Aschermittwoch

AfD beschimpft türkische Gemeinde als „Kameltreiber“

André Poggenburg auf dem politischen Aschermittwoch der sächsischen AfD.

André Poggenburg auf dem politischen Aschermittwoch der sächsischen AfD.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Nentmannsdorf  Beim politischen Aschermittwoch arbeiteten sich die AfD-Politiker an SPD und CDU ab. André Poggenburg sorgte dann für einen Eklat.

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Der Mann ist noch nicht einmal auf der Bühne, da wird er schon gefeiert. Als am späten Mittwochnachmittag die ersten Besucher mitbekommen, dass der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke die Halle betreten hat, in der die AfD in Mitteldeutschland den politischen Aschermittwoch feiert, gibt es schnell rhythmische „Hö-cke, Hö-cke“-Rufe.

1000 Karten hat die AfD Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nach eigenen Angaben für die Veranstaltung verkauft. Auch André Poggenburg ist gekommen, Chef der AfD in Sachsen-Anhalt, An­dreas Kalbitz, Vorsitzender in Brandenburg, und Jörg Urban, neu gewählter Landesvorsitzender der sächsischen AfD, dazu Jürgen Elsässer – Herausgeber des rechten Monatsmagazins „Compact“. Als die Redner einlaufen, geht wenige Schritte hinter ihnen Pegida-Gründer Lutz Bachmann.

Bachmann und Stellvertreter Siegfried Däbritz sind willkommene Gäste, das zeigt nicht nur ihr Platz direkt vor der Bühne. Egbert Ermer, der für den gastgebenden Kreisverband durch den Abend führt, freut sich, die „Freunde von Pediga speziell“ zu begrüßen.

Witze über Schulz’ früheren Alkoholismus

Auch Poggenburg beendet seine Rede mit Lob und der Bitte nach Applaus für Pegida. Seine Rede verschärft den Ton an diesem Abend deutlich. Bis dahin hatten sich die Redner vor allem an Union und SPD abgearbeitet, mit Witzen über Martin Schulz’ Unentschlossenheit und Merkels Pläne zur Erneuerung, aber auch Schulz’ früheren Alkoholismus und Peter Altmaiers Essgewohnheiten.

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Poggenburg sucht sich andere Gegner. Die türkische Gemeinde, berichtet er, lehne die Pläne für ein Heimatministerium im Bund ab, unter Verweis auf die deutsche Geschichte. Dabei hätten „diese Kümmelhändler“ selbst „einen Völkermord am Arsch“. Das Publikum johlt, als Poggenburg ruft, die „Kameltreiber“ sollten zu ihren „Lehmhütten und Vielweibern“ zurückkehren. Auf die erneuten „Abschieben“-Rufe antwortet er: „Das wäre ein Rezept.“

Als Höcke schließlich die Bühne betritt, wird er begeistert begrüßt. Er sagt, was er häufig sagt: Die „Altparteien“ zerstörten Deutschland, lösten es auf wie „ein Stück Seife unter einem lauwarmen Wasserstrahl“. Er werde oft gefragt, welche Koalition in Berlin ihm am liebsten wäre. Darauf gebe es nur eine Antwort: „Die Sahara-Koalition – alle in die Wüste!“ Das Publikum hat auch darauf eine Antwort: „Ab-schie-ben!“

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