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Greta Thunberg mit perfektem Konter gegen Donald Trump

Darum kürt das "Time"- Magazine Greta zur Person des Jahres
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Madrid.  Das „Time“-Magazin wählte Greta Thunberg zur „Person des Jahres“. Doch Donald Trump stört das – die Klima-Aktivistin kontert gekonnt.

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2016 stand Donald Trump auf dem Cover des „Time“-Magazins. Trump war gerade zum neuen US-Präsidenten gewählt worden, und war nun auch „Person des Jahres“. Greta Thunberg war da gerade mal 13 Jahre alt. Dass auch sie drei Jahre später auf dem „Time“-Magazin-Cover landen wird, und dass der US-Präsident böse Tweets über sie ablässt, zeigt vor allem, welchen Einfluss die heute 16-Jährige in der Welt hat.

Am Mittwoch wurde Thunberg vom Magazin zur „Person des Jahres 2019“ gekürt. „Greta Thunberg ist die überzeugendste Stimme zur wichtigsten Angelegenheit unseres Planeten geworden“, erklärte das US-Magazin am Mittwoch.

Was mit einem empörten Teenager und einem plötzlichen Ausbruch der Rebellion begonnen habe, sei zu einem der unwahrscheinlichsten und schnellsten Aufstiege zu globalem Einfluss der Weltgeschichte geworden.

Donald Trump sieht das naturgemäß anders. Der US-Präsident griff auf Twitter die Klima-Aktivistin an. Er bezeichnete die Würdigung von Thunberg als „lächerlich“. Er empfahl der 16-Jährigen, doch daran zu arbeiten, besser mit ihrer Wut umzugehen.

Denn damit habe sie ein Problem, schrieb er in einem am Donnerstag veröffentlichten Tweet, der binnen kürzester Zeit Zehntausende Male geteilt wurde. Anschließend solle Greta mit einer Freundin „einen guten altmodischen Film“ anschauen. „Chill Greta, chill!“, schrieb Trump weiter.

Donald Trump mit merkwürdigem Tipp für Greta

Greta Thunberg ließ das nicht auf sich sitzen – und konterte so, wie man es schon einmal gesehen hatte. „Eine Jugendliche, die an ihrem Problem mit der Wutbewältigung arbeitet. Sie chillt derzeit und schaut mit einem Freund einen guten altmodischen Film“, heißt es nun in ihrer Kurzbiografie auf Twitter.

Greta Thunberg rechnet mit Politikern ab
Greta Thunberg rechnet mit Politikern ab

Ihre Twitter-Bio hatte sie auch bereits geändert, nachdem Trump sie im September angegriffen hatte. „Sie wirkt wie ein sehr fröhliches junges Mädchen, das sich auf eine glänzende und wundervolle Zukunft freut. So schön zu sehen“, schrieb er offensichtlich ironisch.

Greta Thunberg kontert Donald Trump – Das Wichtigste in Kürze:

  • Greta Thunberg hat es auf klimaneutralem Weg nach Madrid zum UN-Klimagipfel geschafft
  • Bei ihrer Ankunft wurde sie regelrecht belagert
  • In einer neuen Rede kritisierte Greta die Regierungen reicher Industrienationen erneut scharf – und warf ihnen Täuschung vor
  • Nebenbei wurde die 16-Jährige vom „Time“-Magazin zur „Person des Jahres 2019“ gewählt
  • Donald Trump kann der Ernennung gar nichts abgewinnen

Sie änderte kurzerhand ihre Twitter-Biografie in: „A very happy young girl looking forward to a bright and wonderful future“ (zu Deutsch: „Ein sehr glückliches Mädchen, das sich auf eine großartige und wundervolle Zukunft freut.“).

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„Person des Jahres“ des „Time“-Magazin – Ernennungen der letzten Jahre:

  • 2019: Greta Thunberg
  • 2018: The Guardians and the War on Truth (Die Wächter und der Krieg um die Wahrheit): Verschiedene Journalisten, die wegen ihrer Berichte eingesperrt oder ermordet wurden, darunter unter anderem der im vergangenen Jahr getötete Jamal Khashoggi
  • 2017: The Silence Breakers (Diejenigen, die ihr Schweigen brechen): Frauen, die die #metoo-Debatte zum Laufen gebracht haben, darunter unter anderem Ashley Judd
  • 2016: Donald Trump
  • 2015: Angela Merkel

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Auch schon vor dem Trump-Tweet zeigte sich Thunberg in Angriffslaune. Bei einer Rede auf der UN-Klimakonferenz sorgte sie mit einer Abrechnung gegen die großen Staatschefs wie Emmanuel Macron oder Angela Merkel für Wirbel. Die 16-Jährige machte den Staatsführern schwere Vorwürfe.

Thunberg hatte die Staatschefs allgemein attackiert – ohne Namen zu nennen. Sie warf Industrienationen „Irreführung statt Führung“ vor und kritisierte sie für ihre Untätigkeit in der Klimakrise.

