Kanaren

Gran Canaria in Sorge: Schon wieder Feuer auf der Insel

Gran Canaria: Bei Valleseco ist erneut ein Waldbrand ausgebrochen.

Gran Canaria: Bei Valleseco ist erneut ein Waldbrand ausgebrochen.

Foto: BORJA SUAREZ / Reuters

Las Palmas.  Auf der kanarischen Insel Gran Canaria ist erneut ein schwerer Waldbrand ausgebrochen. Tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

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In den Bergen der spanischen Urlaubsinsel Gran Canaria ist erneut ein schwerer Waldbrand ausgebrochen. Im Zentrum der Insel musste mehr als 2000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, wie der Sicherheitsrat der Regierung der Kanarischen Inseln, Julio Perez, mitteilte.

Sechs Ortschaften sind nach Angaben des Notfalldienstes betroffen, darunter auch wieder die Gemeinden Tejeda und Artenara, die schon vor einer Woche wegen eines starken Feuers in den Bergen evakuiert wurden. Mehrere Straßen wurden gesperrt.

Der Brand war am Samstagabend nahe des Ortes Valleseco ausgebrochen und hatte sich schnell auf mehr als 400 Hektar ausgebreitet. Das spanische Fernsehen sprach von einer „komplizierten Nacht“, da das Gebiet teilweise schwer zugänglich sei. Die Feuerwehr war auch mit Hubschraubern und Löschflugzeugen im Einsatz. Ein Reporter berichtete von der Insel, die Behörden gingen von Brandstiftung aus. Update: Die Feuer auf Gran Canaria geraten außer Kontrolle.

Mann zur Befragung vor Gericht

Erst vor etwa einer Woche war auf der kanarischen Insel ein verheerender Waldbrand ausgebrochen. Ein 65-Jähriger musste sich zu dem Vorfall vor Gericht befragen lassen. Er steht in Verdacht, bei Schneidearbeiten an seinem Bauernhof Funkenflug und somit das Feuer verursacht zu haben. Die Insel ist im Moment sehr trocken, selbst kleine Flammen können große Vernichtung hervorrufen.

Über das Verhör berichtete „Teneriffa News“ – demnach hatte es sich offenkundig um ein folgenschweres Versehen gehandelt. 1543 Hektar Grünflächen sind abgebrannt.

Anders war die Situation bei einem Feuer im Osten der Insel. Dort brenne es im Jahrestakt einmal, zahlreiche Bewohner der Region gehen von Brandstiftung aus. „Teneriffa News“ zitiert den Präsidenten der Insel Antonio Morales. „Es ist zu früh, um über den genauen Ursprung des Feuers zu mutmaßen“, sagt Morales demnach. Eine Regelmäßigkeit der Vorfälle lasse sich nicht bestreiten.

Gran Canaria- Waldbrand unter Kontrolle

Gran Canaria von Waldbränden betroffen – Das Wichtigste in Kürze:

  • Auf der bei Urlauber beliebten Insel Gran Canaria ist ein Waldbrand ausgebrochen
  • Noch immer ist das Feuer nicht unter Kontrolle
  • Mehrere Ortschaften mussten evakuiert werden
  • Das sorgt für Sorge bei Urlaubern
  • Ein großer Brand ist inzwischen aus
  • Dafür soll es nun im Osten brennen

Nachricht vom 12. August: Nach einem nervenaufreibenden Kampf gegen das Flammenmeer haben die Einsatzkräfte den Waldbrand auf Gran Canaria unter Kontrolle, meldet „Teneriffa News“. Entwarnung gibt es für die Feuerwehr aber demnach noch nicht.

Der Insel droht eine erneute Hitzewelle, es ist windig – gute Voraussetzungen für ein weiteres Feuer, sollte es nur die kleinste Initialzündung dafür geben, etwa achtlos weggeworfene Zigarettenreste.

