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Geschlossene Schnee-Decke in NRW: Verkehr rollte nur langsam

In der Nacht zu Freitag ist eine Schnee-Front über NRW hinweggezogen.

In der Nacht zu Freitag ist eine Schnee-Front über NRW hinweggezogen.

Foto: dpa

Essen/Winterberg/Monschau.   Das Winterwetter hat NRW weiter fest im Griff. In der Nacht zu Freitag hat es kräftig geschneit, so dass es auf vielen Straßen glatt ist.

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Es bleibt winterlich in Nordrhein-Westfalen: In der Nacht zu Freitag hat es vielerorts kräftig angefangen zu schneien. Bis in die Morgenstunden hat sich auf vielen Straßen und Autobahnen am Niederrhein übers Revier hinweg bis ins Sauer- und Siegerland eine geschlossene Schnee-Decke gelegt. Das hat den Berufsverkehr am Freitagmorgen ordentlich ausgebremst. Zwischenzeitig staute es sich auf den Straßen in NRW auf einer Länge von rund 180 Kilometern.

Lange Staus auf den Autobahnen im Revier

Speziell auf den Autobahnen bildeten sich in den Morgenstunden lange Staus. So meldete der WDR gegen sieben Uhr auf der A40 zwischen Duisburg und Essen in beide Richtungen mehr als sieben Kilometer Stau und weitere neun Kilometer zwischen Bochum und Essen. Auch auf der A42 ging es nur langsam voran. Grund war ein Unfall im Kreuz Essen-Nord. Ab Gelsenkirchen-Bismarck staute es sich auf neun Kilometern Länge. Viel Geduld mussten die Autofahrer zudem auf der A59 aufbringen. Zwischen Dinslaken und dem Kreuz Duisburg dauerte es etwa 45 Minuten länger bei acht Kilometern Stau.

Wegen eines umgekippten Lastwagens war die viel befahrene A2 bei Bielefeld in Fahrtrichtung Hannover gesperrt - Autofahrer mussten erhebliche Verzögerungen in Kauf nehmen. Ein 34 Jahre alter Lastwagenfahrer war am Donnerstagabend zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-Ost und Ostwestfalen-Lippe aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und in die Mittelschutzleitplanke gefahren, wie die Polizei mitteilte. Daraufhin kippte der Lastwagen und stürzte auf die Fahrerseite. Der Fahrer und sein 68 Jahre alter Beifahrer wurden nach Angaben vom Freitag eingeklemmt und kamen mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.

Auf der B236 zwischen Dortmund-Wambel und Dortmund-Nordost staute es sich auf rund sechs Kilometern Länge. Dort sorgte ein Unfall für eine etwa 45 Minuten längere Fahrtzeit.

Insgesamt rund zehn Kilometer Stau gab es laut WDR auf der A3 zwischen Hünxe und dem Kreuz Oberhausen. Auch hier mussten Autofahrer mit einem Fahrtzeitplus von 45 Minuten rechnen.

Schneefall legte Flughafen kurzzeitig lahm

Bereits am Donnerstag gab es tagsüber Schneefall im Rheinland und Ruhrgebiet. Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt war es am Donnerstagmorgen auf vielen Straßen und Wegen gefährlich glatt geworden. Der Flughafen Köln-Bonn musste seinen Betrieb kurzzeitig einstellen. Aufgrund „starken Schneefalls“ waren für zwei Stunden keine Starts und Landungen möglich. Drei Flüge mussten an den Düsseldorfer Flughafen umgeleitet werden, mehrere Flüge wurden annulliert.

Schwere Lkw-Unfälle auf der A40 und der A2

Im gesamten Ruhrgebiet gab es hunderte Unfälle aufgrund der Glätte - meistens blieb es bei Blechschaden. Auf der A40 bei Wachtendonk am Niederrhein ist ein Lastwagen in ein Stauende gefahren und hat einen tödlichen Zusammenstoß ausgelöst.

Der Fahrer habe am Donnerstagnachmittag nach ersten Erkenntnissen den Stau zwischen dem Rastplatz Tomm Heide und der Anschlussstelle Wachtendonk übersehen, erklärte die Polizei. Er fuhr in einen vor ihm fahrenden Lastwagen und schob diesen unter einen weiteren Lkw. Dabei wurde der Fahrer eines Sieben-Tonners eingeklemmt. Er starb am Unfallort. Der mutmaßliche Unfallverursacher wurde nach Ermittlerangaben schwer verletzt. Wegen der Bergungsarbeiten war die A40 in Richtung Venlo (Niederlande) bis zum Abend gesperrt.

Auch die A2 musste nach einem Unfall in Richtung Oberhausen ab Recklinghausen-Ost gesperrt werden. Hier kollidierten mehrere Lkw, alle drei Fahrer wurden schwer verletzt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei besteht bei keinem Unfallbeteiligten eine Lebensgefahr.

Durch die querstehenden Lkw wurden alle drei Fahrspuren in Richtung Oberhausen blockiert. Erst tief in der Nacht war die Bergung abgeschlossen.

In Herne ist am frühen Freitagmorgen eine kleine Kehrmaschine während Räumarbeiten auf die Seite gekippt. Laut Feuerwehr soll das Fahrzeug auf der Holsterhauser Straße auf dem Fußweg unterwegs gewesen sein. Der Fahrer soll sich bei dem Unfall leicht verletzt haben.

Winterdienst läuft auf Hochtouren

„Der Winterdienst läuft derweil auf vollen Touren“, teilte der Landesbetrieb Straßen.NRW in Gelsenkirchen mit. Seit dem 1. November seien rund 37.500 Tonnen Salz verbraucht worden. Zum Vergleich: In den 220 Salzhallen des Landesbetriebs waren vor der Saison rund 130.000 Tonnen eingelagert worden.

Die Skigebiete in NRW melden nach dem Neuschnee der vergangenen Tage beste Bedingungen. So laufen im Sauerland inzwischen auch viele Lifte in Naturschneegebieten, sagte eine Sprecherin der Wintersport-Arena. Sie rechnet damit, dass spätestens am Wochenende rund 100 Lifte in Betrieb sind - soviel wie in dieser Saison noch nie.

Skigebiete bereiten sich auf Ansturm vor

Weil es in der Eifel anders als im Sauerland keine Beschneiungsanlagen gibt, ist dort die Freude über den Neuschnee besonders groß: So reichen die Schneehöhen in Monschau zum Schneeschuhwandern oder für Pferdeschlittenfahrten. Auch der letzte Lift in Hellenthal hat inzwischen seinen Betrieb aufgenommen.

Die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes für die kommenden Tage kündigen im Flachland bereits wieder Tauwetter an: Am Wochenende sollen die Temperaturen dort wieder über Null klettern und die Schneedecke schmelzen lassen. Anders in den Höhenlagen: Die Skigebiete in NRW bereiten sich auf einen großen Ansturm am nächsten Winter-Wochenende vor. (red/mit dpa)

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