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Merkel nach dem Zittern: Kanzlerin sitzt – schon wieder

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Berlin.  Angela Merkel hat zum zweiten Mal einen Staatsgast im Sitzen empfangen. Die Sorge vor dem Zittern ist offenbar nach wie sehr vor groß.

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Die mehrfachen Zitteranfälle der Kanzlerin beunruhigten viele – und auch sie will offenbar lieber auf Nummer sicher gehen, weitere Aufnahmen dieser Art unbedingt vermeiden. Am Dienstag nahm sie bereits das zweite Mal bei einem öffentlichen Empfang teil – und saß dabei.

Beim Abspielen der Nationalhymnen vor dem Kanzleramt in Berlin saßen sie und die moldauische Ministerpräsidentin Maia Sandu am Dienstag auf Stühlen mit weißem Stoffbezug. Experten gehen davon aus, dass Merkels Zittern psychisch bedingt ist.

Angela Merkel erleidet Zitter-Anfall – Das Wichtigste in Kürze:

  • Erneut hat Merkel einen Zitter-Anfall erlitten
  • Das zeigen Videos vom Besuch des finnischen Premiers Antti Rinne
  • Es ist der dritte Zitter-Anfall der Kanzlerin in der jüngsten Zeit
  • Merkel sagte, man müsse sich keine Sorgen machen
  • Beim ersten Anfall machte sie die Hitze verantwortlich
  • Eine Regierungssprecherin dementierte Krankheitsgerüchte
  • Bereits zum zweiten Mal empfing Merkel nun öffentlich Staatsoberhäupter im Sitzen während der Hymne, zuletzt die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen

Erneut hat Angela Merkel einen Zitter-Anfall erlitten. Es ist bereits der dritte in den vergangenen Wochen. Bei einem Besuch des finnischen Premierminister Antti Rinne hatte Merkel am Mittwoch ihren Körper erneut nicht unter Kontrolle. Als die Nationalhymnen abgespielt worden, hielt die Kanzlerin die Hände verkrampft, biss sich auf die Lippen,

wie auf Videos zu sehen ist. Mehrere Sekunden lang versuchte sich Merkel unter Kontrolle zu bringen.

So stark wie noch zuletzt war das Zittern allerdings nicht. Dennoch dürfte der neuerliche Vorfall die Debatte um den Gesundheitszustand der Kanzlerin weiter anfeuern. Update vom 11. Juli 2019: Angela Merkel sitzt beim Empfang der dänischen Ministerpräsidentin.

Auf einer anschließenden Pressekonferenz mit dem finnischen Ministerpräsidenten sagte Merkel: „Man muss sich keine Sorgen machen.“ Sie begründete den Anfall damit, dass sie immer noch in der „Verarbeitungsphase“ des Anfalls Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei. „Die ist offensichtlich noch nicht ganz abgeschlossen, aber es gibt Fortschritte“, sagte Merkel.

Es ist bereits der dritte Zitter-Anfall von Merkel. Den ersten erlitt die Kanzlerin beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor etwa drei Wochen, als es sehr warm war. Nur neun Tage später kam es im Schloss Bellevue bei der Vereidigung der Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) zu einem Zitter-Anfall.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer hat gesundheitliche Probleme bei Bundeskanzlerin Angela Merkel trotz des neuen Anfalls bestritten. „Der Bundeskanzlerin geht es gut“, versicherte Demmer mehrfach. Zu möglichen Ursachen und eventuellen ärztlichen Untersuchungen wollte sich Demmer nicht äußern. Sie verwies lediglich darauf, dass das Treffen mit dem finnischen Regierungschef wie geplant gelaufen sei und dass die Kanzlerin seit dem ersten Zitteranfall vor drei Wochen alle Termine „bester Dinge“ absolviert habe.

