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Mallorca: Seniorin mit Sehbehinderung am Flughafen vergessen

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Mallorca: Das ist die Lieblingsinsel der Deutschen

Mallorca: Das ist die Lieblingsinsel der Deutschen

Vier Millionen Deutsche fliegen jedes Jahr auf Mallorca. Die Geschichte der Lieblingsinsel der Deutschen.

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Berlin.  Eine Seniorin mit Behinderung wurde am Flughafen in Mallorca "vergessen". Die Familie der 86-Jährigen hat Beschwerde eingereicht.

Mallorca ist für viele Deutsche das Reiseziel schlechthin. Gerade im Sommer starten und landen täglich viele Flieger nach und von Deutschland am Flughafen der Balearen-Insel. Für eine 86-jährige Reisende mit starker Sehbehinderung wurde die Rückreise von der Ferieninsel in die Heimat allerdings zum Albtraum.

Die Familie der Frau ist nach Mallorca ausgewandert und besuchte die Seniorin in Deutschland. Anschließend nahmen sie die ältere Dame für ihren Urlaub mit auf die Insel, berichtet die "Mallorca Zeitung". Auf dem Rückflug sollte der Begleitservice für Personen mit Behinderung die Rentnerin bis zu ihrem Sitzplatz in einem Flugzeug des Billigfliegers Ryanair begleiten. "Wir haben sie zum Flughafen gebracht. In Deutschland hätte sie meine Schwiegermutter abgeholt", erzählt die Tochter der älteren Dame der "Mallorca Zeitung".

Frau am Flughafen von Mallorca "vergessen": Anfangs lief noch alles gut

Anfangs sei am Flughafen noch alles gut gelaufen, berichtet die Tochter. Ihre Mutter sei zu einer separaten Sicherheitskontrolle für Menschen mit Behinderung gebracht und von dort zum Gate begleitet worden. Weil sie ihre Mutter in guten Händen wähnte, sei sie wieder nach Hause gefahren.

Danach soll das Chaos allerdings seinen Lauf genommen haben. Auslöser war demnach ein Streik des Ryanair-Kabinenpersonals, wegen dem es auf vielen Flugverbindungen von der Insel zu Verspätungen kam. Die Mutter der sehbehinderten Seniorin erzählt, ihrer Mutter habe sich eine halbe Stunde nach der geplanten Abflugszeit ihres Fliegers um 10.30 Uhr zum ersten Mal bei ihr gemeldet und berichtet, dass sie keine Informationen vom Flughafenpersonal bekommen hätte. Und das sei nicht nur einmal vorgekommen: "Dieser Vorgang wiederholte sich in den nächsten Stunden noch drei mal", erklärte die Tochter der "Mallorca Zeitung".

Mallorca: Personal vergisst Seniorin mit Behinderung im Warteraum

Um 14 Uhr sei der Tochter in einem Telefonat mitgeteilt worden, dass ihre Mutter auf einen Flug um 18.05 Uhr umgebucht worden sei. Doch damit nicht genug. "An einem gewissen Punkt hat der Begleitservice meine Mutter erst einmal in einem separaten Raum geparkt", berichtet die Tochter. Sie dachte, die Umbuchung sei wegen des Streiks erfolgt. Doch weit gefehlt: "Man hatte meine Mutter im Wartesaal vergessen".

Dabei soll auf der Bordkarte der Seniorin sogar der Hinweis gestanden haben, dass die Frau eine Behinderung habe und bis zum Sitzplatz im Flugzeug geführt werden müsse.

Tochter reicht Beschwerde gegen Ryanair ein

Die Tochter der Seniorin sei daraufhin wieder zum Flughafen gefahren, um bei ihrer Mutter zu sein. "Sie hatte für die ganze Wartezeit gerade einmal eine kleine Flasche Wasser und eine Tüte Cracker bekommen", berichtet die Tochter der "Mallorca Zeitung". Sie hat deshalb eine Beschwerde bei Ryanair eingereicht.

Auch der spätere Flug der alten Dame habe die Ferieninsel erst mit zweistündiger Verspätung verlassen. "Wir sind um 6 Uhr morgens aufgestanden, und meine Mutter war um Mitternacht in Deutschland", erzählt die Tochter. Wenigstens habe es beim zweiten Flug keine Probleme mit der Begleitung zum Platz gegeben.

Ryanair: Ein anderer Dienstleister ist verantwortlich

Ryanair hat sich gegenüber unserer Redaktion zu dem Vorgang geäußert und bedauert, was der Seniorin passiert ist. Der Begleitservice im Flughafen von Palma werde jedoch von einem anderen Dienstleister zur Verfügung gestellt. Die Airline zeigte sich enttäuscht, dass das Unternehmen seiner Verantwortung nicht nachgekommen sei und die Passagierin daraufhin ihren Flug verpasst habe. "Als Geste des guten Willens haben wir sie kostenlos auf einen späteren Flug am gleichen Tag umgebucht", so eine Ryanair-Sprecherin.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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