Klima-Aktivistin hält wissenschaftliche Rede

Sie hätten versprochen, den Ausstoß von Treibhausgasen „um so und so viel Prozent bis zu diesem und jenem Datum“ zu senken oder gar „klimaneutral innerhalb von so und so vielen Jahren“ zu werden. Auf den ersten Blick klinge dies vielleicht eindrucksvoll, monierte die Klimaaktivistin, aber obwohl die Intention dahinter gut sei, handle es sich um Täuschung.

In ihrer Rede legte Greta Thunberg vor dem Plenum eindringlich die Fakten dar: Sollten die Ziele des Pariser Abkommens zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad verfehlt werden. „Jeder Bruchteil eines Grades zählt“, warnt sie.

Greta Thunberg: "Es gibt Hoffnung, ich habe sie gesehen"
Greta Thunberg- Es gibt Hoffnung, ich habe sie gesehen

„2050 Treibhausgas-Neutralität zu erreichen bedeutet gar nichts, wenn die Emissionen inzwischen noch für ein paar Jahre weitergehen wie bisher. Denn unser verbleibendes Budget wird dann aufgebraucht sein“, erklärte die junge Schwedin unter dem Applaus der Anwesenden.

Lesen Sie hier: Warum sich Greta Thunberg nicht als Ikone sieht.

Greta Thunberg gesteht sich ein: „Wir haben nichts erreicht“

Beim Klimamarsch am vergangenen Freitag wurde sie von Fans belagert. Die Aufregung war so groß, dass Thunberg für ihre Abschlusskundgebung zur Bühne gefahren werden musste – natürlich mit einem Elektroauto.

Lesen Sie hier: Die Erde sendet beim Klimawandel ihr wohl letztes Alarmsignal.

Zuvor hatte sie bei einer Pressekonferenz eingeräumt, dass die weltweiten Klimaproteste junger Aktivisten bisher so gut wie nichts dazu beigetragen hätten, den Klimawandel aufzuhalten – es kam einer Art Geständnis gleich. „Wir haben das Bewusstsein für Klimafragen geweckt, aber das reicht noch lange nicht aus“, sagte sie. „Somit kann man sagen, dass wir viel, aber dann auch wieder nichts erreicht haben.“

Greta Thunberg: So bitter ist ihr Geständnis
Greta Thunberg- So bitter ist ihr Geständnis

Greta Thunbergs umständliche Reise nach Madrid

Greta war mit einem Nachtzug von Lissabon in die spanische Hauptstadt gereist. Zuvor hatte ein Angebot eines religiösen Nachbarschaftsvereins aus der spanischen Gemeinde Talavera de la Reina nahe Toledo für Aufregung gesorgt: Er wollte der schwedischen Klimaaktivistin einen Esel zur Weiterreise von Lissabon nach Madrid zur Verfügung stellen.

Auch lesenswert: Greta Thunberg gehört zu den Google-Trends 2019.

Die 16-jährige Thunberg war am Dienstag vergangener Woche nach dreiwöchiger Segelreise über den Atlantik in Portugal eingetroffen. Die Aktivistin vermeidet Flugzeuge, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Trotz ihres klimafreundlichen Transportmittels hagelte es Kritik – die Reise sei gar nicht wirklich klimaneutral.

Greta Thunberg äußert sich zu Kritik

Der Grund: Seglerin Nikki Henderson, die Greta auf ihrer Reise nach Europa begleitete, musste mit dem Flugzeug von Großbritannien in die Vereinigten Staaten fliegen. An Board war außerdem das australische YouTuber-Paar, das Greta ihr Boot zur Verfügung gestellt hatte.

Die Klimaaktivistin äußerte sich kürzlich zu den Vorwürfen: „Ich reise nicht so, weil ich möchte, dass alle das tun. Ich tue das, um eine Botschaft zu senden, dass es heute unmöglich ist, nachhaltig zu leben, und das muss sich ändern. Es muss viel einfacher werden.“

Im Vorfeld der Reise hatte es Unklarheiten gegeben, ob es die Klimaaktivistin überhaupt zur Konferenz schaffen würde. Sogar Eurowings bot Hilfe an – Greta hatte jedoch abgelehnt.

Klimagipfel in Madrid – darum geht es

Das Klimaabkommen von Paris sieht vor, dass die Staaten spätestens nächstes Jahr ihre Klimaschutz-Zusagen nachschärfen. In Madrid soll das vorbereitet werden.

  • Auf der Agenda der Konferenz stehen daher Verhandlungen darüber, wie CO2-Verschmutzungsrechte international gehandelt werden sollen und wie Klimaschäden etwa durch Dürren und Stürme finanziert werden.
  • Speziell arme Länder, die am wenigsten zur Krise beitragen, leiden unter den Folgen von Dürren und Wetterkatastrophen.
  • Ob konkrete Maßnahmen beschlossen werden, ist aber fraglich.

Die Hilfsorganisation Care monierte am Freitag, die Industrienationen spielten in Madrid bislang auf Zeit, und auch die EU-Kommission bleibe weiter hinter den Erwartungen zurück. (bekö/dpa)

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