Die Zitter-Anfälle schürten die Sorge, dass es nicht gut um die Gesundheit der Kanzlerin stehe, was sie dementierte. „Mir geht es gut“, betonte sie hinterher mehrfach. Und weiter: „Ich bin überzeugt, so wie diese Reaktion aufgetreten ist, so wird sie auch wieder vergehen.“ Zunächst hatten Mediziner die Hitze verantwortlich für den Zitter-Anfalll gemacht. Beim Vorfall im Schloss Bellevue lagen die Temperaturen allerdings im Normalbereich.

Beim Besuch des G20-Gipfels in Osaka in Japan nahm sie dann nochmal Stellung: „Ich habe aber nichts Besonderes zu berichten. Sondern mir geht es gut.“

Die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ hatten am aus Regierungskreisen berichtet, Merkels Zitteranfall bei der Ernennung Lambrechts sei psychologisch bedingt gewesen. Es sei kein gesundheitliches Problem, sondern Kopfsache. „Die Erinnerung an den Vorfall in der letzten Woche führte zu der Situation heute, also ein psychologisch-verarbeitender Prozess.“ Merkel wird in der kommenden Woche 65 Jahre alt.

Nachricht vom 28. Juni 2019: Angela Merkel hatte erneut körperliche Probleme: Nur acht Tage nach ihrem Aufsehen erregenden Schwächeanfall zitterte die Bundeskanzlerin wieder am ganzen Körper, als der neuen Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) im Schloss Bellevue die Ernennungsurkunde überreicht wurde. Allerdings: Als Regierungschefin hat Merkel keine Zeit, mal auszuspannen.

Großer Unterschied zum Vorfall vor wenigen Tagen: Sie stand dieses Mal nicht in der Sonne. Im Bellevue war es zudem deutlich kühler als vergangene Woche in der prallen Sonne vor dem Kanzleramt.

Weltweit spekulierten Medien umgehend über den Gesundheitszustand der Kanzlerin. Bei „CNN“ hieß es etwa: „Die Kanzlerin verstärkt damit die Sorgen um ihr Wohlergehen“. Viele denken, sie mute sich viel zu viel zu.

Für Merkel ging es nach dem zweiten Zitterauftritt direkt weiter nach Japan – die Vorfälle in Deutschland wird sie hinter sich lassen wollen. Dass die Reise zum G20-Gipfel für Merkel ausfällt, war offenbar keine Option. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte umgehend: Die Reise findet statt.

Auf Twitter berichtet der Regierungssprecher Steffen Seibert vom Treffen in dem asiatischen Land. Über den Zustand seiner Chefin macht er keine Erklärungen mehr. Das Volk muss erst einmal mit „ihr geht es gut“ leben – das hatte Seibert direkt nach dem Vorfall der dpa gesagt.

Nach Zitteranfall: Merkel wirkt bei Ankunft in Osaka fit

Am frühen Freitagmorgen deutscher Zeit kam Merkel in Osaka an. Bei der Begrüßung durch einen Staatssekretär des japanischen Außenministeriums am Flughafen in Osaka wirkte die Kanzlerin aber fit.

In Osaka traf Merkel zunächst den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und dann die anwesenden EU-Kollegen zur Abstimmung der Verhandlungsstrategie. Anschließend kam es zu einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump.

Trump und die Kanzlerin sprachen über amerikanische Innenpolitik – eine ungewöhnliche Themenwahl bei einem solchen Termin. Trump wies Merkel auf die TV-Debatten der demokratischen Präsidentschaftsbewerber hin: „Ich weiß nicht, ob Sie es gesehen haben. Es war nicht sehr aufregend, kann ich Ihnen sagen“. Merkel hörte ihm mit unbewegter Miene zu.

Auch Gespräche mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan werden von Merkel erwartet.

Nach dem Zittern keine Pause: Merkel fliegt direkt nach Japan – hartes Wochenende

An diesem Wochenende steht die Kanzlerin zusätzlich unter Zeitdruck, weil sie schon am Sonntagabend zu einem Sondergipfel der EU zur Besetzung der europäischen Spitzenposten in Brüssel sein muss. Leider die Kanzlerin unter zu heftigem Stress?