Allerdings sei es laut „Teneriffa News“ zu einem neuen Brand im östlichen Teil der Insel aus. Nachts twitterte die Einsatzleitstelle, im Bereich El Rincón habe man die Flammen bereits unterdrückt. „Es wurden keine neuen Evakuierungen durchgeführt.“

Waldbrand außer Kontrolle – offenbar Schweißer Schuld

Nachricht vom 11. August 2019: Auf Gran Canaria ist ein schwerer Waldbrand weiterhin außer Kontrolle. In der Nacht zum Montag seien Hunderte weitere Menschen in Sicherheit gebracht worden, teilte der Notfalldienst der Kanarenregierung auf Twitter mit. Bereits am Sonntag waren mehrere Ortschaften evakuiert worden.

Starke Winde fachten die Flammen immer wieder an und trieben das Feuer voran, berichteten örtliche Medien. Ein 55-Jähriger könnte das Feuer am Samstag möglicherweise durch Unvorsichtigkeit bei Schweißarbeiten ausgelöst haben. Er sei von der Polizei vorläufig festgenommen worden, hieß es.

Karte zeigt betroffene Stellen auf Gran Canaria

Eine Google-Maps-Karte zeigt an, wo genau es auf Gran Canaria zu Waldbränden gekommen ist.

„Das Feuer ist weiter auf eine Fläche von 1000 Hektar begrenzt, aber es ist weder unter Kontrolle noch stabilisiert“, schrieb die Zeitung „El Mundo“. Besonders betroffen waren die Gemeinden Tejeda, Artenara und Gáldar südwestlich der Hauptstadt Las Palmas.

Auch mehrere Straßen der Insel mussten wegen des Feuers und des Rauchs gesperrt werden. Touristen an den Stränden der auch bei Deutschen beliebten Insel vor der Nordwestküste Afrikas waren von dem Brand nicht betroffen.

Waldbrand auf Gran Canaria offenbar durch Schweißarbeiten ausgelöst

Nachricht vom 11. August 2019: Ein 55-Jähriger könnte demnach den Brand bei Schweißarbeiten ausgelöst haben, zitierte die Zeitung „La Vanguardia“ die Behörden. Der Mann wurde bereits von der Polizei Guardia Civil zu dem Vorfall befragt, hieß es weiter.

Besonders betroffen von dem Waldbrand seien die Gemeinden Tejeda, Artenara und Gáldar, wo Dutzende Menschen in Sicherheit gebracht worden seien, teilte der Notfalldienst der Kanarenregierung am Sonntag auf Twitter mit.

Die Feuerwehr war mit Flugzeugen und Hubschraubern im Einsatz. Die Rettungskräfte schätzten die betroffene Fläche auf etwa 1000 Hektar, wie der Präsident der Kanarischen Inseln, Ángel Víctor Torres, vor Journalisten sagte. Auf einem Video war zu sehen, wie zahlreiche Feuer entlang eines Berghangs loderten.

Das Feuer war am Samstag in der Nähe von Artenara ausgebrochen und hatte sich weiter ausgebreitet. Eine Google-Maps-Karte zeigt, wo sich der Ort genau auf Gran Canaria befindet. Der Brand sei noch immer nicht unter Kontrolle, so Torres.

Die starke Rauchentwicklung war auch auf der Nachbarinsel Teneriffa sichtbar. Schon seit Monaten ist es auf den Urlaubsinseln zu trocken. Der Wassermangel auf den Kanarischen Inseln bedrohte zuletzt auch die Landwirtschaft. Zuvor hatten Sandstürme den Aufenthalt auf den Kanaren ungemütlich gemacht.

Nicht nur Spanien ist von Waldbränden betroffen. Sibirien rief erst vor wenigen Tagen den Ausnahmezustand aus, weil dramatische Waldbrände in der Region wüten. Bei einem Waldbrand-Drama in Südfrankreich mussten Tausende Camper evakuiert werden, bei einem Waldbrand auf Sardinien traf es Hotels und einen Campingplatz.

(dpa/cho)

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