Wildtier

Nach Angriff auf Gärtner – Keine Beweise für einen Wolf

Comeback der Wölfe: Drei Dinge, die man jetzt wissen muss

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Rotenburg  In Niedersachsen sollein Wolf einen Gärtner angegriffen haben. Nach einem DNA-Test kommt heraus: Dafür gibt es keine Beweise.

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Der Fall des angeblich von einem Wolf gebissenen Gärtners machte deutschlandweit Schlagzeilen. Nach einer DNA-Untersuchung kommt jetzt heraus, dass es keine Hinweise dafür gibt, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat. Ein klarer Hinweis dafür sei nicht gefunden worden, teilte das Umweltministerium von Niedersachsen mit.

Das Umweltministerium hatte die Untersuchung der DNA angeordnet. Dazu wurden Haarproben, Pullover und der Hammer, mit dem das Tier abgewehrt wurde, sichergestellt.

Wolfsangriff auf Menschen – das Wichtigste in Kürze:

  • In Niedersachsen hatte es angeblich den ersten Wolfsangriff auf einen Menschen in Deutschland gegeben
  • Das Tier wurde demnach mit einem Hammer abgewehrt
  • Ein DNA-Test sollte herausfinden, ob es sich wirklich um einen Wolf gehandelt hat
  • Doch dabei gab es keine Hinweise auf einen Wolfsangriff

Verdächtige Rudel wird überwacht

Am Freitag hatte das Umweltministerium in Hannover mitgeteilt, dass das verdächtige Rudel in Niedersachsen überwacht werde. „Wir werden das Wolfsmonitoring intensivieren“, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover.

So sollten Kameras installiert und sämtliche Sichtungen erfasst und in einer Rudelchronik zusammengetragen werden, kündigte sie am Freitag an. Ein Wolfsrudel sei dort erstmals im vergangenen Juli bestätigt worden.

Wie die Polizei von Rotenburg zuvor mitteilte, war ein Gemeindearbeiter am Dienstag in dem Ort Steinfeld mit der Pflege der Grünanlage am Friedhof beschäftigt. Als er am Zaun kniete und hinter sich fasste, spürte er, dass seine Hand festgehalten wurde.

Als der 55-jährige sich umdrehte, wollte er einen Wolf erkannt haben, der angeblich nach seiner Hand geschnappt hatte.

Arbeiter wurde leicht verletzt

Nach seinen Angaben hätten drei weitere Wölfe eines Rudels die Aktion mit etwas Abstand beobachtet. Der Mann konnte sich demnach befreien und die Tiere vertreiben. Danach suchte er leicht verletzt einen Arzt auf. Der Arbeiter habe seine Hand verarzten lassen, hieß es seitens der Polizei.

Bislang sei seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland noch keine Verletzung eines Menschen durch diese Tiere dokumentiert worden, sagte Roland Gramling von der Umweltstiftung WWF. „Man muss das in jedem Fall ernst nehmen, egal ob es ein Wolfsrudel oder eine Hundemeute war.“ Der Fall müsse untersucht werden.

Es wäre die erste Wolfsattacke in Niedersachsen

Nach Auskunft der Sprecherin des vom Land betriebenen Wolfsbüros, Bettina Dörr, untersuchten zwei Mitarbeiter den gemeldeten Vorfall vor Ort und sprächen mit Beteiligten. „Sie gucken, ob sie dort etwas finden, was den Verdacht erhärtet.“

Nach Angaben des Ortsbürgermeisters von Steinfeld, Jochen Albinger, hatte der Arbeiter am Montag alleine an einem Zaun am Außenbereich des Friedhofs am Ortsrand gearbeitet. Dort schließe sich ein weitläufiges Moorgebiet an, in dem gelegentlich Wölfe gesichtet würden.

Direkte Zeugen für den Vorfall gebe es nicht. Der Arzt, der die Wunde des Arbeiters behandelt habe, habe die Behörden eingeschaltet.

In Deutschland werden immer mehr Wölfe heimisch.

– 13 mehr als im Vorjahr. Die meisten davon leben im Osten.

In Sachsen machte im Oktober ein Fall Schlagzeilen,

40 Tiere starben. Wenige Monate zuvor hatte sich im selben Bundesland ein Unbekannter gegen eine Wölfin gewehrt.

Für Schlagzeilen hatte auch der

(cw/les/dpa)

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