Ferres-Tochter

Lilly Krug nackt im Kino: "Ich habe nichts zu verbergen"

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Lilly Krug bei der Premiere von „Shattered – Gefährliche Affäre“ Mitte November in Berlin.

Lilly Krug bei der Premiere von „Shattered – Gefährliche Affäre“ Mitte November in Berlin.

Foto: imago

Berlin.  Veronica Ferres' Tochter Lilly Krug ist aktuell in ihrer ersten Hauptrolle im Kino zu sehen. So geht die 21-Jährige mit Nacktszenen um.

Als junge Schauspielerin eroberte Veronica Ferres (57) die deutsche Filmbranche, ihre Tochter Lilly Krug hat gleich den Schritt nach Amerika gewagt und spielt in der US-Produktion "Shattered" (jetzt im Kino) ihre erste Hauptrolle. Darin stürzt sie sich mit vollem Einsatz in eine wilde Thrillerhandlung.

Im Interview beweist die 21-Jährige, die kürzlich durch ihren gemeinsamen Auftritt mit ihrer Mutter bei "Wetten, dass..?" einem Millionenpublikum bekannt wurde, dass sie sich der Herausforderungen dieses Karriereplans voll bewusst ist. Wichtige Erkenntnisse dafür hat sie nicht nur von Veronica Ferres, sondern auch einer Besteigung des Kilimandscharo bekommen.

Sie treten in die Fußstapfen Ihrer Mutter, die auch Ihren produziert hat. Wie hat sie ursprünglich auf Ihre Schauspielpläne reagiert?

Lilly Krug: Als ich meiner Mama davon erzählt habe, hat sich mit mir hingesetzt und gesagt: "Es freut mich sehr, dass Du das tun willst. Ich möchte, dass du das machst, womit du glücklich wirst. Aber ich will dir auch von den negativen Seiten erzählen. Denn es wird viele Absagen geben, und die werden dir persönlich sehr nahe gehen." Auf jeden Fall hat sie mir die Entscheidung überlassen, was ich mit diesen ganzen Informationen anfange. Ihre Einstellung war: Wenn du diesen Weg gehen willst, dann unterstütze ich dich, und wenn du einen anderen wählst, gilt das Gleiche. Diese Freiheit war das größte Geschenk.

War Ihre Mutter dann beim Dreh einfach Produzentin oder kam das Private auch mit dazu?

Krug: Das ist total getrennt. Sobald man am Set ist, muss man diese Beziehungen in gewisser Weise loslassen. Da nimmt man nichts aus dem wirklichen Leben mit. Da gibt es eine klare Grenze.

Es geht ja bei Ihnen vorwärts, nachdem Sie mit Hollywoodstars wie John Malkovich oder Gerard Butler drehen konnten. Aber wie kommen Sie mit den unvermeidlichen Absagen klar?

Krug: Natürlich trifft es mich, wenn ich ein Projekt geliebt und es schon bis in die letzte Auswahlrunde geschafft hatte. Aber Enttäuschungen sind ganz wichtig, um sich weiterzuentwickeln. Ich sage mir "Ich habe diese Rolle nicht gekriegt. Wie kann ich mich verbessern, damit ich die nächste bekomme?" Absagen pushen mich weiter.

Und dieser konstruktive Umgang mit Enttäuschungen fällt Ihnen leicht?

Krug: Es kommen schon erst mal die Emotionen hoch. Aber dann gehe ich in die Natur und dort kann ich mich schnell beruhigen und mich fragen "Wie gehe ich jetzt damit um?". Es bringt mir nichts, auf meiner Enttäuschung herumzureiten. Lieber wandle ich sie so schnell wie möglich in etwas Neues um.

Dafür braucht man aber Durchhaltevermögen…

Krug: Ich bin vor ein paar Jahren mal auf den Kilimandscharo gestiegen. Und die Leute dort haben den Ausdruck "polepole", was so viel heißt wie "langsam, langsam". Das heißt: Man soll einfach einen Schritt nach dem anderen machen, dann kommt man nach oben. Ich bin eigentlich jemand, der relativ ungeduldig ist und am liebsten alles gleichzeitig macht. Aber von dieser Einstellung am Berg habe ich total viel gelernt. Du bewegst dich einfach vorwärts, und plötzlich hast du 20, 25 Kilometer geschafft. Du darfst nicht daran denken, wie schwer es ist, sondern machst einfach. Und egal, was du tust, du gibst 100 Prozent.

Diese Haltung wende ich auf alles im Leben an. Jede Rolle und jede zwischenmenschliche Beziehung erarbeite ich mir Schritt für Schritt. Nichts passiert im Sprint.

Manche Rollen bringen indes ganz spezifische Herausforderungen mit sich. Zu "Shattered" gehörten auch Nacktszenen. Wie gingen Sie damit um?

Krug: Es kommt immer darauf an, wie das umgesetzt wird. Ich hatte zu dem Regisseur des Films und seinem Kameramann eine sehr schöne Vertrauensbeziehung aufgebaut. Ich habe das also gemacht, weil ich wusste, dass das nicht aus dem falschen Blickwinkel gezeigt oder im Schnitt auf eine Art und Weise verändert wird, die ich nicht wollte. Das ist bei jedem Projekt verschieden. Wenn ich mich in einem Umfeld bewege, in dem ich mich gut aufgehoben fühle, und so eine Szene der Geschichte dient, dann bin ich offen. Aber wenn das Ganze Selbstzweck ist und ich mich dabei nicht wohlfühle, würde ich das nicht machen.

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Zum Umfeld Ihres Berufs gehört auch das Interesse von Medien und Öffentlichkeit. Wenn Sie beispielsweise auf Instagram etwas zu Ihrer Beziehung posten, dann sorgt das gleich für Schlagzeilen.

Krug: Um ehrlich zu sein, ich hatte es unterschätzt, wie sehr Leute auf das reagieren, was ich poste. Das ist auf jeden Fall etwas Neues für mich, andererseits bin ich nicht jemand, der etwas zu verbergen hat. Solange es die Leute interessiert, was ich mache, ist es schön, und weil sie daran teilnehmen wollen, freut es mich.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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