Schriftstellerin

Judith Kerr: Kinder- und Jugendbuchautorin ist tot

Die Autorin Judith Kerr wurde in Berlin geboren, lebte zuletzt in Großbritannien.

Die Autorin Judith Kerr wurde in Berlin geboren, lebte zuletzt in Großbritannien.

Foto: Mike Wolff, TSP / imago/tagesspiegel

London  Judith Kerr ist tot. Die Autorin wurde 95, sie hat in ihren Kinder- und Jugendbüchern auch die deutsche Nazi-Diktatur thematisiert.

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Die deutsch-britische Kinderbuchautorin Judith Kerr ist tot. Das teilte ihr Verlag in Großbritannien, Harper Collins, am Donnerstag mit. Kerr wurde 95 Jahre alt. Ihr Bestseller ist „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“.

Ann-Janine Murtagh vom Verlag erklärte, es sei die größte Ehre und das größte Privileg gewesen, Kerr mehr als ein Jahrzehnt zu kennen und zu veröffentlichen. Sie habe die Büros häufig besucht und ihre Bücher immer persönlich gebracht.

Judith Kerr floh 1933 mit ihrer jüdischen Familie aus Berlin

Geboren am 14. Juni 1923, floh sie als Neunjährige mit ihrer jüdischen Familie 1933 aus Berlin. Ihr Vater Alfred Kerr (1867-1948) war in der Weimarer Republik ein gefeierter Kritiker; die Nazis verbrannten seine Bücher.

Kerrs Erfahrungen flossen in das halb-autobiographische Kinder- und Jugendbuch „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ (1971) ein. Die Geschichte von Anne, die auf der Flucht ein rosa Plüschkaninchen in Berlin zurücklassen muss, wurde zum preisgekrönten Bestseller und zur Pflichtlektüre in deutschen Schulen.

1936 ließ sich die Familie in London nieder; Kerr absolvierte dort die Kunsthochschule. Nach dem Krieg war sie als Redakteurin für den Sender BBC tätig, wo sie ihren Mann, den britischen Fernsehautor Nigel Kneale, kennenlernte. Sie waren bis zu seinem Tod im Jahr 2006 verheiratet

Durchbruch mit Erstlingswerk „Der Tiger kommt zum Tee“

1968 schaffte Kerr den Durchbruch in Großbritannien mit ihrem Erstlingswerk „Der Tiger kommt zum Tee“; eine Kinderbuchserie um den exzentrischen Kater „Mog“ folgte. Weltweit verkaufte sie neun Millionen Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt wurden. Die leidenschaftliche Künstlerin und Autorin schrieb bis ins hohe Alter.

2016 erschien auf Deutsch „Ein Seehund für Herrn Albert“ angelehnt an ihren Vater, der ein verlassenes Robbenbaby aufzog, das er am Strand gefunden hatte.

Erst vor Kurzem ist der Autor und Satiriker Wiglaf Droste mit 57 Jahren gestorben. (ses/dpa)

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