Australien

Notstand in Australien: Koalas sterben bei Buschbränden

Buschbrände: New South Wales und Queensland rufen Notstand aus

Seit Tagen wüten im Osten Australiens schwere Brände.

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Sydney.  In der Hauptstadt des Bundesstaats Queensland wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. Die Feuer bedrohen auch die heimischen Tiere.

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Der Osten Australiens wird derzeit von schweren Buschbränden heimgesucht. Besonders New South Wales ist betroffen. Bei der Bekämpfung der Feuer werden nun alle Register gezogen.

Wegen der seit Tagen wütenden Buschbrände in Australien hat der östliche Bundesstaat New South Wales für diese Woche den Notstand ausgerufen. Am Mittwoch haben die Behörden nun auch für viele Gemeinden an der Ostküste, die auch bei Touristen beliebt sind, Evakuierungen angeordnet. Für die Gemeinde Noosa North Shore, der Hauptstadt des Bundesstaates Queensland, galt sogar die höchste Warnstufe. Das bedeutet, dass diese Gegend umgehend evakuiert werden muss.

Ebenfalls in Queensland verunglückte ein Löschhubschrauber beim Einsatz gegen Buschbrände in Pechey, wie der australische Sender ABC berichtete. Den Angaben nach überlebte der Pilot den Absturz mit leichten Verletzungen. Auch in Pechey galt der Aufruf zur sofortigen Räumung. In ganz Queensland brannten am Mittwoch vier Buschfeuer als Notfall auf höchster Gefahrenstufe, darunter jenes in Noosa.

Besonders Koalas von Buschbrände in Australien bedroht

„Durch die katastrophalen Wetterbedingungen können sich die Dinge sehr schnell verändern“, sagte die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Bundesstaates am Montag in Sydney. Die Brände sind für Menschen und Tiere zu einer Gefahr geworden. Vor allem viele Koalas sind verbrannt – die Tiere können oft nicht schnell genug den Flammen entkommen.

„Halten Sie sich um Gottes Willen vom Buschland fern“, warnte sie die Menschen in der Region. Besonders am Dienstag solle es sehr heiß werden, zudem rechne man mit heftigen Winden. Eine Notstandserklärung ermöglicht es der Feuerwehr, alle staatlichen Ressourcen zu mobilisieren sowie Evakuierungen zu organisieren.

Bei Dutzenden Buschbränden im Osten des Landes sind seit vergangener Woche mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Rund 100 weitere wurden verletzt, darunter 20 Feuerwehrleute. Mehr als 150 Häuser und Wohnungen wurden von den Flammen beschädigt. Mindestens 40 Schulen wurden bereits geschlossen. Bisher ist den Behörden zufolge eine Fläche von knapp einer Million Hektar Land betroffen.

Feuer in Australien: Pandas verbrennen sitzend in den Bäumen

Zudem kamen seit Ende Oktober abertausende Tiere ums Leben. Die Zahlen zur Koala-Population sind alarmierend. Allein im Naturschutzgebiet Lake Innes in New South Wales kamen nach Schätzungen der Behörde zum Schutz der Koalas (Koala Conservation Australia) 350 von insgesamt etwa 600 Tieren in der Flammenhölle ums Leben.

Die Präsidentin des Verbandes, Sue Ashton, sagte dem „Sydney Morning Herald“ am Montag: „Wir glauben, dass die meisten der Tiere verbrannt sind – es ist eine riesige Feuerbestattung, wie in einem Krematorium. Sie verbrennen in den Bäumen sitzend.“

40 bis 60 Brände in der Region sind derzeit außer Kontrolle

Nach Angaben der Feuerwehr sind 40 der 60 Brände in der Region derzeit außer Kontrolle. Für die Anwohner der Brandgebiete könne dies „die gefährlichste Buschfeuerwoche sein, die dieses Land je gesehen hat“, sagte der Minister für die Rettungsdienste in New South Wales, David Elliott, am Montag. Auch der Großraum Sydney sowie das Weinanbaugebiet Hunter Valley rund 250 Kilometer nördlich und die Region Illawarra-Shoalhaven 200 südlich der Metropole sind bedroht.

Im Nachbarstaat Queensland wurden seit vergangener Woche mindestens vier Häuser und Wohnungen von den Flammen zerstört. Am Montag wurden von der Feuerwehr 47 Brände gezählt. In einigen Teilen des Bundesstaates wurde ebenfalls der Notstand ausgerufen. Auch hier soll die Feuergefahr am Dienstag besonders hoch sein.

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