Energiekrise

Aldi, Lidl, Rewe und Co.: Schließen Supermärkte bald früher?

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Aldi-Kunde ist fassungslos über Angebot-Aktion von Supermarkt. (Symbolbild)

Aldi-Kunde ist fassungslos über Angebot-Aktion von Supermarkt. (Symbolbild)

Foto: IMAGO/Sven Simon

Berlin.  In einem Brandbrief fordert der Chef der Supermarktkette Tegut kürzere Öffnungszeiten. So lange sollen die Märkte künftig offen haben.

  • Der Tegut-Geschäftsführer schreibt einen Brandbrief an die 16 Landesregierungen
  • Darin fordert er eine Verkürzung der Öffnungszeiten im Lebensmittelhandel
  • Viele Einzelhändler fürchten wegen hoher Energiekosten um ihre Existenz

Einkaufen bis 22 Uhr oder noch später: Für viele Bundesbürger ist es längst selbstverständlich, auch zu vorgerückter Stunde noch Lebensmittel im Supermarkt zu besorgen. Das könnte sich bald ändern, wenn es nach Thomas Gutberlet, Chef der Supermarktkette Tegut (knapp 300 Filialen, 7700 Mitarbeiter), geht.

Kürzere Öffnungszeiten bei Aldi, Lidl und Co.? Tegut-Chef schreibt Brandbrief

Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, hat Gutberlet einen Brandbrief an die Regierungen der 16 Bundesländer verfasst, in dem er wegen der exorbitant gestiegenen Energiekosten von bis zu 150 Prozent kürzere Öffnungszeiten fordert. "Kurzfristig würde eine Reduzierung helfen, Energie zu sparen. Langfristig würde es das Berufsbild im Einzelhandel wieder attraktiver machen", schreibt Gutberlet.

Psychologische Konsum-Fallen beim Einkaufen
Psychologische Konsum-Fallen beim Einkaufen

Der Tegut-Geschäftsführer nennt keine konkrete Uhrzeit. Einen Hinweis auf seine Absichten liefert jedoch das Ladenschlusssrecht in Bayern und im Saarland. In diesen beiden Bundesländern müssen Geschäfte bis auf wenige Ausnahmen bereits um 20 Uhr schließen. Dies ist möglich, weil das Ladenschlussrecht seit 2006 Sache der Länder ist.

Hohe Stromkosten belasten viele Einzelhändler

Mit der Verkürzung der Ladenöffnungszeiten würden die Händler laut Gutberlet zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen ließen sich so Stromkosten sparen, die für viele Einzelhändler laut dem Handelsverband zu einem so großen Problem geworden sind, dass bereits jeder zweite ernsthaft um seine Existenz fürchtet.

Zum anderen plagen den Lebensmittelhandel seit geraumer Zeit große Personalsorgen. Immer weniger junge Menschen wollen im Supermarkt arbeiten. Seit Beginn der Corona-Pandemie vor zwei Jahren ist zudem das Klima deutlich rauer geworden. Lieferprobleme, leere Regale und rasant steigende Preise aufgrund der Inflation sorgen immer öfter für eine angespannte Stimmung zwischen Kunden und Personal.

Krankenstand im Einzelhandel überdurchschnittlich hoch

Bessern dürfte sich die Lage in absehbarer Zeit nicht. Wiederholte Lockdowns in chinesischen Fabriken und Häfen sorgen immer wieder für unterbrochene Lieferketten. Und bald kommt auch noch das Weihnachtsgeschäft hinzu. Schon jetzt ist der Krankenstand beim Supermarktpersonal wegen der gestiegenen Arbeitsbelastung höher als in vielen anderen Berufen.

Der Ruf nach kürzeren Öffnungszeiten könnte womöglich bald noch eindringlicher werden. Bisher verhallt er ohne Resonanz seitens der Politik. Eine Antwort auf seinen Brandbrief, den er Ende August verfasste, hat Gutberlet nicht erhalten. (tok)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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