Pandemie

Visier oder Maske: Welcher Corona-Schutz ist besser?

Wie beeinflussen Aerosole das Corona-Infektionsgeschehen?

Hände waschen und mindestens 1,50 Meter Abstand halten gelten im Kampf gegen das Coronavirus als unverzichtbar. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse legen die Vermutung nahe, dass ein stärkeres Augenmerk auch auf die Übertragung des Virus durch so genannte Aerosole gelegt werden sollte.

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Berlin.  Immer mehr Menschen tragen Visier statt Mundschutz. Wir erklären, welche Vorzüge Face Shields als Schutz vor dem Coronavirus haben.

  • In Deutschland gilt eine Maskenpflicht. Das heißt: Das Tragen von Masken beziehungsweise Mundschutzen ist beim Einkaufen, in Bussen und Bahnen Pflicht
  • Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld geahndet werden
  • Doch was schützt Sie selbst und andere besser vor dem Coronavirus – Visiere aus Plastik, die das ganze Gesicht bedecken, oder klassische Masken?

Das Atmen fällt schwer, die Kommunikation ebenfalls und häufig beschlägt obendrein noch die Brille: Viele Menschen finden es unangenehm, Mund-und-Nasenschutz in Geschäften und Bahnen aufsetzen zu müssen. Ohne Maske jedoch, überträgt sich der Covid-19-Erreger SARS-CoV-2 ungebremst durch feinste Tröpfchen über die Atemluft.

Die Alternative, so glauben einige, könnten durchsichtige Plastikvisiere, sogenannte „Face Shields“ sein. Diese werden bislang vor allem in Arztpraxen und Kliniken benutzt. Immer mehr Menschen tragen sie nun aber auch im Alltag. Doch welche Vorteile haben die Visiere im Vergleich zu Stoffmasken und vor allem – wie sicher schützen sie vor einer Ansteckung ?

Visier statt Maske: Das sind die Vorteile beim Schutz gegen das Coronavirus

Im Gegensatz zu herkömmlichen Masken schützen Plastikschirme neben Mund und Nase häufig auch die Augen. Tatsächlich gehen die US-amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC und die Weltgesundheitsorganisation WHO davon aus, dass Coronaviren über die Luft auch ins Auge gelangen und dort eine Infektion auslösen können. Deshalb empfehlen sie Ärzten in einer gemeinsamen Stellungnahme, während der Behandlung von Patienten nicht nur Mund und Nase, sondern unbedingt auch die Augen zu schützen.

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Weil die Visiere im Gegensatz zu Stoffmasken nicht eng am Gesicht anliegen, fällt Trägern das Atmen zudem oft leichter. Darüber hinaus können die Schirme relativ leicht gereinigt und im Prinzip immer wieder verwendet werden. Auch die Schutzdauer dürfte – zumindest im Hinblick auf die Durchnässung – länger sein. Weil Mund und Nase nicht verdeckt werden, fällt darüber hinaus auch die Kommunikation leichter. Ein Vorteil vor allem für Menschen mit Hörverlust, die darauf angewiesen sind, Mimik und Mundbewegungen ihres Gegenüber zu sehen, um sie zu lesen.

Visier statt Maske: Das sind die Nachteile

Dennoch: Laut Robert Koch-Institut (RKI) können Visiere „nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative“ zur Mund-Nasen-Bedeckung angesehen werden. Denn sie halten das Verströmen von Aerosolen offenbar nicht so gut ab wie Masken. Schließlich kann die potenziell virenhaltige Luft an den Seiten und nach unten entweichen, wodurch die Mitmenschen weit weniger geschützt sind. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Plastikvisiere das Husten und Niesen in die Armbeuge im Prinzip unmöglich machen.

Husten und spucken: Menschen wehren sich gegen Maskenpflicht
Husten und spucken- Menschen wehren sich gegen Maskenpflicht

Visiere gegen Corona: In diesen Bundesländern sind sie erlaubt

Laut geltender Maskenpflicht sind Plastikvisiere in vielen Bundesländern ohnehin nicht erlaubt. Auf der Website des Landesgesundheitsamtes Bayern heißt es dazu beispielsweise: „Visier-Schutzmasken sind nicht zur Verhinderung der Virenausbreitung geeignet und erfüllen nicht die Anforderungen des Infektionsschutzes. Sie dürfen zwar genutzt werden, können aber lediglich ergänzend zur Mund-Nasen-Bedeckung verwendet werden.“

Zu den wenigen Bundesländern, die Visiere als geeignete Bedeckung für Mund und Nase akzeptieren, gehören bislang etwa Hamburg und Hessen. Andernorts werden die Plastikschirme allenfalls aus gesundheitlichen Gründen als Alternative anerkannt. Zum Beispiel aus medizinischen oder physischen Gründen.

Anleitung: So können sie ein Visier selber bauen

Wer sich nichtsdestotrotz ein Visier zulegen möchte, kann das mittlerweile problemlos im Netz machen. Selbst der Technologiekonzern Apple und auch VW sind inzwischen in die Produktion eingestiegen. Kostengünstiger und schneller ist nur die DIY-Variante. Wir erklären, wie das funktioniert und was Sie dafür brauchen:

  • Laminierfolie in DIN-A4-Größe
  • Schere
  • Tacker
  • Gummiband
  • Spiegelklebeband oder Stück Schaumstoff

Zuerst zwei Ecken der Folie abrunden, sodass keine Verletzungen am Hals entstehen können. Das Gummiband anschließend an den beiden nicht abgerundeten Ecken festtackern. Zuletzt und für mehr Komfort den Schaumstoff in Höhe der Stirn befestigen.

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