Facebook-Enthüllungen

Facebook-Whistleblowerin Haugen: Was sie über Instagram sagt

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Das ist die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen

Das ist die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen

Während Frances Haugen für Facebook arbeitete, sammelte sie interne Papiere. Die Informationen können rechtliche Konsequenzen für Facebook bedeuten. Das ist die Whistleblowerin.

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New York City  Eine Reihe von Enthüllungen bringt Facebook in Bedrängnis. Sonntag gab sich die Whistleblowerin zu erkennen. Das sagt Frances Haugen.

Für Facebook sind harte Zeiten angebrochen. In den vergangenen Wochen erschien im amerikanischen "Wall Street Journal" eine Artikelreihe namens "The Facebook Files" über das Soziale Netzwerk, das sich mit dessen dunkler Seite beschäftigt.

Die Reihe basiert auf den Informationen der Whistleblowerin Frances Haugen. Die ehemalige Produktmanagerin des Social-Media-Giganten gab sich am Sonntag erstmals öffentlich zu erkennen, unter anderem durch ein Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CBS.

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Instagram verstärkt schlechtes Selbstwertgefühl bei Teenagern

Für große Empörung sorgte dabei ein Artikel, in dem um den Einfluss von Instagram auf junge Nutzerinnen und Nutzer ging. Instagram gehört seit 2012 zu Facebook. Der Artikel des "Wall Street Journal" bezieht sich auf zwei interne Berichte des Unternehmens aus dem Jahr 2019. Demnach verstärke die Bild- und Videoplattform bei zahlreichen Teenagern - vor allem jungen Mädchen - die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper.

Der Bericht, auf den sich das "Wall Street Journal" bezieht, trägt den Titel "Teen Mental Help Deep Dive". Darin steht unter anderem, dass jeder fünfte Teenager wegen Instagram ein schlechteres Selbstwertgefühl habe. Facebook, zu dem auf der WhatsApp-Messenger gehört, macht dafür vor allem Faktoren wie den Vergleich mit anderen sowie den sozialen Druck, ein interessantes Leben zu führen, verantwortlich.

Whistleblowerin: Instagram steigert Anfälligkeit für Depressionen

Außerdem steigere die Nutzung von Instagram laut den befragten Teenagern deren Anfälligkeit für psychische Krankheiten wie Angststörungen oder Depressionen. Dieser Effekt sei bei Instagram stärker als bei anderen sozialen Netzwerken.

Der Bericht zeigt außerdem: Etwa einem Drittel der Jugendlichen, die ohnehin schon mit psychischen Krankheiten kämpfen, geht es durch die Instagram-Nutzung schlechter. Die Plattform verstärke den Drang, sich gesellschaftlichen Zwängen unterzuordnen. Ein weiteres Problem sei der Druck, "dazuzugehören", der durch Likes und Followerzahlen verstärkt werde. Außerdem mache den Teenagern die Übersexualisierung junger Frauen und Mädchen zu schaffen.

Facebook plant Instagram-Version für Zehn- bis Zwölfjährige

Facebook erklärte nach dem Bericht, dass Instagram jungen Menschen bei anderen Themen helfen könne. Dennoch plane das Soziale Netzwerk eine besondere Instagram-Version für Nutzerinnen und Nutzer im Alter von zehn bis zwölf Jahren. Zur Zeit dürfen offiziell erst Jugendliche ab 13 Jahren Instagram nutzen - Userinnen und User können die Alterbeschränkung allerdings durch die Nutzung eines sogenannten "Fake-Accounts" einfach umgehen.

Nach der Veröffentlichung der internen Berichte durch Whistleblowerin Frances Haugen steht Facebook unter Druck. Dazu kommt, dass Haugen am Dienstag im US-Kongress zu den von ihr geleakten Dokumenten aussagen soll.

Whistleblowerin: Facebook entscheidet sich meistens für Profit

Ein Sprecher des Unternehmens erklärte am Sonntag nach dem Haugen-Interview bei CBS, Facebook versuche täglich, eine Balance zwischen dem Recht von Milliarden Menschen auf freie Meinungsäußerung und einer sicheren Umgebung für Nutzerinnen und Nutzer zu finden.

Whistleblowerin Frances Haugen hat indes besonderen Schutz bei den US-Behörden beantragt. Denn sie wirft Facebook vor allem eins vor: Bei Konflikten zwischen den Interessen des Konzerns und der Allgemeinheit immer das entschieden zu haben, was gut für Facebook sei: "Facebook hat seine Prozesse immer wieder in Richtung seiner eigenen Interessen optimiert", erklärte Haugen bei CBS. "Wie zum Beispiel Geld zu verdienen." (mit dpa)

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