Allein diese Reisetätigkeit mit ihren Klima- und Zeitunterschieden kann einen Einblick vermitteln, unter welchem zeitlichen, körperlichen und psychischen Druck die Kanzlerin seit ihrem Amtsantritt 2005 steht. Immer wieder wurde Merkels hohe Belastbarkeit und Ausdauer beschrieben.

Schon nach dem letzten Zitteranfall absolvierte Merkel sofort weiter ihr tagtägliches Hammerprogramm. Zeit für Pause? Kaum. Fraktionssitzungen, Evangelischer Kirchentag, EU-Gipfel in Brüssel. Und das unter Beobachtung von Fotografen – wird sie wieder einen Zitteranfall bekommen? Dieser Fall trat nun am Mittwoch ein – neben Bundespräsident Frank Steinmeier stehend.

Kanzlerin schüttelt sich wieder – Video zeigt Vorfall im Schloss Bellevue

Ein dpa-Fotograf hielt die Szene im Video fest. Es ist 8.36 Uhr. Merkel steht etwas krampfig, ihre Arme eng verschränkt, das Zittern nicht zu übersehen. Als sie sich anschließend wieder bewegte, sei es ihr wieder besser gegangen, berichtete er. Merkel bekam ein Glas Wasser angeboten, das sie aber nicht annahm.

Mit dem erneuten Zitteranfall wächst die Verunsicherung: Geht es Merkel gesundheitlich nicht gut? Steckt mehr hinter dem Zitteranfall? Erst kürzlich hatte es einen vergleichbaren Vorfall gegeben. Da hatte die Kanzlerin sich mit Wassermangel erklärt.

Bei Twitter wird der Gesundheitszustand der Kanzlerin diskutiert, viele machen sich große Sorgen: „Langsam ist es besorgniserregend mit Angela Merkel...“ schreibt ein Nutzer. „Sie sollte sich mehr Ruhe geben“, findet ein anderer. „Bei dem Arbeitspensum wäre ich seit Jahren wahnsinnig“, meint ein anderer.

In Japan wird es für Merkel wieder stressig. In Osaka sind 27 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. EU-Ratspräsident Donald Tusk geht von einem schwierigen Gipfel aus. Beginn ist Freitag, zwei Tage werden zum Beispiel Klimawandel und Handelskriege verhandelt.

Merkel hatte ersten Zitteranfall bei Selenskyj-Besuch

In der vergangenen Woche hatte Merkel bei einem Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erheblich gezittert. Während sie gemeinsam mit Selenskyj auf das Abschreiten der Ehrenformation der Bundeswehr wartete, begannen ihre Beine und ihr Körper heftig zu zittern.

Merkel nach Zitteranfall- Mir geht es sehr gut

Als sie mit dem Präsidenten dann die Formation abschritt, hatte sich das sichtbar wieder gelegt. Merkel erklärte später, sie habe an dem heißen Tag zu wenig getrunken. Nach dem Zittern war Angela Merkel wieder problemlos unterwegs.

Merkel soll trotz neuem Zittern zum G20-Gipfel reisen

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur über mögliche Auswirkungen des neuerlichen Vorfalls auch auf Merkels am Mittag geplante Reise zum G20-Gipfel nach Japan: „Alles findet statt wie geplant. Der Bundeskanzlerin geht es gut.“ Merkel saß anschließend im Bundestag auf der Regierungsbank.

