wurde, konnte der Betrieb weiterlaufen, berichtete die Polizei.

Vorfall auch in Geisterbahn auf Rheinkirmes in Düsseldorf

Auf der Rheinkirmes war es am 17. Juli zu einem Vorfall gekommen: Eine unbekannte Flüssigkeit war im Bereich der Schienen und in der Nähe von Stromleitungen an einer Geisterbahn entdeckt worden. Der Betreiber ließ die Stellen reinigen, die Feuerwehr sperrte den Betrieb währenddessen. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Die Kirmes lief bis 24. Juli.

Laut Polizei habe der Täter einen bisher unbekannte Gegenstand in die Flasche gedrückt, der eine chemische Reaktion ausgelöst habe, die anschließend zur Detonation geführt hatte. Die Analyse der Flüssigkeit laufe noch, sagte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage in Düren, gleiches teilte die Polizei in Düsseldorf mit. Bis dato stützten sich die Vorwürfe auf Videobilder aus der Geisterbahn in Düren. Darauf sei laut Polizei zu erkennen, dass der Täter etwas in die Flasche gedrückt habe und diese dann bei der Fahrt in der Geisterbahn abgestellt habe. Etwa eine halbe Minute später sei es zur Explosion gekommen. „Der Täter war da sehr wahrscheinlich noch in der Geisterbahn“, hieß es bei der Polizei.

Verdächtiger verweigert bis dato die Aussage

Mit welcher Absicht der Täter handelte und inwieweit er in Kauf genommen hat, dass er sich womöglich selbst verletzen konnte, war am Donnerstag noch offen: „Der Mann verweigert bisher die Aussage“, erklärte eine Sprecherin in Düren auf Nachfrage. Die Tat zugegeben habe er bis dato gegenüber der Polizei nicht, hieß es in Düren. Auch bei der Staatsanwaltschaft hieß es am Donnerstag, der 40-Jährige schweige bisher. Er habe sich aber auf der Wache in Köln laut der Dürener Polizei-Sprecherin zu der Explosion geäußert und gesagt, „zum Glück wurde niemand verletzt.“

Der Fahndungsaufruf am Mittwochabend habe der Polizei nach eigenen Angaben viele Hinweise gebracht. Sie hätten zu „umgehenden Ermittlungen“ geführt. Gegen 22.20 Uhr dann sei der 40-Jährige in Begleitung eines Arbeitskollegen bei einer Polizeiwache in Köln erschienen. Der Tatverdacht gegen ihn habe sich laut Polizei anschließend erhärtet. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und kam in Polizeigewahrsam. Ein Amtsrichter verfügte am Tag darauf dann Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen gehen weiter.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Panorama

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben