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Personalmangel: Riesiges Chaos an vielen Flughäfen

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Maskenpflicht im Flugzeug: Wo sie gilt und wo nicht

Maskenpflicht im Flugzeug: Wo sie gilt und wo nicht

Pünktlich zur Sommerzeit hat die EU beschlossen, die Maskenpflicht an Flughäfen und in Fliegern zu lockern. In welchen Ländern sie weiterhin gilt, erklärt das Video.

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Berlin.  Pfingsten verlief für tausende Urlauber anders als geplant. An vielen Flughäfen kam es zu Ausfällen. Droht im Sommer noch mehr Chaos?

In der Corona-Pandemie mussten sich viele Flughafen-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter neue Jobs suchen. Das rächt sich nun. An europäischen Flughäfen kam es am Pfingstwochenende durch den Personalmangel zu massiven Ausfällen.

Tausende Passagiere strandeten im Ausland oder mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um überhaupt in den Urlaub fliegen zu können. Dabei hat die Hauptreisezeit noch gar nicht begonnen. Im Sommer wird nun ein noch größeres Chaos befürchtet.

Flugausfälle: Easyjet, Tui und KLM betroffen

Denn bisher hat es die Branche nicht geschafft, wieder genug Beschäftigte einzustellen. Von der Passagierkontrolle über die Gepäck- und Flugzeugabfertigung bis hin zur Flugbegleitung hakt es.

Die Airlines Easyjet, British Airways und Tui strichen am Sonntag wie schon in den Tagen zuvor etliche Flüge. Die niederländische Fluggesellschaft KLM hatte am Pfingstsonntag damit begonnen, zahlreiche ihrer am Vortag in europäischen Ländern gestrandeten Passagiere nach Amsterdam zu bringen. Wegen erheblicher Verzögerungen bei der Abfertigung am Airport Schiphol hatte sich KLM den Angaben zufolge am Samstag entschieden, etliche Linienflüge von europäischen Städten ausfallen zu lassen.

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Besonders reisende Britinnen und Briten traf es in den vergangenen Tagen hart. Die auf die Reisebranche spezialisierte Beratungsagentur PC Agency schätzte der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge, dass mindestens 15.000 Passagiere von kurzfristigen Änderungen am Sonntag betroffen sein könnten. Die britische Regierung warf der Branche vor, sich nicht ausreichend vorbereitet zu haben.

Personalmangel an deutschen Flughäfen

Auch in Deutschland fehlen die Mitarbeiter. So kam es am Freitag am Flughafen Düsseldorf zu massiven Wartezeiten. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet, hat der Airport schon seit längerem mit Problemen zu kämpfen. Özay Tarim, Gewerkschaftssekretär von Verdi sagte der Redaktion, dass alleine rund 500 Sicherheitskräfte zusätzlich benötigt würden.

Auch an anderen Flughäfen gibt es dem Bericht zufolge lange Schlangen und wenig Personal. Verdi fordere daher, die Sicherheitskontrollen weg von privaten Sicherheitsfirmen zurück in die staatliche Hand zu geben.

Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, hatte der Deutschen Presse-Agentur jüngst gesagt, dass über alle Standorte hinweg den Dienstleistern, die an der Abfertigung der Passagiere beteiligt sind, rund 20 Prozent Bodenpersonal im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit fehlen. Der Gesamtbedarf soll 5500 Leute in ganz Deutschland umfassen.

Flughäfen: Noch mehr Chaos befürchtet

Bundesverkehrsminister Volker Wissing warnt nun vor Engpässen in den Sommerferien. Der FDP-Politiker sagte der "Bild am Sonntag": "Hier treffen zwei Punkte aufeinander – zum einen Menschen, die nach all den Entbehrungen und Einschränkungen während der Corona-Pandemie einen großen Nachholbedarf verspüren, unterwegs zu sein und zu reisen. Demgegenüber steht vor allem die Reise- und Verkehrsbranche, die während Corona quasi lahmgelegt war und Mitarbeiter verloren hat."

Vor allem im Luftverkehr habe man diese Lücke noch nicht schließen können. Der Minister forderte eine "Jobinitiative zur Gewinnung von Fachkräften" und eine Modernisierung der Infrastruktur.

Die Union warf Wissing Versäumnisse vor. Die Probleme im Luftverkehr seien seit geraumer Zeit bekannt und schon zu Ostern "waren die Engpässe spürbar", erklärte die tourismuspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Anja Karliczek (CDU). Wissing falle das Problem "sehr spät auf". (afp/dpa/fmg)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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