Eklat

Polizisten pinkeln vor Haus von mutmaßlichem Gefährder

Die Frankfurt Polizei hat Ärger mit Beamten, die nach einer Feier vor das Haus eines mutmaßlichen Gefährders zogen – und sich dort erleichterten.

Die Frankfurt Polizei hat Ärger mit Beamten, die nach einer Feier vor das Haus eines mutmaßlichen Gefährders zogen – und sich dort erleichterten.

Foto: Ralph Peters / imago/Ralph Peters

Berlin  Die Frankfurter Polizei hat einen neuen Eklat: Zwei Beamte sollen vor dem Haus eines Gefährders uriniert haben. Das zeigt ein Video.

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Zunächst war es bloß ein feuchtfröhlicher Abend: Sechs Frankfurter Polizisten feierten den Abschied von zwei Kollegen in einer Gaststätte. Doch das reichte ihnen offenbar nicht als Programm. Nächster Treffpunkt: das Haus eines mutmaßlichen Gefährders. Die Aktion: Wildpinkeln.

Wie ein Sprecher der Polizei der „Frankfurter Rundschau“ bestätigte, hätten zwei der sechs Beamten vor das Haus uriniert. Weil sie von der Videoüberwachung wussten, hätten sie zwar versucht, sich mit Kapuzen zu tarnen, andere Polizisten erkannten die Kollegen jedoch.

Polizisten in den Innendienst strafversetzt

Ereignet hat sich der Vorfall bereits in der Nacht auf den 1. Februar – und kam erst ans Licht, als ein Beamter das Videomaterial entdeckte und die Sache am vergangenen Wochenende der „Bild“-Zeitung zuspielte. Die Polizei begann daraufhin in den eigenen Reihen zu ermitteln – mit Erfolg.

Die Beteiligten dürfen dem „Rundschau“-Bericht zufolge nun nicht mehr als verdeckte Ermittler arbeiten. Neben den zwei Polizisten, die ohnehin hatten versetzt werden sollen, folgten auch die anderen vier. Ihr neues Einsatzgebiet sei nun Eigentumsdelikte. „Sie sind auf jeden Fall raus aus dem operativen Geschäft“, sagte der Sprecher.

Rechtsextremismus-Vorwurf gegen Frankfurter Polizei

Für die Frankfurter Polizei ist es ein weiterer enormer Schaden ihrer Reputation. Die Beamten stehen derzeit auch deshalb im Fokus, weil sich dort ein mutmaßlich rechtsextremes Netzwerk gebildet haben soll. Eine rechtsextreme WhatsApp-Gruppe trug den Namen „Itiot“. Darin sollen rund 50 womöglich strafrechtlich relevante Nachrichten ausgetauscht worden sein.

Hintergrund: Rechte Propaganda in WhatsApp-Chats – Justizbeamte im Visier

Die türkischstämmige Anwältin Seda Basay-Yildiz erhielt zudem mehrere Drohbriefe vom „NSU 2.0“: Steckt auch dort die Polizei dahinter?

(cho)

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