Feuerwehrverband

Flut-Katastrophe macht Rettern noch lange zu schaffen

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Steinmeier in Ahrweiler: Es liegt viel Arbeit vor uns

Steinmeier in Ahrweiler- Es liegt viel Arbeit vor uns

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht das von der Flutkatastrophe schwer getroffene Ahrtal. In der Altstadt von Bad Neuenahr-Ahrweiler macht sich Steinmeier ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung.

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Mainz/Berlin.  Nach der Flut-Katastrophe läuft beim Deutschen Feuerwehrverband eine Evaluation zum Einsatz. Bilder werden Rettungskräfte noch lange begleiten.

Die Einsatzkräfte bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen werden nach Einschätzung des Deutschen Feuerwehrverbandes noch eine längere Zeit benötigen, bis sie die Ereignisse verarbeitet haben. „Diese Katastrophe mit ihren Auswirkungen wird uns in vielen Bereichen noch jahrelang, wenn nicht jahrzehntelang begleiten“, sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Banse der „Heilbronner Stimme“ (Donnerstagausgabe). „Für mich persönlich sitzen die vor Ort gewonnenen Eindrücke sehr tief.“

Auf der einen Seite gebe es viele persönliche und tragische Schicksale nach der Flut-Katastrophe, auch in den Reihen der Feuerwehr, erklärte Banse. Auf der anderen Seite müssten aber auch die Lehren - etwa im Bereich der Warnung der Bevölkerung - aus den Vorkommnissen gezogen werden, damit derartige Ereignisse nicht erneut solche Folgen haben.

Flut-Katastrophe: Feuerwehr bewertet ihre Einsätze

Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes rechnet damit, dass noch im Laufe des Monats die Ergebnisse einer Evaluierung des Einsatzes vorliegen werden. Gemeinsam mit der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes sei eine Expertenkommission zur Evaluierung gegründet worden.

„Als ersten Schritt gab es eine Umfrage, an der sich alle Einsatzkräfte mit ihren persönlichen Erfahrungen beteiligen konnten.“ Daran hätten fast 2500 Personen teilgenommen. Diese Antworten würden nun zur Auswertung aufbereitet. Erste Ergebnisse sollen noch im Oktober 2021 vorgelegt werden.

Psychologische Hilfe für Feuerwehrleute

Weiterhin gebe es Feuerwehrleute, die eine psychologische Betreuung erhalten, sagte Banse dem Blatt: „Eine derartige Einsatzlage beschäftigt die Kräfte auch noch Monate, teils Jahre danach.“ Oft komme es auch erst eine ganze Zeit später dazu, dass die Belastungen verarbeitet werden können. „Daher ist die psychosoziale Notfallversorgung für die Einsatzkräfte auch weiterhin wichtig, wird angeboten und angefragt.“

In Rheinland-Pfalz kamen bei dem Hochwasser nach extremem Starkregen am 14. und 15. Juli 133 Menschen im besonders betroffenen Ahrtal und ein Mensch in der Region Trier ums Leben. In Nordrhein-Westfalen starben 49 Menschen. Dort wurden schwere Schäden unter anderem im Kreis Euskirchen, dem Rhein-Sieg-Kreis und in Teilen des Bergischen Landes angerichtet. (dpa)