Corona-Pandemie

Nach Merkel-Absage: Trump will Putin zu G7-Gipfel einladen

Merkel reist nicht zu G7-Gipfel nach Washington

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird nach derzeitigem Stand der Einladung von US-Präsident Donald Trump zu einer persönlichen Teilnahme am G7-Gipfel im Juni in Washington nicht folgen. Hintergrund ist die Corona-Pandemie.

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Washington.  US-Präsident Trump hält am G7-Gipfel in den USA fest – trotz Corona-Krise. Nachdem Kanzlerin Merkel absagte, meldet sich Trump erneut.

Erst sagte ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Teilnahme am G7-Gipfel „Stand heute“ wegen der Corona-Krise in den USA ab, nun will US-Präsident Donald Trump das Treffen der wichtigsten Staats- und Regierungschefs auf September verschieben. Zudem will Trump die Konferenz unter anderem um den russischen Präsidenten Wladimir Putin erweitern.

Er habe nicht das Gefühl, dass die „sehr veraltete Gruppe“ der sieben großen Industriestaaten das Geschehen auf der Welt richtig abbilde, sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) nach Angaben mitreisender Journalisten auf dem Flug von Cape Canaveral nach Washington.

Trump erklärte, er wolle Russland, Südkorea, Australien und Indien zu dem Treffen im September einladen. Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte, damit würden traditionelle Verbündete zusammengebracht, um über den Umgang mit China zu diskutieren.

Coronavirus-Krise: Trump macht China schwere Vorwürfe

Trump wirft China vor, die Ausbreitung des Coronavirus nicht verhindert zu haben. Zur „Gruppe der Sieben“ gehören neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan. Am Samstag hatte ein Sprecher der Bundesregierung erklärt, dass Kanzlerin Merkel derzeit nicht am derzeit für Ende Juni geplanten G7-Gipfel in den USA wegen der dortigen Corona-Krise teilnehmen wolle.

Man wolle die Entwicklung der Pandemie aber weiter im Blick behalten. Die US-Hauptstadt Washington und ihr Großraum sind jüngsten Daten zufolge proportional besonders von Corona-Infektionen betroffen.

G7-Gipfel in den USA: Erst wollte Trump eine Videokonferenz – dann doch nicht

Das Weiße Haus hatte im März erklärt, wegen der Corona-Pandemie könne der für Juni geplante G7-Gipfel nicht in Trumps Landsitz Camp David abgehalten werden, sondern müsse durch eine Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industriestaaten ersetzt werden. Vor gut einer Woche erklärte Trump dann, da sein Land sich bereits von der Pandemie erhole, könne das Gipfeltreffen doch stattfinden. Zunächst nannte er Camp David als Gipfelort, dann erklärte er, das Treffen solle „in erster Linie“ im Weißen Haus in Washington stattfinden.

Mehr als 100.000 Corona-Tote in den USA
Mehr als 100.000 Corona-Tote in den USA

Ein Gipfel mit persönlicher Teilnahme der Staats- und Regierungschefs wäre „ein großartiges Zeichen der Normalisierung aller“, erklärte Trump. Merkel und andere G7-Staats- und Regierungschefs reagierten damals allerdings zurückhaltend.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Dort wurden bereits mehr als 1,7 Millionen Infektionen nachgewiesen, mehr als 102.000 Infizierte starben. Trump wird vorgeworfen, das neuartige Coronavirus unterschätzt und unzureichend reagiert zu haben.

(phb/dpa/afp)

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