Feiertags-Programm

Karneval und Fasching 2022 – Feiern in geordneten Bahnen

| Lesedauer: 4 Minuten
Karneval 2022: Das passiert in den Karnevalshochburgen

Karneval 2022: Das passiert in den Karnevalshochburgen

Auch 2022 steht die fünfte Jahreszeit wieder im Schatten der Pandemie. Doch dieses Jahr kann vereinzelt wieder gefeiert werden. Diese Regelungen gelten für Feiernde in Köln, Mainz und Co.

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Berlin  Karneval, Fasching und Fastnacht feiern die Narren im Jahr 2022 erneut unter Auflagen. Was steht vor Ort und im TV auf dem Programm?

Auch in diesem Jahr können die Narren und Jecken ihren Karneval, Fasching oder die Fastnacht nicht außer Rand und Band feiern – Behörden ahnden Verstöße gegen die an den Karnevalstagen geltenden Corona-Regeln mit harten Strafen.

"Wer sich den Regeln widersetzt, muss massiv bezahlen", sagte zum Beispiel Henriette Reker, Oberbürgemeisterin der Karnvelshochburg Köln, dem "Kölner Stadtanzeiger". Doch wie wird dann gefeiert, wie gehen andere Städte mit den närrischen Tagen um und welche Sendungen laufen im Fernsehen? In unserem Überblick lesen Sie das Wichtigste zur fünften Jahreszeit.

Karneval und Fasching 2022: Gibt es Umzüge?

In Köln und auch in Düsseldorf wird es dieses Jahr keine Karnevalsumzüge im Stadtgebiet geben. Stattdessen veranstaltet die Domstadt den Rosenmontagszug im RheinEnergie-Stadtion, im Anschluss sollen die Wagen mit den kritisch-ironischen Motiven an zwölf Orten in der Stadt ausgestellt werden.

Beide Städte haben das Stadtgebiet zur sogenannten "Brauchtumszone" erklärt. Für alle Feiernde gilt die 2G-plus-Regel, was bedeutet, dass man als Gast genesen, geboostert oder zweifach geimpft mit negativem Test sein muss. Bühnen und Bierwagen sind in diesem Bereich untersagt, außerdem sollen in Düsseldorf Gastronomen ihre Terrassen nicht öffnen und mit Musik beschallen.

Auch in Mainz fällt der Straßenkarneval, wie man ihn kennt, dieses Jahr aus. Am Wochenende vom 24. bis 27. Februar werde es keine "Veranstaltungen mit Straßenfastnachtscharakter" geben, wie es seitens der Stadt und des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) hieß.

Karnevalswagen: Welche Motive wird es geben?

Klimakrise, ein neuer Kanzler, und die Corona-Pandemie: Der Kölner Karneval spießt auch in dem abgespeckten Zug aktuelle Themen auf. Vorab gewährte das Festkomitee einen Blick auf 20 Persiflagewagen, die an Rosenmontag gezeigt werden. Russlands Präsident Putin hämmert sich da wie ein Kind eine neue Sowjetunion zusammen. Weißrusslands Machthaber Lukaschenko zeigt Wolfszähne und knüppelt die Demokratiebewegung nieder. Um Alt-Kanzlerin Angela Merkel darzustellen, genügt ihre charakteristische Geste, die Raute.

Bissig bilden die Wagenbauer auch den Konflikt in den Unionsparteien im Bundestagswahlkampf ab: CSU-Chef Markus Söder schwingt als Steinzeitmensch die Keule, den K.o.-geschlagenen damaligen Kanzlerkandidaten Armin Laschet schleift er hinter sich her. Kanzler Olaf Scholz lässt nach Ansicht der Karnevalisten Führung vermissen, in der Ukraine-Krise oder bei Corona. Gezeigt wird ein Schattenriss des Politikers vor dem Kanzleramt.

Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Kölner Erzbistum greift der Wagen "Schweinepriester vor dem Herrn" auf. Ein Wagen mit einer riesigen Pistole gilt Impfgegnern, die "mit ihrer Impfverweigerung die Inzidenzen durch die Decke treiben", so das Festkomitee.

Karneval im Fernsehen: Welche Sendungen laufen?

Der WDR steigt am Rosenmontag, den 28.2., bereits um 8.40 Uhr ins Programm ein: "Rosenmontag in Köln: Der ausgefallenste Zoch" zeigt eine Wiederholung des Rosenmontagszuges 2021. Um 09.45 Uhr schaltet der WDR dann live in die Sendung "Der etwas andere Rosenmontagszug 2022 - Live aus Köln".

Am Rosenmontag zeigt das SWR-Fernsehen um 20.15 Uhr die Sendung "Mumbach Mumbach Täterä – Das Beste der Mombacher Bohnebeitel 2011 – 2020". Die wohl bekannteste Fernsehsitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" wird am Freitag, den 25. Februar, im ZDF ausgestrahlt.

Abgesagte Feiern: Wie hoch ist der wirtschaftliche Schaden?

Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dürften die Einbußen mit bis zu 1,62 Milliarden Euro sogar noch höher ausfallen als im Vorjahr. Auch der Import von Karnevalsartikeln lag zuletzt deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

"Karneval kann immer noch nicht so stattfinden wie vor Corona: Die meisten Sitzungen sind abgesagt oder stark eingeschränkt, viele Jecken von außerhalb bleiben den Karnevalshochburgen fern", erklärten die IW-Experten. Omikron überlagere die Feierlaune.

Unter normalen Bedingungen hätte die Wirtschaft laut IW mit Getränken, Hotelübernachtungen und Kostümen rund 1,79 Milliarden Euro eingenommen. Dieses Jahr werde nur ein Bruchteil dieser Summe erreicht.

Mit über 40 Prozent des Gesamtumsatzes fallen die größten Ausfälle nach Einschätzung des IW wieder bei Gastronomen und Hoteliers an, direkt danach folgen Einzelhändler mit einem Anteil von rund 20 Prozent am Gesamtumsatz. Bei ihnen sind vor allem Kostümverkäufer betroffen. Hinzu kommen Ausfälle im Transportsektor, beim Ticketverkauf und weiteren Dienstleistungen. (les/dpa)

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