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Hitze in Deutschland: Wochenende bringt 30 Grad und mehr

| Lesedauer: 18 Minuten
Temperaturen in Richtung der 40-Grad-Marke: Das erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für diese Woche in einigen Regionen im Westen und Südwesten Deutschlands.

Temperaturen in Richtung der 40-Grad-Marke: Das erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für diese Woche in einigen Regionen im Westen und Südwesten Deutschlands.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Das Wochenende wird sonnig, der Deutsche Wetterdienst sagt 30 Grad und mehr vorraus. Richtig heiß wird es ab Montag. Das Hitze-Blog.

  • Ein großer Brand bedroht ein Waldgebiet an der griechisch-türkischen Grenze
  • In Deutschland sind die Temperaturen vorerst gesunken
  • Im Mittelmeerraum werden wieder rund 40 Grad Celsius erwartet
  • Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir warnt vor hoher Waldbrandgefahr
  • Das Umweltbundesamt will Städte schneller für heiße Temperaturen wappnen
  • US-Präsident Biden will im Kampf gegen die Klimakrise mit neuen Maßnahmen vorantreiben

Berlin. Weite Teile Europas ächzen unter extremer Hitze. Während sich die Lage in Deutschland kurzzeitig zum Ende der Woche wieder entspannt, leiden die Menschen in anderen Teilen des Kontinents weiter unter extremen Temperaturen. In Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und in Großbritannien haben die anhaltende Hitze und Trockenheit teils schwere Waldbrände entfacht.

Einige von ihnen wurden mittlerweile gelöscht. Andere stellen die Feuerwehren vor große Herausforderungen, auch wegen teilweise unwegsamen Geländes. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir warnt auch die Bürgerinnen und Bürger hierzulande, die Waldbrandgefahr in Deutschland sei sehr hoch.

In der Toskana in Italien und in Slowenien mussten Menschen wegen der Brände in Sicherheit gebracht werden. In Spanien starben innerhalb der letzten zehn Tage mehr als 500 Personen infolge der extremen Temperaturen.

News zur Hitze in Europa von Freitag, 22. Juli: Hitze-Blog schließt

21.00 Uhr: Das Hitze-Blog schließt.

Wieder heißer als 30 Grad am Wochenende - Abkühlung in Sicht

13.20 Uhr: Nach einem etwas kühleren Samstag ist wieder Schwitzen angesagt. Bis 33 Grad können es nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Offenbach am Sonntag werden, am Montag sind demnach bis zu 36 Grad möglich. Am Samstag soll es im Osten und Südwesten teils kräftige Gewitter geben, abends dann im Südosten. Ansonsten ist es laut DWD locker bewölkt. Die Höchstwerte liegen bei 22 bis 28 Grad. Am kühlsten ist es im Norden, an den Küsten werden es maximal 17 bis 21 Grad.

Wenige Wolken sind am Sonntag unterwegs, nur im Nordwesten regnet es etwas. Es wird zwischen 28 und 33 Grad warm, in Küstennähe und im Norden bleibt es bei 22 bis 28 Grad oder weniger. In den größeren Städten West- und Südwestdeutschlands könnte laut DWD eine tropische Nacht mit mindestens 20 Grad folgen.

Hitzewarnung für 16 Städte in Italien

11.45 Uhr: Italiens derzeitige Hitzewelle dürfte am Freitag ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Für 16 Städte vom Süden bis zum Norden galt eine Hitzewarnung - darunter für Mailand, wo die Temperaturen die 40-Grad-Marke erreichen sollten, sowie für Bologna und Rom, wo Spitzenwerte von 39 Grad erwartet wurden. Die Stadt Padua im Norden des Landes hatte mit 39,6 Grad bereits am Donnerstag ihren bisherigen Hitzerekord gebrochen.

Nach Angaben der Internetseite ilmeteo.it ist eine Entspannung der Lage nicht in Sicht. Seit drei Monaten lägen die Temperaturen in Italien zwei bis drei Grad über dem saisonalen Durchschnitt, und dies dürfte bis Anfang August anhalten, hieß es bei ilmeteo.it.

