Corona-Vakzin

Moderna: Wirksamkeit, Nebenwirkungen – Alles zum Impfstoff

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Ein Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Moderna steht neben Spritzen.

Ein Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Moderna steht neben Spritzen.

Foto: Rogelio V. Solis/AP/dpa

Berlin.  Der Corona-Impfstoff von Moderna basiert auf der mRNA-Technologie. Wirksamkeit, Nebenwirkungen, Booster: Lesen Sie hier alle Infos.

  • Zu den vier in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen zählt auch das Vakzin der Firma Moderna
  • Es basiert auf der mRNA-Technologie und zeichnet sich durch eine hohe Wirksamkeit und vergleichsweise geringe Nebenwirkungen aus
  • Das sind die wichtigsten Infos zum Impfstoff von Moderna

Mehr als zehn Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs hat der Pharmakonzern Moderna inzwischen nach Deutschland geliefert. Mehrere Millionen Menschen wurde das Moderna-Vakzin hierzulande in den vergangenen Monaten verabreicht. In der EU ist das US-amerikanische Präparat seit Januar zugelassen. Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen zu dem Impfstoff gegen das Coronavirus.

Moderna: Wie wirksam ist der Impfstoff?

Ende November 2020 teilte das US-Unternehmen Moderna mit, dass sein Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent besitze. Dies sei zwei Wochen nach der zweiten Dosis gemessen worden.

Mittlerweile wurden die Angaben angepasst: So schütze das Mittel zu 90 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung und zu 95 Prozent vor einem schweren Verlauf. Der Grund für die gesunkene Wirksamkeit ist nicht bekannt. Dennoch handelt es sich um den wirksamsten Wirkstoff nach dem Vakzin von Biontech-Pfizer.

Lesen Sie auch: Corona: Wann gilt ein Impfstoff eigentlich als "wirksam"?

Wie lange hält der Impfschutz von Moderna an?

Noch ist nicht endgültig klar, wie lange der Corona-Impfstoff vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützt. Studien zeigen aber, dass der Impfschutz nach einiger Zeit nachlässt. Das ist bei fast allen Vakzinen so und daher nicht verwunderlich. Um dauerhaft geschützt zu sein, ist eine Auffrischungsimpfung, ein sogenannter Booster, nötig.

Moderna: Wann ist eine dritte Impfung möglich?

Eine Booster-Impfung soll den durch die Grundimmunisierung hervorgerufenen Impfschutz auf Dauer aufrechterhalten. Sinnvoll ist sie daher erst, wenn der Schutz nachlässt. Wann genau das der Fall ist, ist derzeit noch nicht endgültig erforscht. Dennoch ist aktuell sechs Monate nach der Zweitimpfung (bzw. der einzigen Impfung bei Johnson und Johnson) eine Booster-Impfung möglich. Lesen Sie auch: Booster-Impfung – Für wen die Auffrischung schon früher möglich ist

Endgültig geklärt ist aktuell noch nicht, wer eine Booster-Impfung erhalten sollte. Während das Gesundheitsministerium die Auffrischung für alle Menschen ermöglichen will, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) sie derzeit nur bestimmten Personengruppen.

Booster: Welchen Impfstoff erhält man nach einer Zweitimpfung mit Moderna?

Verschiedene Studien haben Belege dafür geliefert, dass bei einer Booster-Impfung eine sogenannte Kreuzimpfung besonders wirksam ist. Wer bei den ersten beiden Impfungen mit Moderna immunisiert wurde, sollte als Booster daher das Vakzin von Biontech erhalten.

Welche Nebenwirkungen sind nach einer Impfung mit Moderna möglich?

Der Konzern Moderna gibt an, dass sein Corona-Impfstoff in Studien in der Regel gut verträglich gewesen sei. Die Nebenwirkungen wurden als leicht oder mäßig eingestuft. Schwerere Nebenwirkungen nach der zweiten Corona-Impfung seien nur von "kurzer Dauer" gewesen. Meist handelte es sich um:

  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Fieber (selten)
  • Allergische Reaktion (sehr selten)

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Moderna: Wie lange halten die Nebenwirkungen an?