Warum die Kanzlerin beim Empfang von Selenskyj zitterte

Angela Merkel sorgt mit Zittern für Wirbel – Das Wichtigste in Kürze:

  • Angela Merkel hat einen erneuten Zitteranfall erlitten
  • Schon eine Woche zuvor war ihr das beim Empfang des ukrainischen Präsidenten passiert
  • Videos zeigen, wie die Kanzlerin kurz zittert
  • Mediziner hielten den ersten Schwächeanfall für nicht besorgniserregend
  • Anschließend schien Merkel wieder bei bester Gesundheit zu sein
  • Sie selbst äußerte sich zu ihrem ersten Zitteranfall – und zerstreute Zweifel an ihrer Gesundheit
  • Ihre Reise zum G20-Gipfel soll dennoch stattfinden

Meldung vom 22. Juni 2019: Angela Merkels Zitter-Anfall vom Dienstag war schnell wieder vergessen. Und die Kanzlerin hatte daran einen großen Anteil: Denn für Merkel stand ein Termin nach dem anderen auf dem Terminplan. Nachdem sie am Mittwoch in Goslar und Dresden war, weilte sie am Donnerstag und Freitag beim Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Und auch am Wochenende hat Merkel keine Zeit zum Ausruhen.

Im Gegenteil: Am Samstag ist die Kanzlerin beim evangelischen Kirchentag in Dortmund. Sie nutzte die Gelegenheit und holte zu einem Rundumschlag aus. Sie sprach über die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit, den Mord an Walter Lübcke und den Klimaschutz. Dabei nahm die Kanzlerin kein Blatt vor dem Mund.

Merkel wurde von den Kirchentagsteilnehmern stürmisch gefeiert. So erhoben sich die Zuhörer in der nahezu voll besetzten Westfalenhalle sowohl zu Beginn als auch zum Abschluss von den Plätzen und spendeten ihr lang anhaltenden Beifall. Merkels Reaktion: „Wir nehmen das gleich mal als Lockerungsübung, wie das auf Kirchentagen üblich ist.“

Merkel nahm beim Kirchentag an einer zweistündigen Veranstaltung zum Thema „Vertrauen als Grundlage internationaler Politik?“ teil. Dabei teilte sie sich das Podium mit der ehemaligen Staatspräsidentin Liberias, Ellen Johnson Sirleaf. Die Friedensnobelpreisträgerin sagte, Merkel werde als eine der größten politischen Führungspersönlichkeiten des 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen.

Sie appellierte an die 64-Jährige, noch länger als geplant im Amt zu bleiben. Doch Merkel erwiderte: „Alles hat einen Anfang und alles hat nun einmal ein Ende.“ Zum Ende dieser Legislaturperiode will Merkel aufhören und strebt dann nach eigener Aussage auch kein anderes politisches Amt an.

Im Zusammenhang mit dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat die Kanzlerin vor einem Verlust der Glaubwürdigkeit staatlicher Institutionen gewarnt. Merkel erinnerte an ihr Versprechen an die Angehörigen der NSU-Opfer, die Verbrechen der Neonazi-Terrorzelle vollständig aufzuklären. „Gibt es eben aus diesen Zeiten hier Verbindungen?“, fragte Merkel.

Ohne jedes Tabu müsse aufgeklärt werden, sagte die CDU-Politikerin. „Sonst haben wir einen vollkommenen Verlust der Glaubwürdigkeit. Und der ist natürlich das Gegenteil von dem, was wir brauchen, nämlich Vertrauen“, sagte Merkel. Daher sei der Staat auf allen Ebenen gefordert. „Und die Bundesregierung nimmt das sehr, sehr ernst.“

Merkel- Staat muss Rechtsextremismus in Anfängen bekämpfen

Auch auf den Konflikt der USA mit dem Iran kam die Kanzlerin zu sprechen. So mahnte sie eine friedliche Lösung der Krise zwischen den USA und dem Iran an. „Aus meiner Sicht muss es eine politische Lösung geben.“ Erneut bekannte sie sich zu internationaler Zusammenarbeit und betonte die Bedeutung von Organisationen wie den Vereinten Nationen und der Europäischen Union. „Misstrauen wird mancherorts gar zur Regierungspolitik erklärt“, kritisierte sie und warnte: „Ohne Vertrauen als Grundlage kann internationale Politik nicht gelingen.“

Auch Außenminister Heiko Maas ist vor Ort. In Dortmund verdeutlichte Merkel nochmal, dass Deutschland an dem Ziel der Klimaneutralität festhalte – auch wenn es beim vorherigen EU-Gipfel in Brüssel keine Einigung dafür gab. Sie gab damit ein Versprechen, was sie zuvor auch Schülern bei ihrem Besuch in Goslar gegeben hatte.