Brand an griechisch-türkischer Grenze bedroht dichten Wald

9.38 Uhr: Ein großer Waldbrand bedroht ein Waldgebiet im Westen des griechisch-türkischen Grenzflusses Evros. Die Flammen toben am Rand des Dadia-Nationalparks, eines der größten Waldgebiete im Südosten Europas. Vier Hubschrauber, vier Löschflugzeuge und die Besatzungen von 65 Löschfahrzeugen seien im Einsatz, teilte die griechische Feuerwehr am Freitag mit. Das unwegsame Gelände erschwere die Löscharbeiten, sagte der Chef der Feuerwehr der Region, Konstantinos Koukouras, dem griechischen TV-Sender Mega.

Wegen der lang anhaltenden Trockenheit herrscht in weiten Teilen Griechenlands extreme Brandgefahr. Das Land verfügt über 86 Löschflugzeuge und Hubschrauber. Zudem sind diesen Sommer zahlreiche Feuerwehrleute aus EU-Staaten in Griechenland im Einsatz; darunter auch aus Deutschland.

News zur Hitze in Europa von Donnerstag, 21. Juli: Tonnenweise Fische in Fluss in Tschechien verendet

16.20 Uhr: Zu einem massiven Fischsterben ist es in der Thaya in Tschechien gekommen. Schätzungsweise müssten nun Dutzende Tonnen an toten Fischen aus dem Fluss geborgen werden, sagte eine Polizeisprecherin nach Angaben der Agentur CTK am Donnerstag in Breclav, rund 230 Kilometer südöstlich von Prag. Neben Fischern beteiligen sich auch Feuerwehrleute an den Arbeiten, die mindestens eine Woche dauern sollen.

Grund für das Massensterben ist Experten zufolge Sauerstoffmangel im Wasser wegen einer Massenvermehrung von sogenannten Blaualgen oder Cyanobakterien. Die anhaltende Hitze begünstige ihr Wachstum. Unter den verendeten Fischen sind unter anderem Karpfen, Zander und Flusswelse. Derzeit erreicht die Wassertemperatur in dem Fluss an einer Messstation in Breclav tagsüber Temperaturen von mehr als 24 Grad Celsius.

Kinder und Jugendliche kollabieren bei Brocken-Aufstieg wegen der Hitze

13.32 Uhr: Wegen der Hitze sind mehrere junge Menschen beim Aufstieg zum Brocken in Sachsen-Anhalt kollabiert. Von den insgesamt 19 Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 18 Jahren seien am Mittwoch 16 vom Rettungsdienst begutachtet worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Halberstadt am Donnerstag. Fünf wurden dann in ein Krankenhaus gebracht. Warum die Kinder und Jugendlichen solche schweren Erschöpfungserscheinungen zeigten, war laut Polizei zunächst unklar. Ein Erwachsener hatte die Gruppe begleitet. Möglich sei, dass die Kinder zu wenig tranken oder die Wetterlage falsch einschätzten.

Özdemir warnt vor hoher Waldbrandgefahr

11.13 Uhr: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) warnt vor einer hohen Waldbrandgefahr auch in Deutschland und ruft die Bürger zur Vorsicht auf. "Die Waldbrände in Südeuropa sind nicht weit weg. Die Waldbrandgefahr ist auch bei uns vielerorts extrem hoch", sagte Özdemir der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag).

"Also: Dringend Augen und Ohren offen halten, nichts Brennbares zurücklassen, keine Zigaretten achtlos wegwerfen", mahnte der Minister. Die kleinste Unaufmerksamkeit könne eine Katastrophe auslösen.

Der Wald sei "die beste Klimaanlage, die wir haben", betonte der Grünen-Politiker. "Wir müssen nicht nur durch Brände oder Stürme verlorene Flächen schneller wiederbewalden, sondern auch den Bestand besser schützen und umbauen", forderte er. Der Ernst der Lage sei offenbar noch nicht überall angekommen.

Brand auf Getreidefeld in Niedersachsen

9.17 Uhr: Bei einem Flächenbrand in Damme (Landkreis Vechta) ist am Mittwochabend ein Schaden von 50.000 Euro entstanden. Nach Angaben der Polizei vom frühen Donnerstag zündeten die Flammen wohl an einer Strohpresse und gingen anschließend auf ein Feld über. Knappe zwei Stunden lang brannten etwa vier Hektar abgeerntetes Land. Da zunächst die Strohpresse brannte und dann das Feld, sei es nicht auszuschließen, dass die Maschine wegen der Hitze am Mittwoch heiß gelaufen war, berichtete die Polizei.

