Gericht

Ex-Salafistenprediger Sven Lau kommt vorzeitig frei

Sven Lau war im Juli 2017 wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung  zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Sven Lau war im Juli 2017 wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf.   Der ehemalige Salafistenprediger Sven Lau wird vorzeitig aus der Haft entlassen. Gericht geht davon aus, dass von ihm keine Gefahr mehr ausgeht.

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Der ehemalige Salafistenprediger Sven Lau kommt nach rund zwei Jahren Haft in den nächsten Tagen frei. Das bestätigte das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Donnerstag: „Der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf hat die Vollstreckung der Reststrafe unter strengen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt.“ Wann genau die Freilassung Laus erfolgen wird, wisse das Gericht nicht. Zuerst hatte darüber die „Rheinische Post“ berichtet.

Sven Lau war im Juli 2017 wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Lau die ausländische terroristische Vereinigung „JAMWA“ in vier Fällen unterstützt und dabei etwa in Syrien Islamisten als Kämpfer für den Dschihad vermittelt hatte. Nach Gerichtsangaben hat er davon inklusive der Untersuchungshaft zwei Drittel verbüßt. Der Generalbundesanwalt habe auf Rechtsmittel verzichtet.

Bundesanwaltschaft nannte Lau „Überzeugungstäter“

Die Bundesanwaltschaft hatte den Mönchengladbacher in dem Prozess einen „Überzeugungstäter“ genannt. Er habe den Dschihad in Syrien von Deutschland aus unterstützt und dabei unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe agiert. So habe er den Terroristen in Syrien Islamisten als Kämpfer vermittelt, außerdem habe er drei Nachtsichtgeräte und 250 Euro beschafft.

Inzwischen habe Lau sich nach Auffassung des Gerichts von „seiner ursprünglichen radikal-islamischen Haltung (...) deutlich distanziert.“ Vor seiner Entscheidung habe der Senat verschiedene Stellen zu Rate gezogen, darunter Mitarbeiter eines Aussteigerprogramms für Islamisten. Danach sei davon auszugehen, dass Lau nach der mehrjährigen Haft künftig keine Straftaten mehr begehen werde, teilte das Gericht mit.

Fünf Jahre auf Bewährung

Nun kommt er unter strengen Auflagen frei. Die Bewährungszeit beträgt fünf Jahre. In dieser Zeit darf er sich nichts zu Schulden kommen lassen. Lau ist demnach untersagt, sich mit Salafisten und Islamisten zu treffen. Er nimmt bereits im Gefängnis an einem Aussteigerprogramm teil und soll es nach der Haft weiter tun. (cfs/dpa)

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