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Sturm: Touristen auf Norderney eingeschlossen - Bahn-Chaos

Sturmschäden: So holt man sich sein Geld zurück

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Berlin.  Sie wollten entspannt Urlaub machen, gerieten jedoch ins Hochwasser. Wie vier Touristen und ein Kleinkind noch gerettet werden konnten.

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Stürmisches Wetter hat in Norddeutschland am Dienstag für große Einschränkungen und teilweise auch Chaos gesorgt. So mussten bei Hannover 200 Menschen in einem Zug übernachten. Fahrgäste mussten sich auch am Mittwoch noch auf Zugausfälle und Verspätungen gefasst machen.

„Die Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Bremen werden weitgehend ausfallen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover könne es zu Einschränkungen kommen. „Wir empfehlen, dass sich Fahrgäste vor Reiseantritt über ihre Verbindung informieren.“ Für Mittwoch ist laut Deutschem Wetterdienst nicht mit einem weiteren Sturm zu rechnen.

Für Touristen auf Norderney wäre der Urlaub beinahe zu einer Tragödie geworden. Was war passiert? Der Sturm trieb das Wasser der Nordsee auf einen höheren Stand als sonst, die Urlauber sahen sich plötzlich in einer bedrohlichen Situation. Fünf Personen – darunter ein Kleinkind – mussten von einer Düne auf der Insel Norderney gerettet werden.

Dabei hatte das Wasser einen solchen Stand erreicht, dass die Gruppe nicht mehr einfach per Auto geholt werden konnte – die Feuerwehr kam nicht mehr durch die Fluten. Die einzige Alternative? Der Hubschrauber.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hatte für Dienstag und die Nacht zum Mittwoch vor erhöhten Wasserständen an der niedersächsischen Küste gewarnt. Demnach besteht Überflutungsgefahr für Strände und Flächen vor den Deichen.

Sturm-Chaos in Norddeutschland – Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Sturmtief hat in Norddeutschland für Verwüstungen gesorgt
  • Es gab Einschränkungen im Bahnverkehr
  • Besonders heftig bekam eine Urlaubergruppe auf Norderney den Sturm zu spüren

Sturm und Unwetter sorgen für Chaos

Der Sturm in Norddeutschland sorgte auch an anderen Orten für Probleme. Ein Segelboot kenterte durch starke Winde auf der Müritz. Das Boot drehte sich um und der Mast bohrte sich in den Boden des Sees. Die Segler blieben unverletzt.

Das Richtung Baltikum ziehende Sturmtief sorgte vor allem im Norden und Nordosten Deutschlands für Schauer und Sturmböen. Auch bei der Deutschen Bahn sorgte der Sturm für Einschränkungen. Passagiere mussten auf andere Züge ausweichen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer lagen in den Gleisen und Oberleitungen wurden beschädigt. Wie die Bahn bei Zugausfällen und Verspätungen entschädigt.

In Hannover mussten 200 Menschen in zwei Zügen übernachten. Aus einem anderen ICE, der von Chur in der Schweiz nach Hamburg unterwegs war, wurden 150 Fahrgäste bei Nienburg in Busse verfrachtet und nach Hannover gefahren. 300 weitere Menschen aus dem gleichen Zug warteten über zwei Stunden auf dessen Weiterfahrt. Um 1.35 Uhr am Mittwochmorgen setzte der Zug sich dann wieder in Bewegung.

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Auch die Verbindung zwischen Hamburg und Bremen war zunächst voll gesperrt. Zu Verspätungen kam es zwischen Hannover und Göttingen in beiden Richtungen sowie auf der Strecke Uelzen-Lüneburg-Hamburg. Teilweise sollten Ersatzbusse fahren. Etwa eine Stunde vor Mitternacht teilte das Unternehmen dann mit, dass alle Strecken wieder befahrbar seien.

Norderney von starken Winden überrascht

Von starken Winden wurde bereits am Dienstagnachmittag die Besatzung eines Segelboots auf der Müritz an der Mecklenburgischen Seenplatte überrascht. Bei stürmischem und böigem Südwestwind bis Stärke acht kenterte das Boot – und der Mast des Schiffs bohrte sich in den Boden des Sees, wie die Polizei mitteilte. Ein Fahrgastschiff nahm die fünf Segler auf, die Feuerwehr barg das havarierte Schiff bei Wassertemperaturen um 16 Grad.

Die fünf Personen auf Norderney waren nach Angaben der Rettungskräfte am Dienstag im Osten der Insel auf eine Düne geklettert und hatte einen Notruf abgesetzt. Ein Rettungshubschrauber nahm die Urlauber schließlich an Bord und brachte sie zurück auf einen Parkplatz.

Google-Maps-Karte zeigt Norderney

Auf dieser Google-Karte sehen Sie Norderney und die weiteren Inseln.

Deutlich schlimmere Szenen hatten sich wenige Tage zuvor auf Mallorca abgespielt, es gab bei einem heftigen Unwetter sogar Tote. In Indien mussten gleich 700 Reisende gerettet werden, die in Monsunfluten feststeckten. In Australien hatte ein Hochwasser dafür gesorgt, dass Krokodile mitten in Städten auftauchten.

Der Sturm wirbelte auch den Bahnverkehr im Norden Deutschlands durcheinander. Fahrgäste mussten wegen Streckensperrungen und Verspätungen viel Geduld aufbringen. In Hannover mussten sogar 200 Menschen in einem Zug übernachten. (ses/dpa)

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