Alaska

Teenager erschossen – weil Clique vom großen Geld träumte

In Alaska wurde eine Frau ermordet – offenbar, weil eine Teenager-Clique reich werden wollte. (Symbolbild)

In Alaska wurde eine Frau ermordet – offenbar, weil eine Teenager-Clique reich werden wollte. (Symbolbild)

Foto: dominikherz / Getty Images/iStockphoto

Washington  Eine 18-Jährige plante offenbar die Ermordung einer jungen Frau. Mit Freunden wurde die Tat vorbereitet. Sie wollten reich werden.

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Ehemalige Klassenkameraden beschreiben Darin Schilmiller aus dem 600-Seelen-Ort New Salisbury im ländlichen US-Bundesstaat Indiana als extrem schüchtern, schlecht in der Schule und auch aufgrund seiner Pummeligkeit eher als Mobbing-Opfer denn als einer, der andere piesackt. Alles offenbar Fassade.

Der 21-Jährige sitzt im Untersuchungsgefängnis. Kaution: eine Million Dollar. Und er wartet auf seine Auslieferung nach Anchorage/Alaska. Die Vorwürfe gegen ihn machen stumm. Aus mehreren tausend Kilometer Entfernung soll Schilmiller via Internet im äußerten Nordwesten der USA nicht nur kinderpornographisches Material in Auftrag gegeben haben. Sondern auch einen eiskalten Mord.

Ausgeführt wurde er von der 18-Jährigen Denali Brehmer, der sich Schilmiller unter falschem Namen, „Tyler“, und mit falschem Foto als toller, reicher Hecht aus Kansas verkaufte. Für die Bluttat stellte er neun Millionen Dollar Belohnung in Aussicht. Voraussetzung: Brehmer musste via Handy in Echtzeit Fotos und Videos von dem Verbrechen schicken, das selbst erfahrene Fahnder schockiert.

Teenager erschießen Jugendliche: Clique von Millionen-Belohnung angelockt

Was sich wie der irre Drehbuchstrang eines Hollywood-Films liest, hat sich ausweislich von Gerichtsdokumenten Anfang Juni so ereignet. Das Opfer, die 19-jährige, geistig zurückgebliebene Cynthia Hoffman, die Brehmer als ihre „beste Freundin auf Lebenszeit“ bezeichnete, wurde in einen Hinterhalt gelockt, mit Klebeband an Händen und Füßen gefesselt und mundtot gemacht. Danach gab es einen einzigen Pistolenschuss in den Hinterkopf.

Nicht von Brehmer persönlich, sie sah sich dazu laut Polizei nicht in der Lage. Sondern von dem 16-jährigen Kayden McIntosh, den Brehmer wie drei weitere Tatbeteiligte vorher mit der Aussicht rekrutiert hatte, einen Anteil von der versprochenen Millionen-Belohnung zu bekommen. Nach dem Mord wurde die Leiche in den Eklutna-Fluss nahe Thunderbird Falls geworfen. Beweismaterial ging in Flammen auf.

Per Text-Mitteilung ließ Brehmer den Vater des Opfers wissen, dass Cynthia nach einer gemeinsamen Wander-Tour in einem Park bei Anchorage ausgestiegen sei. Als das Mädchen, das laut Familie auf dem intellektuellen Niveau einer 12-Jährigen und leichtgläubig war, nicht nach Hause kam, startete eine Suchaktion. Zwei Tage später wurde die Leiche gefunden.

Verdächtige Schilmiller und Brehmer führten krankes Fern-Verhältnis

Schnell fiel der Verdacht auf Denali Brehmer, die in mehreren Verhören ausbreitete, wie sie von ihrer Internet-Bekanntschaft Schilmiller zu dem Auftragsmord angestiftet worden sei. Demnach tauschten sich beide seit Ende Mai intensiv darüber aus, jemanden in Alaska „zu vergewaltigen und zu töten“, wie es in den Akten heißt. Nachdem Brehmer geliefert hatte, sie schickte noch während der Ermordung via Online-Dienst Snapchat entsprechende Aufnahmen und „I love you“-Meldungen an Schilmiller, ging das kranke Fern-Verhältnis weiter.

Schilmiller verlangte, dass Brehmer Minderjährige sexuell missbraucht und dies ebenfalls per Handy-Kamera festhält und zur Verfügung stellt. Laut Polizei sollen Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 15 Jahren die Opfer gewesen sein. Videos davon brachten die Fahnder des FBI zu Schilmiller. Er gestand nach seiner Festnahme, dass er Brehmer eine falsche Internet-Identität vorgespielt (in den USA unter dem Begriff “catfishing” bekannt) und sie danach erpresst hat.

Über seine Motive ist offiziell bisher nichts bekannt. Nur so viel: Schilmiller war bereits in der Vergangenheit dabei aufgefallen, wie er unter falschen Namen in Internet-Foren Kontakte zu Frauen suchte. Der TV-Sender KTUU berichtete von den Erfahrungen der jungen Mutter Shiann Arnold, die noch bis Januar dieses Jahres mit Schilmiller kommunizierte.

Mitschülerin: Mutmaßlicher Täter hatte „Kinder-Pornographie-Problem“

„Er sagte, er habe Probleme und möchte mit jemandem darüber reden.“ Bizarr: Als Vertrauensbeweis habe Schilmiller Fotos verlangt, die Arnold beim Windelwechseln ihres Babys zeigen. Sie brach den Kontakt sofort ab. Ähnlich gelagert war die Annäherung an eine Frau in Kalifornien. Ehemalige Klassenkameraden reagierten wenig überrascht über die Facetten eines tief gestörten Verhaltens.

Jaden Pohle, 18, ging mit Schilmiller zur Schule und wurde von ihm nach eigenen Worten „unerbittlich“ um Bikini-Fotos angehalten. Sie sagt gegenüber KTUU: „Er hatte definitiv ein Kinder-Pornographie-Problem.“ Laut Anklageschrift drohen Schilmiller und Brehmer als den Haupt-Tätern im Falle einer Verurteilung lebenslange Freiheitsstrafen. Der leitende Staatsanwalt Bryan Schroder nahm den außergewöhnlichen Fall zum Anlass für einen Weckruf. „Das Internet kann viel Gutes tun“, sagte er, „es kann aber auch ein sehr dunkler Ort sein.“ Eltern sollten ein Auge darauf haben, was ihre Kinder im Netz treiben.

In den USA machte kürzlich ein anderer Fall Schlagzeilen: Ein Mann mit Werwolfmaske soll Kind massiv gequält haben. Einen grausamen Fund machten Beamte im Februar: Sie fanden fünf Leichen in einem Wohnhaus – Mutter und Tochter verhaftet. In Deutschland hat ein Teenager hat vor einigen Wochen einen Mitschüler erwürgt.

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