Academy Awards

Oscars 2018: Welches Werk wird als „Bester Film“ geehrt?

Mildred (Frances McDormand) will endlich wissen, wer ihre Tochter ermordet hat: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist in der Kategorie „Bester Film“ nominiert.

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Mildred (Frances McDormand) will endlich wissen, wer ihre Tochter ermordet hat: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist in der Kategorie „Bester Film“ nominiert. Foto: - / dpa

Los Angeles  Neun Werke sind für den Oscar als „Bester Film“ nominiert. Ein Märchen mit Horror-Elementen führt das Feld mit 13 Nominierungen an.

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Sie gelten als die wichtigsten Filmpreise der Welt: Wenn in der Nacht zu Montag die Oscars zum 90. Mal vergeben werden, können die Macher von neun Filmen auf die höchste Ehre, den Academy Award in der Kategorie „Bester Film“ hoffen.

Das sind die Nominierten:

• „Shape of Water – das Flüstern des Wassers“: In dem romantischen Märchen mit Horror-Elementen wird ein fabelhaftes Wasserwesen in einem geheimen US-Labor untersucht. Die stumme Putzfrau Elisa fühlt eine Verbindung zu der Kreatur – und verliebt sich schließlich in sie. Allerdings droht großes Unheil, wenn Elisa nicht alles riskiert, um das Wesen zu retten. Der Film ist für 13 Oscars nominiert und führt damit das Feld an. Der Mexikaner Guillermo del Toro könnte auch in der Kategorie „Beste Regie“ gewinnen.

• „Die Verlegerin“: Kino-Legende Steven Spielberg nimmt die wahre Geschichte der geleakten „Pentagon Papers“ zum Anlass, ein Plädoyer für die Pressefreiheit auf die Leinwand zu bringen. Schauspiel-Superstar Meryl Streep (zum 21. Mal nominiert!) gibt Kathrine Graham, die Verlegerin der „Washington Post“, die Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre noch eine Lokalzeitung war. Dann wird der Zeitung eine geheime Regierungsstudie über den Vietnam-Krieg zugespielt: Mit Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) entscheidet Graham, die Regierungsgeheimnisse zu veröffentlichen – gegen den heftigen Druck aus dem Weißen Haus von Präsident Richard Nixon.

• „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“: Die drei Plakatwände vor dem Städtchen Ebbing im US-Bundesstaat Missouri, die den sperrigen Titel von Martin McDonaghs Film ausmachen, nutzt die verzweifelt trauernde Mutter Mildred (Frances McDormand, ebenfalls für einen Oscar nominiert), um dem Polizeichef (Woody Harrelson, auch nominiert) Feuer unterm Hintern zu machen. Mildreds Tochter ist vor Monaten vergewaltigt und ermordet worden, doch die Polizei hat keine Spur vom Täter. Die Anklage via Plakatwand bringt Unruhe in das verschlafene Kaff. Das Drama ist für sieben Oscars nominiert.

• „Dunkirk“: Insgesamt für acht Oscars ist Christopher Nolans Kriegsfilm nominiert. Er erzählt von der „Operation Dynamo“, bei der im Zweiten Weltkrieg britische Soldaten bei der Schlacht von Dünkirchen von deutschen Truppen eingekesselt waren. Mit der bis dahin größten militärischen Rettungsaktion wurde das britische Expeditionskorps befreit. Nolan könnte auch den Oscar für die beste Regie gewinnen.

• „Die dunkelste Stunde“: Zur gleichen Zeit wie „Dunkirk“ spielt das Historiendrama von Joe Wright, das von den ersten Wochen Winston Churchills als britischer Premierminister erzählt. Gary Oldman ist für seine Darstellung des legendären Politikers für einen Oscar nominiert: Er zeigt, wie Churchill in jenen Wochen an vielen Fronten kämpfen musste.

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Roter Teppich für die Oscars ausgerollt

• „Der seidene Faden“: Im London der 50er spielt Paul Thomas Andersons Drama um den Modedesigner Reynolds Woodcock, der sein Geschäft mit seiner Schwester betreibt und sich in eines seiner Modelle verliebt. Daniel Day-Lewis spielt den Stoffkünstler; es ist möglicherweise seine letzte Rolle, er wolle nicht mehr als Schauspieler arbeiten, hat er vor einigen Monaten erklärt. Sowohl Day-Lewis (Bester Hauptdarsteller) als auch Anderson (Beste Regie) sind für Oscars nominiert.

• „Lady Bird“: Die 17-jährige Christine (Soairse Ronan, ebenfalls für einen Oscar nominiert) ist an der Grenze zwischen Mädchen und Frau, an der Grenze zwischen Schülerin zu Studentin, an der Grenze vom Tochtersein zum Loslösen von der Mutter. Greta Gerwig hat den Coming-of-Age-Film „Lady Bird“ geschrieben und in Szene gesetzt: Sie ist erst die fünfte Frau in der Geschichte der Oscars, die für einen Regie-Oscar nominiert ist. Nur eine Frau hat bisher einen Academy Award in dieser Kategorie gewonnen – Kathryn Bigelow 2010 für ihr Kriegsdrama „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“.

• „Call Me By Your Name“: Eine weitere Geschichte vom Erwachsenwerden erzählt Luca Guadagnino. In seinem romantischen Drama geht es um den 17-jährigen Elio, der sich in den Ferien in Italien in den sieben Jahre älteren Oliver verliebt.

• „Get Out“: Als einen sozialkritischen Horrorfilm bezeichnet Regisseur, Autor und Produzent Jordan Peele seinen Debütfilm „Get Out“. Darin erzählt er die Geschichte des Afroamerikaners Chris, der mit seiner weißen Freundin Rose einen Wochenend-Ausflug macht, um deren Eltern kennenzulernen. Chris kommt einiges komisch vor – und dann macht er eine furchtbare Entdeckung. Peeles Film war ein Überraschungserfolg: Produziert mit einem Budget von 4,5 Millionen Dollar spielte er weltweit rund 255 Millionen Dollar ein. Der Filmemacher könnte auch Oscars für die beste Regiearbeit und das beste Drehbuch gewinnen.

• „Mudbound“: Die Filmemacherin Dee Rees erzählt die Geschichte einer weißen und einer schwarzen Familie, die sich im Mississippi Delta Farmland teilen und deren Leben durch brutalen Hass zwischen den Bevölkerungsgruppen aus den Fugen gerät. Unter anderem sind Carey Mulligan, Jason Clarke und Mary J. Blige (ebenfalls nominiert) in Hauptrollen zu sehen. „Mudbound“ läuft nicht im Kino, sondern beim Streamingdienst Netflix. Die Kamera führte Rachel Morrison: Sie ist die erste Frau, die in der Kategorie „Beste Kamera“ nominiert ist.

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