Prozessauftakt

13-facher Mordversuch: Nachts Feuer im Mietshaus gelegt

Vor dem Landgericht Dortmund muss sich ein 20-Jähriger verantworten. (Symbolbild)

Vor dem Landgericht Dortmund muss sich ein 20-Jähriger verantworten. (Symbolbild)

Foto: Kurt Michelis

Dortmund  Stress mit der Freundin hatte ein Dortmunder, da legte er laut Anklage Feuer vor ihrer Tür, gefährdete 13 Mitbewohner. Nun begann der Prozess.

Gerade mal 20 Jahre ist der Dortmunder alt und sieht sich mit einer Anklage wegen versuchten Mordes konfrontiert. Laut Staatsanwaltschaft hat er das Leben von 13 Menschen gefährdet, als er am 18. Juli vergangenen Jahres in einem Mietshaus Feuer legte. Das Motiv der Brandstiftung soll Stress in der Beziehung gewesen sein. Am Donnerstag (5.9.) hat vor der Jugendstrafkammer am Landgericht Dortmund der Prozess gegen ihn begonnen.

Es ist eine nach außen ordentlich wirkende Gegend im Dortmunder Stadtteil Hörde, in dem das Mehrfamilienhaus steht. Die Fassade ist sauber, nichts deutet mehr auf die große Gefahr für die Bewohner hin.

Im Beziehungsstress Feuer gelegt

Dort hatte im vergangenen Jahr die Mutter seines Kindes gelebt. Stress hatte das Paar. Da soll der damals 19-Jährige beschlossen haben, das Feuer in dem Haus zu legen.

Im Schutz der Dunkelheit soll er vorgegangen sein. In der Nacht zum 18. Juli sei er in das Haus eingedrungen. Im ersten Obergeschoss tränkte er laut Anklage vor einer Tür Fußmatte und Teppichfliesen mit Benzin. Dann habe er durch das hölzerne Treppenhaus eine Benzinspur bis zur Eingangstür gelegt. Er soll dann mit dem Öl-Feuerzeug das Benzin angezündet haben.

Fenster zerbrachen, Treppenhaus verraucht

Der Plan des mutmaßlichen Täters ging zunächst auf. Die flüssige Lunte fing Feuer, Fenster zerbrachen. Rauchspuren im Treppenhaus und Brandspuren an den Stufen dokumentierten das. Zum Schlimmsten kam es nicht, weil andere Menschen auf das Feuer aufmerksam wurden und das weitere Ausbreiten verhinderten.

Zum Prozessauftakt wird am Donnerstag nur die Anklage vorgelesen. Der Angeklagte will zunächst schweigen, heißt es. Die Staatsanwaltschaft ist sicher, dass er ein größeres Feuer geplant hatte und den Tod der Bewohner in Kauf nahm. Denn diese 13 Menschen hätten sich nachts "keines Angriffs auf ihr Leben versehen". Der Prozess wird fortgesetzt.

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