Raab-Entdeckung

Wie die Musikerin Stefanie Heinzmann ihr Comeback plant

Popstar Stefanie Heinzmann unterstützt ihren früheren Mentor Stefan Raab bei dessen Show in Köln.

Popstar Stefanie Heinzmann unterstützt ihren früheren Mentor Stefan Raab bei dessen Show in Köln.

Foto: imago/STAR-MEDIA

Essen  Fast hätte Stefanie Heinzmann die Musik aufgegeben, um Schreinerin zu werden. Jetzt meldet sich die Stefan-Raab-Entdeckung zurück.

Schon Schnee gefallen? Stefanie Heinzmann guckt noch mal kurz aus dem Fenster ihres Hauses im Wallis, obwohl sie die Antwort längst kennt. „Noch nicht wirklich. Nur die Gipfel der Berge sind schon weiß.“ Das wird sich in den kommenden Wochen ändern. Aber dann ist sie nicht da. „Bis Weihnachten ist noch viel zu tun“, sagt die 29-Jährige und spricht von „Jahresendspurt“. Der beginnt am Samstag in Essen, wo sie auf der Benefiz-Veranstaltung „Christmas Soul“ singt.

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass sie bekannt geworden ist. In einem Casting-Wettbewerb von Stefan Raab mit dem bis heute längsten Titel eines Casting-Wettbewerbes überhaupt. Im Januar 2008 singt sich die Schweizerin bei „Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf!“ mit Liedern von Joss Stone oder Alicia Keys bis ins Finale, das sie am Ende mit dem Song „My Man Is a Mean Man“ gewinnt.

2016 wird ihr der Stress zu viel

Von da an geht es Schlag auf Schlag. Monatelang steht die Nummer in den Top Ten der Charts, genau wie das nachgeschobene Album „Masterplan“. Heinzmann hat zwar schon zuvor gesungen, ist im Wallis als Sängerin der Mundart-Rockband BigFisch eine feste Größe, aber was nun folgt, ist eine ganz andere Hausnummer.

Die damals 18-Jährige bekommt den Echo, einen MTV European Music Award und die 1Live Krone. Sie hetzt von Termin zu Termin, Auftritt folgt auf Auftritt. „Ich war acht Jahre nur unterwegs“, erinnert sie sich, aber es klingt nicht wie eine Klage, sondern wie eine Feststellung, denn: „Diese Jahre haben mir mehr gegeben, als sie mir genommen haben“, sagt sie heute.

2016 aber wird ihr der Stress zu viel. „Ich war ein wenig müde“, gibt Stefanie zu. „Deshalb habe ich mir eine Auszeit genommen.“ Sie zieht sich zurück in ihr Heimatdorf, schläft viel, geht spazieren, trifft sich mit alten Freunden. Aus ein paar Tagen werden Wochen, am Ende sind es drei Monate. Monate, in denen sie zur Ruhe kommt und nachdenken kann.

Um eine Antwort zu finden auf die Frage: „Ist das der Job, den ich in zehn Jahren noch machen will?“ Kurz kommen ihr Zweifel, überlegt sie, ob sie nicht eine Schreinerlehre beginnen oder sich zur Hebamme ausbilden lassen soll. Dann aber probt sie mal mit ihrer Band, ist wieder Sängerin. „Da wusste ich, das ist für mich das tollste Ding der Welt.“

Im Herbst 2019 geht es auf Tournee durch Deutschland

Vor einigen Wochen ist die neue Single „Build A House“ erschienen. Kein Soul, kein Rock, sondern eleganter, melodiöser Elektro-Pop, abgemischt von „Alle Farben“, einem der derzeit angesagtesten DJs des Landes. „Ich wollte mal was Neues probieren“, erklärt Stefanie die von ihr ungewohnten Klänge. Obwohl sie zufrieden ist mit dem Ergebnis, soll das im kommenden März erscheinende Album „All We Need Is Love“ kein elektronisches werden. „Da gibt es viele Stilrichtungen.“

Im Herbst 2019 geht es dann auf Tournee durch Deutschland, die sie unter anderem ins FZW nach Dortmund führt. Stefanie kann es kaum erwarten. Nichts gegen die Arbeit im Studio, sagt sie, „aber im Grunde bin ich ein Live-Mädel.“

Mit einer Band auf der Bühne zu stehen, „das ist für mich ein wenig wie Urlaub“. Deshalb freut sie sich auch auf den Auftritt in Essen. Soul-Klassiker wird es geben, eigene Songs, ein ganz besonderes Weihnachtslied und einen gemeinsamen Auftritt mit Max Mutzke.

„Das ist immer etwas Besonderes“, sagt Stefanie. Eine Woche später ist sie noch einmal in der Kölner Live-Show von Stefan Raab zu Gast, dann auf dem Songbird-Festival in Davos. Zwischendurch wird weiter am neuen Album gefeilt. Weihnachten aber soll es nach Hause zu Freund und Familie gehen. „Ganz gemütlich, ganz ruhig“, sagt Stefanie. „Und hoffentlich auch mit viel Schnee.“

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