Hirnhautentzündung

Zecken-Gefahr: Mehr FSME-Risikogebiete in Deutschland

Achtung, die Zecken kommen!

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Berlin  Die Gefahr, nach einem Zeckenstich an einer Hirnhautentzündung zu erkranken, ist in Deutschland größer geworden – auch im Norden.

In Deutschland wächst die Gefahr, sich durch einen Zeckenstich mit Frühsommer-Meningoenzephalitits (FSME) zu infizieren. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte, ist die Zahl der FSME-Risikogebiete 2018 auf 161 gestiegen – fünf mehr als im Vorjahr.

Erstmals ist mit dem Emsland auch ein Landkreis in Niedersachsen zum Risikogebiet erklärt worden: Es ist damit die nördlichste deutsche Region, in der vor mit FSME infizierten Zecken gewarnt wird. Als Risikogebiet gelten Regionen, in denen mehr Zecken mit FSME-Viren infiziert sind als im Bundesschnitt.

Das sind die vier weiteren neuen Risikogebiete:

  • Landkreis Sächsische Schweiz (Sachsen)
  • Landkreis Garmisch-Partenkirchen (Bayern)
  • Landkreis Landsberg am Lech (Bayern)
  • Stadtkreis Kaufbeuren (Bayern)

FSME durch Zecken: Größte Gefahr in Süddeutschland

Ein fast umfassendes Risiko besteht laut RKI weiterhin in Bayern und Baden-Württemberg. Außerdem groß bleibe die Gefahr in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Einzelne Risikogebiete gebe es zudem in Mittelhessen (Kreis Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis) und in Rheinland-Pfalz (Kreis Birkenfeld).

In Bayern und Baden-Württemberg gibt es insgesamt nur sechs Städte und Landkreise, die keine FSME-Risikogebiete sind:

  • Heilbronn
  • Augsburg,
  • Landkreis Dillingen a.d. Donau
  • Landkreis Fürstenfeldbruck
  • München
  • Schweinfurt

Impfungen schützen vor FSME-Erkrankungen

FSME ist eine Erkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einigen Betroffenen auch mit einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute einhergeht. Übertragen wird sie hauptsächlich durch infizierte Zecken. Eine Therapie gibt es nicht – aber eine Impfung.

Laut RKI waren fast alle der gemeldeten FSME-Patienten im vergangenen Jahr nicht oder unzureichend geimpft (98 Prozent). Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung gegen FSME, wenn man in einem Risikogebiet lebt oder dort hinreist.

In der Regel sind drei Impfungen nötig, um voll geschützt zu sein. Der Schutz hält dann mindestens drei Jahre. Bei anstehenden Reisen in Risikogebiete kann man inzwischen auch Schnellimpfungen erhalten. 2018 stieg die Zahl der gemeldeten FSME-Erkrankungen von 486 auf 583.

Borreliose durch Zecken deutlich häufiger

Sehr viel häufiger erkranken Menschen allerdings an der ebenfalls von Zecken übertragenen Lyme-Borreliose. Studien gehen laut RKI von schätzungsweise 214.000 Fällen pro Jahr aus. Impfen lassen kann man sich dagegen nicht. Borreliose lässt sich aber mit Antibiotika behandeln.

Man erkennt sie häufig an der sogenannten Wanderröte, die sich ringförmig um den Zeckenstich bildet. Manchmal treten auch Symptome wie Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen auf. Als Schutz empfiehlt sich lange helle Kleidung, auf der sich die Zecken leicht erkennen lassen.

Doch nicht nur Zecken können gefährlich werden.

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(cho)

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