Prozess

Heiligenhauser soll Siebenjährigen missbraucht haben

Ein 55-jähriger Heiligenhauser steht wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch

Ein 55-jähriger Heiligenhauser steht wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch

Foto: Kleinrensing

Wuppertal.   Der 55 Jahre alte Handwerker saß bereits wegen Übergriffe auf Kinder im Gefängnis. Er bestreitet die Tat. Polizei fand Bilder auf dessen PC.

Ein 55-jähriger Mann aus Heiligenhaus muss in einem Verfahren um mutmaßlichen Kindesmissbrauch mit unbefristeter Sicherungsverwahrung rechnen. Der vorbestrafte Handwerker soll in seiner Wohnung sexuelle Handlungen am Sohn eines Freundes vorgenommen haben. Zum Prozessbeginn bestritt der 55-Jährige das: „Ich habe den Jungen nicht angefasst.“

Bei der mutmaßlichen Tat soll der Junge sieben Jahre alt gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft war er zu Besuch beim getrennt lebenden Vater. Der Angeklagte soll den Siebenjährigen in der Küche auf seinen Schoß gezogen, teilweise entkleidet und an ihm manipuliert haben. Das Geschehen habe geendet, als der Vater von der Toilette zurückkam. Dieser soll nichts mitbekommen haben.

Auf dem Computer weitere Fotos entdeckt

Im Prozess soll der Junge aussagen. Die Mutter soll berichten, was sie erfahren hat. Die Polizei nahm den Angeklagten Anfang Mai auf Befehl des Landgerichts fest. In der Wohnung hätten die Beamten Kinderpornografie gefunden: „Er hat gesehen, dass die Polizei vor der Tür stand und hat noch versucht, seinen Computer auszuschalten. Das hat aber nicht geklappt. Der Bildschirmschoner zeigte einen Jungen, der posierte. Und auf der Festplatte fanden sich weitere Fotos.“

Das Verfahren um die Computer-Dateien hat die Staatsanwaltschaft eingestellt, weil es die Strafe nicht erhöhen würde. Zum Prozess erläuterte der Richter dem Angeklagten: „Normalerweise sage ich, dass ein Geständnis mildere Strafe bringt. Aber in diesem Verfahren kann ich Ihnen nichts versprechen.“

Prozess geht am Freitag weiter

Grund ist die mögliche Sicherungsverwahrung. Sie gilt über die Strafe hinaus und wird in einem Gefängnis vollstreckt, um die Allgemeinheit zu schützen. Laut Gesetz muss das Gericht sie wegen der Vorstrafen anordnen, wenn es den Angeklagten erneut verurteilt und als gemeingefährlich einschätzt. Bei den Vorstrafen soll es um frühere Übergriffe auf Kinder und Besitz von Kinderpornografie gehen.

Das Gericht verhandelt am Freitag weiter – voraussichtlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, während das mutmaßliche Opfer aussagt.