Joe Biden will Kampf gegen Klimakrise mit Dekreten vorantreiben

5.48 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat inmitten der Hitzewellen in Europa und den USA – und angesichts herber Niederlagen im Kongress und vor Gericht – neue Maßnahmen für den Kampf gegen den Klimawandel ergriffen. Biden stellte am Mittwoch mehrere Dekrete mit Maßnahmen gegen die Erderwärmung und für den Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels vor. Er warnte, der Klimawandel sei eine "existentielle Bedrohung für unsere Nation und die Welt".

Jetzt sollen 2,3 Milliarden Dollar bereitgestellt werden, damit Gemeinden sich gegen künftige Hitze, Trockenheit oder Überschwemmungen wappnen können. Außerdem sollen Mittel für effektivere Klimaanlagen bereitgestellt und neue Windkraftanlagen an der Atlantikküste und im Golf von Mexiko errichtet werden. Anders als von Parteifreunden gefordert rief Biden aber keinen offiziellen Klima-Notstand aus, der ihm weitergehende Maßnahmen ermöglicht hätte.

Umweltbundesamt dringt auf Umbau der Städte gegen Hitzewellen

3.21 Uhr: Das Umweltbundesamt dringt angesichts der Hitzewelle darauf, die Städte besser gegen hohe Temperaturen und auch gegen Starkregen zu wappnen. "Wir müssen unsere Städte umbauen, um mit dem Klimawandel leben zu können", sagte Präsident Dirk Messner der Deutschen Presse-Agentur. "Dazu gehört vor allem viel mehr Grün in den Städten. Das kühlt deutlich." Wenn es regne, müsse die Stadt das Wasser aufsaugen und speichern können, damit es bei Hitze verdunste und einen weiteren Kühlungseffekt bringe. Der Umbau der Städte als wichtige Veränderung zum Gesundheitsschutz müsse jetzt beginnen.

Messner sagte, die Erfahrungen mit der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal vor einem Jahr und nun Temperaturen von 40 Grad in Deutschland und Europa seien erst der Anfang der Krise. Dies zeige erneut, dass der Klimawandel nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch hier die Gesundheit vieler Menschen und hiesige Infrastrukturen bedrohe.

"Wir werden Flächen wie Parkplätze, Straßen und gepflasterte Plätze entsiegeln müssen und Platz schaffen für kühlendes Grün", erläuterte Messner. Dies helfe im Kampf gegen Hitze und Starkregen, verbessere allgemein die Lebensqualität und schaffe Platz für klimaschonende Mobilität wie den Radverkehr. Um gefühlte Temperaturen zu senken, helfe es außerdem, bestehende Bäume, Alleen und Parks zu erhalten und mit trinkwassersparender Bewässerung zu sichern.

Zugverkehr im Raum Hannover wegen Hitze beeinträchtigt

1.06 Uhr: Im Raum Hannover haben sich Zugreisende am Mittwochabend auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen müssen. Das teilte die Deutsche Bahn mit. Die Gründe dafür waren unter anderem ein Feldbrand sowie eine wegen Hitze ausgedehnte Weiche, wie ein Sprecher der Bahn informierte. So hatte es zwischenzeitlich wegen eines Feldbrandes neben der Gleise zwischen Minden und Bückeburg eine Streckensperrung und einen Feuerwehreinsatz gegeben. Am späteren Abend wurde der Zugverkehr hier wieder aufgenommen.

In Rohrsen gab es am Mittwochabend hitzebedingt eine Weichenstörung. Deswegen kam es zu Einschränkungen auf der Strecke zwischen Hannover und Bremen. Hohe Temperaturen können Schienen und Gleisbett mitunter zu schaffen machen, da sich Stahl bei extremen Temperaturen dehnt.

News zur Hitze in Europa von Mittwoch, 20. Juli: Evakuierungen nach starkem Waldbrand in Slowenien

19.45 Uhr: Mehrere hundert Feuerwehrleute haben am Mittwoch im Westen Sloweniens einen Waldbrand bekämpft, der möglicherweise der schlimmste Brand in der Geschichte des kleinen Landes werden könnte. In der Region nahe der Grenze zu Italien mussten nach Angaben der Rettungskräfte mehrere Dörfer evakuiert werden.

