Missbrauch

Staatsanwalt prüft Vorwürfe gegen Kölner Bistumsleitung

Kölns Erzbischof Reiner Maria Wölki war seit Oktober beurlaubt.

Kölns Erzbischof Reiner Maria Wölki war seit Oktober beurlaubt.

Foto: Oliver Berg / dpa

Köln.  Mehrere Personen haben gegen den Kölner Erzbischof Woelki Strafanzeige erstattet. Der Umgang mit dem Missbrauchsserientäter U. ist im Fokus.

Nach der Verurteilung eines katholischen Priesters aus dem Erzbistum Köln wegen jahrzehntelangen Missbrauchs wird nun möglicherweise auch gegen die Bistumsleitung ermittelt.

Mehrere Personen hätten Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln gegen den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki und andere führende Bistumsvertreter wegen ihres Umgangs mit dem Fall des Missbrauchsserientäters U. eingereicht, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Mittwoch. Die Anzeige-Erstattenden sähen im Verhalten der Bistumsleitung eine vorsätzliche Beihilfe durch Unterlassen oder auch eine fahrlässige Körperverletzung zulasten der Opfer.

Unabhängig von den Anzeigen werde die Staatsanwaltschaft von Amts wegen prüfen, ob Bistumsvertreter sich im Fall U. strafbar gemacht hätten, sagte ein Sprecher der Behörde der Zeitung. Grundlage dafür sei die Begründung des Urteils der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Köln, in der auch Versäumnisse der Bistumsleitung bei der Aufklärung von Verdachtsmomenten und der Kontrolle des Täters zu Sprache gekommen seien.

Priester hatte sich an neun Mädchen vergangen

Das Gericht hatte den ehemaligen Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in insgesamt 110 Fällen zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. (AZ: 102 KLs 17/20) Die 2. Strafkammer sah es als erwiesen an, dass sich der Geistliche zwischen 1993 und 2018 an insgesamt neun Mädchen vergangen hatte.

Woelki wurde am Mittwoch in seinem Amt zurückerwartet, nachdem er wegen seines Umgangs mit der Aufklärung von Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln seit Oktober beurlaubt gewesen war. (dpa)

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