Fürr Deutschland heiße das, „dass wir bis 2050 mit Blick auf das Klimathema Klimaneutralität erreichen können und erreichen werden“, sagte die Regierungschefin. In ihrer Rede auf dem Kirchentag warb Merkel erneut für internationale Zusammenarbeit und kritisierte die zunehmenden nationalen Rückbesinnungen in vielen Staaten. „Kein Land alleine kann die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts allein bewältigen“, sagte sie.

Meldung vom 21. Juni 2019: Am Freitag hatte Merkel noch fehlenden Respekt für ihre Absage, für einen EU-Posten nicht zur Verfügung zu stehen, beklagt.

„Ich sage immer noch nein“, betonte sie am Freitag nach dem EU-Gipfel in Brüssel auf eine entsprechende Journalistenfrage. „Ich (bin) ein bisschen traurig, dass meine Worte, die ich jetzt so oft gesagt habe auch in der gleichen Weise, scheinbar auch überhaupt nicht respektiert werden. Und ich finde, das könnte man tun“, sagte sie. Zuletzt hatte sich der frühere Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) für Merkel als künftige EU-Ratspräsidentin ausgesprochen.

In Brüssel kämpfte die Kanzlerin bis spät in die Nacht um die Besetzung der EU-Spitzenpositionen. Doch eine Einigung gab es nicht. Im Anschluss traf sich Merkel noch einmal mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Macron traf danach zudem noch zu einer Fünfer-Runde mit den Regierungschefs aus Spanien, Portugal, Belgien und den Niederlanden zusammen, wie Diplomaten berichteten.

Zum Inhalt der Diskussionen am Freitagmittag gab es zunächst keine Angaben. Es dürfte allerdings um die Frage gegangen sein, wie ein Kompromiss im Streit um die Besetzung von EU-Spitzenposten aussehen könnte. Macron gehört wie Belgiens Premierminister Charles Michel und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte zur Gruppe der liberalen Staats- und Regierungschefs.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez und sein portugiesischer Amtskollege António Costa sind hingegen Sozialdemokraten, Merkel ist Mitglied der christdemokratischen Parteienfamilie EVP.

Nicht die einzige Niederlage Merkels

Es war nicht die einzige Niederlage der Kanzlerin. Die Regierungschefs kamen auch beim Klimaschutz nicht voran. So konnte sich die EU nicht auf ein gemeinsames Klimaziel bis 2050 einigen. Und auch eine Lösung zur Besetzung der neuen EU-Führung wurde vertagt.

Die 28 Staats- und Regierungschefs bekannten sich am Donnerstagabend in zwei gemeinsam verabschiedeten Texten nur grundsätzlich zu dem Vorhaben, auch wenn die Mehrzahl sich für die Frist aussprach. Merkel war dennoch positiv und zuversichtlich gestimmt. Es sei ein gutes Zeichen, dass die Staaten sich zum Pariser Klimaabkommen bekannt haben. sagte sie. Damit gebe es eine „sehr gute Ausgangsposition“ um „Vorreiter für den internationalen Klimaschutz sein zu können“.


Merkel Zitter-Anfall spielt keine Rolle mehr

„Heute ist es zu früh, um sich auf Namen und Posten festzulegen“, sagte EU-Ratschef Donald Tusk. „Wir brauchen mehr Zeit, um das gesamte Feld zu diskutieren.“ Deshalb wolle man sich am 30. Juni zum Sondergipfel erneut treffen.

