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Mogelpackungen: Wie Aldi, Lidl und Co. Kunden austricksen

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Skandale der Lebensmittelindustrie

Skandale der Lebensmittelindustrie

Vier Skandale der Lebensmittelindustrie aus den vergangenen Jahren.

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Berlin.  Auf den ersten Blick scheinen die Produkte günstig zu sein. Doch die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor verstecken Preiserhöhungen.

Der Preis bleibt gleich, doch der Packungsinhalt schrumpft. Normalerweise kennt man dieses Phänomen der Mogelpackung bei Herstellern von Markenartikeln. Shrinkflation nennt man das Verkleinern der Portionen bei gleichem Preis.

Doch angesichts steigender Energie- und Lebensmittel wird die Masche zunehmend auch von Supermärkten und Discountern genutzt, um die eigentlich günstigeren Eigenmarken zu verteuern. Das berichtet die Verbraucherzentrale Hamburg.

Demnach haben sich in den letzten Wochen vermehrt Kundinnen und Kunden über versteckte Preiserhöhungen bei Handelsmarkenprodukte beschwert. Die Zahl der Hersteller, die diesen Trick anwenden, habe sich verdoppelt.

Die Verbraucherzentrale nennt einige Beispiele, bei denen weniger in der Packung drin ist, aber der Preis gleichgeblieben ist.

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Mogelpackungen: Bei diesen Lebensmitteln tricksen die Discounter

Zur Mogelpackung des Monat kürt der Verein Lammsteaks der Marke „Jack’s Farm“ von Aldi Nord und Aldi Süd. Der Hersteller hat das Produkt von 400 nur auf 300 Gramm verkleinert. Der Preis bleibt mit 6,99 Euro aber unverändert.

Den Packungsinhalt der Grünen-Tee-Sorte „Westminster“ hat Aldi Nord in einigen Regionen vorübergehend von 250 auf 150 Gramm verringert. Auch den Preis hat der Discounter von 2,59 Euro auf 1,89 Euro gesenkt. Was Kundinnen und Kunden wohl nicht mitbekommen haben: Durch den Trick ist der Tee um 22 Prozent teurer geworden.

Nächstes Beispiel: das Getränk „Bitter Lemon“ von Penny. Aktuell steht die 1-Liter-Flasche für 49 Cent im Regal. Zuvor soll sie 59 Cent gekostet haben, habe aber auch einen halben Liter mehr umfasst, teilt die Verbraucherzentrale mit. Somit müssten Kunden 25 Prozent mehr für das Produkt bezahlen.

Die „Naturgut Bio Holzofen-Pizza“ mit Mozzarella, Spinat & Feta von Penny kostet mittlerweile 2,99 Euro und ist um 50 Cent teurer geworden. Gleichzeitig sank das Gewicht der Pizza von 460 auf 410 Gramm. Der Preis ist auf diese Weise um 35 Prozent gestiegen.

Auch Netto hat bei einem Produkt seiner Eigenmarke den Preis heimlich erhöht. Seit Februar verkauft der Discounter seinen „Olivano’s Linsen-Bulgursalat Pikant“ in einer 200-Gramm-Dose. Zuvor betrug der Inhalt 250-Gramm. Die Dose kostet mittlerweile 99 Cent, statt der ursprünglichen 89 Cent. Für Verbraucher bedeutet das eine versteckte Preiserhöhung von 39 Cent. (lgr)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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