Nebenwirkungen, auch als Impfreaktionen bezeichnet, sind meist nur von kurzer Dauer. Da besonders allergische Reaktion unmittelbar nach der Impfung auftreten, müssen Geimpfte nach Verabreichung des Vakzins teilweise eine halbe Stunde unter Beobachtung im Impfzentrum oder beim Arzt bleiben. Halten Beschwerden über einen längeren Zeitraum an, sollte man seinen Hausarzt aufsuchen. Langzeitfolgen sind nach einer Impfung nahezu ausgeschlossen.

Um was für einen Impfstoff handelt es sich bei Moderna?

Bei Moderna handelt es sich um einen genbasierten Impfstoff, einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Dabei steht das "m" für "messenger" und "RNA" für ribonucleic acid (Ribonukleinsäure). Die Wirkstoffe von Biontech-Pfizer und Curevac zählen ebenfalls zu den mRNA-Impfstoffen.

Bei der Impfung erhält der Körper genetisches Material des Virus, eine Art Bauplan in Form von RNA. Auf diese Weise werden Virusproteine nachgebaut, worauf schließlich das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern reagiert. Es ist das erste Mal, dass Impfstoffe dieser Art in der Humanmedizin verwendet werden.

Impfung mit Moderna: Ab wann ist der Schutz gegeben?

Nach offiziellen Angaben des Pharmaunternehmens Moderna soll der Wirkstoff etwa 14 Tage nach der ersten Dosis einen gewissen Schutz vor Corona bieten. Genaue Angaben gibt es dazu jedoch nicht. Zu der Frage, ob sich Geimpfte bereits nach der ersten Dosis auf einen Schutz verlassen können, antwortete das Robert Koch-Institut: "Der Schutz setzt nicht sofort nach der Impfung ein." Es brauche eine gewisse Zeit, bis der Impfschutz aufgebaut wird. Der volle Impfschutz ist bei mRNA-Impfstoffen wie Moderna erst nach der zweiten Dosis gegeben.

Wie muss das Vakzin gelagert werden?

Nach Angaben des Konzerns ist das Vakzin bei einer Lagerung von minus 20 Grad etwa sechs Monate haltbar. Bei zwei bis acht Grad reduziert sich die Haltbarkeit auf 30 Tage und bei Raumtemperatur auf bis zu zwölf Stunden.

Können Geimpfte andere mit Corona anstecken?

Die Impfung verringert das Risiko, sich mit Corona zu infizieren, deutlich. Allerdings sind Infektionen dennoch möglich – Geimpfte können den Erreger dann auch an andere weitergeben. Da Infizierte dank der Impfung oft keine Symptome haben, ist das Risiko, andere unwissentlich anzustecken besonders hoch. Daher sollten sich auch Geimpfte an die geltenden Hygiene-Regeln halten.

Mehr zum Thema: Neue Studie – So ansteckend sind infizierte Geimpfte

Moderna: Wie häufig kommt es zu Impfdurchbrüchen?

Wenn sich Geimpfte mit Corona infizieren, spricht man von einem Impfdurchbruch. Dieser kann nicht ausgeschlossen werden, da kein Impfstoff einen vollständigen Schutz bietet. Allerdings verringert die Immunisierung das Risiko einer Infektion deutlich. Zudem kommt es bei einer Infektion seltener zu schweren Verläufen – Todesfälle gibt es bei Geimpften ohne Vorerkrankungen kaum.

Wie lange muss man bei Moderna bis zur zweiten Impfung warten?

Zwischen der ersten und der zweiten Corona-Impfung sollte ein gewisser Abstand eingehalten werden. Nur so kann die Impfung ihre volle Wirkung entfalten. Bei Moderna beträgt der Zeitraum vier bis sechs Wochen.

Wirkt der Impfstoff von Moderna auch gegen die Delta-Variante?

Alle in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe schützen laut Robert-Koch-Institut (RKI) vor den Virusmutationen. Generell lassen sich mRNA-Impfstoffe schnell und gut anpassen, sollten sie gegen vorherrschende Mutanten nicht wirksam sein.

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