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Riesen-Asteroid rast an Erde vorbei – Rätsel um Entdeckung

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Darmstadt.  In der Nacht raste der Asteroid „2000 QW7“ an der Erde vorbei – mit komfortablem Abstand. Rätsel gibt es um eine Neuentdeckung.

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Bei einem Einschlag hätte „2000 QW7“ mit seinen 370 Metern Durchmesser wohl schlimme Schäden auf der Erde angerichtet. Wie gut, dass zwischen dem Asteroiden und der Erde rund fünf Millionen Kilometer lagen, als er in der Nacht zu Sonntag vorbeiraste.

„Spannend sind Asteroiden, die innerhalb der Mondbahn mit bis zu 400.000 Kilometern Abstand an der Erde vorbeifliegen“, erklärt Detlef Koschny, Asteroiden-Experte bei der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Alles, was weiter weg sei, beobachte die Esa nicht. Der im Jahr 2000 entdeckte Körper „2000 QW7“ stehe deshalb auch nicht auf der sogenannten Risikoliste der Raumfahrtagentur.

Im Jahr 2068 kommt „2000 QW7“ wieder an der Erde vorbei

„Auf der Liste sind nur die Asteroiden aufgeführt, die in den nächsten 100 Jahren theoretisch auf die Erde treffen könnten.“ Das sei bei „2000 QW7“ definitiv nicht der Fall. Bemerkenswert sei allerdings die Größe des Asteroiden: Wäre er auf der derzeit 880 Asteroiden umfassenden Risikoliste, so würde er sich in puncto Größe in die Top 20 einsortieren. Amateur-Astronomen können den Himmelskörper schon mit einem durchschnittlichen Teleskop bei seinem Vorbeiflug sehen.

Den nächsten sogenannten Flyby des Asteroiden erwarten die Experten im Jahr 2068 – dann ist er mit einer Entfernung von 15 Millionen Kilometern allerdings noch sehr viel weiter von der Erde weg als an diesem Wochenende. Doch die reale Gefahr eines Asteroideneinschlags beschäftigt Wissenschaftler schon länger. Den

zum Beispiel hielten Forscher noch bis Juli für einen reale Gefahr.

Asteroid löscht New York aus- Das sind die hässlichen Ergebnisse der NASA-Simulation

Asteroid tritt über Norddeutschland in die Atmosphäre ein

Ein kleinerer Asteroid war schon am Donnerstagnachmittag am Himmel über Mitteleuropa zu sehen. Rund 400 Menschen aus verschiedenen Ländern hätten einen Feuerball gesehen und einen lauten Knall gehört, bestätigte die Europäische Weltraumorganisation (Esa) das Phänomen. Viele Sichtungen kamen demnach aus den Niederlanden, aber auch aus Norddeutschland.

Laut der ESA handelte es sich um ein natürliches Objekt, das im Raum Oldenburg/Bremen in die Erdatmosphäre eintrat und dann auseinander platzte. „Wir sind uns ziemlich sicher, dass es ein kleiner Asteroid war“, so Esa-Experte Koschny. Die Größe des Objektes schätze er auf ein bis zwei Meter Durchmesser.

Asteroid gesichtet – Besorgte Anwohner rufen Polizei

Auf einer Webseite der International Meteor Organization (IMO) gingen am Donnerstag gegen 14.50 Uhr zahlreiche Meldungen über die Erscheinung ein. Zwei Anrufer meldeten sich bei der Polizeileitstelle in Rostock und gaben an, ein helles Objekt am Himmel gesehen zu haben, das dann verglühte. Auch bei den Leitstellen in Schleswig-Holstein gingen laut dem Lagedienst in Kiel zahlreiche ähnliche Anrufe ein.

Eine ähnliche Erscheinung war im November 2015 am Himmel über Neubrandenburg gesichtet worden. Mehrere Menschen hatten auch damals die Polizei alarmiert.

Seltener interstellarer Besuch hat 300 Millionen Kilometer Abstand zur Erde

Sollte sich seine Herkunft bewahrheiten, wäre er ein besonders seltenes Fundstück: Ein Ende August entdeckter Komet stammt möglicherweise von außerhalb unseres Sonnensystems. Der Himmelskörper mit der Bezeichnung „C/2019 Q4“ wäre nach dem im Oktober 2017 beobachteten „Oumuamua“ erst der zweite solche bestätigte Komet, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa und die Europäische Weltraumorganisation Esa mitteilten.

Die Nasa spricht von „interstellaren Besuchern“. Der Komet „C/2019 Q4“ befinde sich derzeit 420 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt und bewege sich mit einer Geschwindigkeit von 150.000 Stundenkilometern darauf zu, schreibt die Nasa.

Der Erde werde der Komet auf seiner Reise durch das Sonnensystem bis auf etwa 300 Millionen Kilometer nahe kommen. Aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit sei anzunehmen, dass der Komet wieder in den interstellaren Raum zurückkehren werde, sagte Davide Farnocchia vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Pasadena. (dpa/küp/moi)

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