Stromausfall

Wieder Blackout in Venezuela - Regierung redet von Sabotage

Caracas am Montagabend. Wie überall in Venezuela hatte die Hauptstadt mit einem Stromausfall zu kämpfen.

Caracas am Montagabend. Wie überall in Venezuela hatte die Hauptstadt mit einem Stromausfall zu kämpfen.

Foto: Manaure Quintero / Reuters

Caracas.  Erneut war ganz Venezuela von einem Stromausfall betroffen. Die Regierung macht einen Angriff auf ein Wasserkraftwerk verantwortlich.

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Nachdem bereits im März für mehr als 100 Stunden in ganz Venezuela der Strom ausgefallen war, ist es am Montagnachmittag erneut zu einem großen Blackout gekommen. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Netblocks waren alle Bundesstaaten des südamerikanischen Krisenlandes betroffen. Das Telekommunikationsnetz sei zu 94 Prozent zusammengebrochen.

Die Regierung von Präsident Nicolás Maduro teilte mit, es gebe Hinweise auf einen elektromagnetischen Angriff auf das größte Wasserkraftwerk des Landes am Guri-Stausee hin. Schon im März hatte die Regierung von möglicher Sabotage gesprochen und einen von der Opposition und den USA geplanten Cyberangriff als mögliche Ursache genannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Sabotage gegen die Energieversorgung gegen den selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Im März gab es vier schwere Stromausfälle in Venezuela.

Opposition macht Missmanagement der Regierung verantwortlich

Die Opposition hingegen spricht von verschleppten Investitionen, Korruption und Missmanagement der Regierung. „Sie haben die Tragödie mit Rationierung im ganzen Land zu verheimlichen versucht, aber das Versagen ist offensichtlich: Sie haben das Stromnetz zerstört und haben keine Antworten“, twitterte Guaidó am Montag. „Wir Venezolaner werden uns nicht an diese Katastrophe gewöhnen.“

Venezuelas staatliche Eisenbahngesellschaft teilte mit, der kommerzielle Zugverkehr sei eingestellt worden. Auch die U-Bahn in Caracas war nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders VTV betroffen. In den sozialen Netzwerken berichteten Nutzer am späten Abend aus mehreren Teilen des Landes, darunter die Hauptstadt Caracas, die Lichter seien wieder angegangen.

Venezuela leidet unter monatelangem Machtkampf

Glücklicherweise habe die Regierung nach den früheren „Aggressionen“ Sicherheitsprotokolle beschlossen, die eine schnellstmögliche Wiederherstellung der Stromversorgung erlaubten, hieß es in der Mitteilung der Regierung, die der Informationsminister Jorge Rodríguez im Staatsfernsehen vorlas. Auch die Versorgung mit Trinkwasser und medizinischen Leistungen werde sichergestellt. Die Sicherheitskräfte würden für Frieden sorgen.

Gespräche zwischen Venezuelas Regierung und Opposition geplant

Seit Anfang des Jahres liefert sich Staatschef Maduro einen erbitterten Machtkampf mit dem Parlamentspräsidenten Guaidó. Zahlreiche Oppositionelle sitzen in Haft. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, warf den Sicherheitskräften vor wenigen Wochen schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

Außerdem leidet das einst reiche Land unter einer schweren Versorgungskrise. Aufgrund von Devisenmangel können kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs eingeführt werden. Millionen Venezolaner sind bereits ins Ausland geflohen.

(dpa/ba)

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