"Es wird uns niemals gelingen, das Feuer binnen eines Tages einzudämmen", sagte Srecko Sestan vom Zivilschutz laut der Nachrichtenwebsite N1. "Hoffen wir, dass es nicht zum schlimmsten in der Geschichte wird."

Das Feuer war am Dienstag im bewaldeten Karst ausgebrochen, wo die Vegetation durch die starke Hitze ausgetrocknet war. Am Mittwochnachmittag hatte der Wind die Flammen weiter angefacht. In mehreren Gemeinden mussten die Einwohner ihre Häuser verlassen, Alarmsirenen wurden ausgelöst.

Hunderte Bewohner in Toskana wegen Waldbrandes evakuiert

13.58 Uhr: In der italienischen Toskana haben am Mittwoch mehr als 100 Feuerwehrleute weiter gegen einen großen Waldbrand nahe der Stadt Lucca gekämpft. Rund 500 Bewohner in der Gegend der Gemeinde Massarosa seien vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden, teilte die Feuerwehr am Mittwochmorgen mit.

Auf einem Video aus der Nacht war zu sehen, wie die Flammen nahe einer Siedlung loderten und sich an Bäumen hochfraßen. Einige Gas-Tanks seien explodiert, twitterte Regionalpräsident Eugenio Giani am Mittwochmorgen. Einige Seiten der Brand-Front hätten sich wegen starker Winde ausgedehnt.

Mehr als 500 Hitzetote in Spanien

15.14 Uhr: Die Hitzewelle in Spanien hat nach Regierungsangaben hunderte Menschen das Leben gekostet. Infolge der fast zehntägigen Hitzeperiode seien "mehr als 500 Menschen" gestorben, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Mittwoch unter Verweis auf Daten zur Übersterblichkeit eines öffentlichen Gesundheitsinstituts.

Vorläufigen Daten des spanischen Wetterdienstes zufolge war die Hitzewelle zudem die intensivste, die jemals in Spanien gemessen wurde. Sie dauerte von 9. bis 18. Juli und bescherte den Spanierinnen und Spaniern Temperaturen von über 45 Grad.

2600 Notrufe in London – normal sind 350

13.01 Uhr: Die Hitzewelle sorgt im Vereinigten Königreich für eine außergewöhnliche Belastung der Feuerwehr. In London wurden gestern mindestens 16 Einsatzkräfte bei Löscharbeiten verletzt, wie Londons stellvertretender Feuerwehrchef Jonathan Smith mitteilte.

Bürgermeister Sadiq Khan sagte bei der BBC, dass am Dienstag 2600 Notrufe bei der Feuerwehr eingegangen seien – normal seien 350. Khan sprach davon, dass Dienstag der arbeitsreichste Tag für die Feuerwehr seit dem Zweiten Weltkrieg gewesen sei. Er warnte die Bürgerinnen und Bürger vor Grillfeiern. "Das Gras ist wie Heu, es kann sich leicht entzünden", sagte Khan. Die Feuer würden sich "unglaublich schnell" verbreiten, "wie man es sonst aus Filmen oder aus Kalifornien kennt".

25 Waldbrände in Portugal

12.59 Uhr: Die Waldbrände lassen Feuerwehr und Zivilschutz in Portugal nicht zur Ruhe kommen. Am Vormittag gab es in verschiedenen Teilen des Landes 25 größere und kleinere Waldbrände, die von insgesamt gut 1200 Einsatzkräften bekämpft wurden, wie der Zivilschutz ANEPC mitteilte.

Wasserwirtschaft fordert zügige Investitionen in Infrastruktur

8.17 Uhr: Angesichts der zunehmenden Trockenperioden in Deutschland fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zügigere Investitionen in die Trinkwasserversorgung. "Um die Infrastruktur besser für Hitzeperioden zu wappnen, muss investiert werden - zum Beispiel in neue Leitungssysteme, Aus- beziehungsweise Neubau von Talsperren, Ausweisung von Wasserschutzgebieten, Wasserwerke und Rückhaltebecken", sagte der BDEW-Hauptgeschäftsführer für den Bereich Wasser, Martin Weyand, unserer Redaktion.

Auch wenn es derzeit "keinen Wassermangel in Deutschland" gebe, so stellten die zunehmenden Trockenperioden die Wasserwirtschaft vor neue Herausforderungen. Bei stark steigender Trinkwassernachfrage an heißen Sommertagen gerate die Versorgung "an einigen Orten an ihre Grenzen", mahnte Weyand. Bei großer Hitze steige der Bedarf der Haushalte um 40 bis 60 Prozent.

Derweil erwartet der Städte- und Gemeindebund, dass manche Regionen in Deutschland künftig in anhaltenden Dürreperioden mit einem eingeschränkten Wasserverbrauch leben müssen.

Europa ächzt unter der Hitze – Irak kämpft mit Temperaturen um die 50 Grad Celsius

7.56 Uhr: Europa sieht ein neues Hitze-Rekordjahr. Auch in anderen Teilen der Welt ist es aktuell extrem heiß. Im Irak etwa herrschen seit Tagen Temperaturen um die 50 Grad Celsius. Die Luft flimmert, immer wieder kommt es zu Staubstürmen.

News zur Hitze in Europa von Dienstag, 19. Juli: WMO: Hitzewellen wie diese nun Teil des Klimas in Europa

21.23 Uhr: Hitzewellen wie die, die gerade Europa heimsucht, gehören fortan in den Sommermonaten zum normalen europäischen Klima - davon ist die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf überzeugt. "Solche Episoden werden immer häufiger, und der negative Trend wird noch bis mindestens 2060 anhalten, unabhängig von dem Erfolg unserer Klimaschutzbemühungen", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas am Dienstag. Es könne in Europa auch noch heißer werden. Aktuell rechnete die WMO mit einer Rückkehr zu für die Jahreszeit normaleren Temperaturen womöglich erst Mitte nächster Woche.

Regierungen müssten viel mehr für den Klimaschutz tun, sagte Taalas. "Ich hoffe, diese Ereignisse sind ein Weckruf für Regierungen, und dass sie in demokratischen Ländern Folgen bei den nächsten Wahlen haben." Die Klimaschutzbemühungen reichten bei Weitem nicht aus, um die Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen, wie die Länder es 2015 im Klimaabkommen von Paris beschlossen hatten, sagte Taalas: „Im Moment bewegen wir uns auf etwa 2,5 Grad Erwärmung zu.“

Lesen Sie auch: Waldbrände und Hitze: Was das Löschen so schwierig macht

London ruft Großschadenslage aus

18.29 Uhr: In London hatte die Feuerwehr mit etlichen heftigen Bränden zu kämpfen und rief eine Großschadenslage aus. Die Einsatzkräfte sprachen von "ungekannten Herausforderungen". Es seien laut Feuerwehr Dutzende Fahrzeuge zu zahlreichen Bränden geschickt worden, allein 30 zu einem Wiesenbrand im Osten der Stadt.

Erste Aufnahmen zeigen, dass das Feuer dort bereits auf mehrere Wohnhäuser übergegriffen hat. Laut BBC sind rund 175 Feuerwehrleute im Einsatz. Weitere 85 bekämpfen zwei Grasbrände im Süden der Stadt.

Klimadienst warnt vor hoher Ozonbelastung durch Hitze

16.21 Uhr: Der EU-Klimawandeldienst Copernicus hat angesichts der Hitzewelle in Europa vor einer gesundheitsschädlich hohen Ozonbelastung in großen Teilen Europas gewarnt. In den derzeitigen extrem heißen Tagen könne es auch im Nordwesten Europas zu Ozonwerten kommen, die als gefährlich für die Gesundheit gelten, hieß es in einer Mitteilung des Copernicus-Monitoringdienstes für die Erdatmosphäre.

In Südeuropa – etwa Portugal, Spanien und Italien – seien kürzlich bereits Werte von mehr als 200 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen worden. Das gilt als deutlich zu hoch für Menschen wie Umwelt. Dem Umweltbundesamt zufolge kann eine zu hohe Ozonkonzentration etwa zu Kopfschmerzen, Husten oder Tränenreiz führen. Bei körperlicher Anstrengung kann das Ozon auch tief in das Lungengewebe vordringen und dort Gewebe schädigen und Entzündungen hervorrufen.

Neue Rekordtemperatur in Großbritannien: 40,2 Grad

Die höchste jemals in Großbritannien gemessene Temperatur liegt nun bei 40,2 Grad. Der Wert wurde am Londoner Flughafen Heathrow gemessen. Das teilte der britische Wetterdienst, das Met Office, auf Twitter mit.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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