An ihren Zitteranfall von vor zwei Tagen dachte in Brüssel vermutlich wohl niemand mehr, was auch daran liegt, dass Merkel in die Offensive ging und eine klare Ansage an Zweifler und ihre eigene Partei machte. „Ich glaube, dass im Augenblick uns etwas fehlt, und daran müssen wir arbeiten: Dass wir nicht positiv genug in die Zukunft schauen.“

Sie sagte mit Blick auf die Grünen: Sie würden ziemlich froh in die Zukunft schauen und beim Klimaschutz sagen: „Wir haben dafür Konzepte, und das ist ‘ne harte Anstrengung. Aber wir können das hinkriegen.“ Merkel weiter: „Das muss die CDU auch wieder machen: Sie muss die Themen aufnehmen der Menschen“, sagte Merkel.

Merkel nutzte die Gelegenheit, um ihre Partei wach zu rütteln. Es müsse jetzt heißen: „An die Arbeit und in die Hände gespuckt.“ Und Zweiflern an ihrem Gesundheitszustand entgegnete sie: Mir geht es sehr gut.“

Beim Besuch des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag bekam Angela Merkel vor laufenden Kameras einen Zitteranfall. Sie hatte Mühe, sich zu kontrollieren. Sofort gingen die Bilder um die Welt – doch nur zwei Tage später denkt daran niemand mehr.

In sozialen Netzwerken überschlugen sich direkt nach dem Vorfall die Kommentatoren: Ist Angela Merkel krank? Wie steht es um ihre Gesundheit? Machen ihr die vielen Reisen und der anstrengende Job zu schaffen? Doch Merkel ist ein Profi, der lange in dem Geschäft ist. Sie weiß, wie sie solchen Gerüchten am besten entgegentritt: einfach weitermachen, sich nichts anmerken lassen und auf Fragen stets mit einem Lächeln antworten.

So auch am Mittwoch in Goslar, wo sie von Sigmar Gabriel (SPD) in seiner Heimatstadt empfangen wurde. Auf die Frage eines Reporters, wie sie sich fühle, sagt sie nur: „Wunderbar.“

Sie hatte dann selbst noch einen Rat: Bei den aktuell hohen Temperaturen solle man „nicht zuviel Kaffee trinken und mehr Wasser“. In Goslar, nur einen Tag nach ihrem Zitteranfall, besuchte die Kanzlerin gemeinsam mit ihrem früheren Vizekanzler Gabriel und dessen kleiner Tochter Marie das Museumsbergwerk Rammelsberg. Und typisch wie sie ist, zeigt Merkel keine Schwäche: Sie schüttelt Hände, badet in der Menge, lässt sich fotografieren, gibt Selfies.

Gabriel ist Ehrenbürger seiner Heimatstadt Goslar. Er hatte den Besuch der Kanzlerin vermittelt.

Merkel von Schülergruppe empfangen

Zeit zum Ausruhen blieb für die Kanzlerin trotz der Hitze nicht. Nach dem Besuch in Goslar wollte sie noch am späten Nachmittag nach Dresden mit dem Hubschrauber weiterfliegen. Dort war ein Termin zum Themenbereich künstliche Intelligenz geplant. Auch interessant: Diese Hitze-Irrtümer können gefährlich werden.

Nach ihrem Zitteranfalll antwortete Merkel auf eine Frage: „Ich hab’ inzwischen mindestens drei Gläser Wasser getrunken, das hat offensichtlich gefehlt. Und insofern geht es mir sehr gut.“

In Goslar wurde die Kanzlerin nicht nur von Ex-Außenminister Sigmar Gabriel empfangen, sondern auch von Dutzenden Schülern, die gegen die Klimapolitik der Bundesregierung protestierten.

Merkel kritisiert die CDU

Merkel kommt auch auf die CDU-Schelte von YouTuber Rezo zu sprechen. Bisher hat sich die Kanzlerin hier zurückgehalten, wohl auch aus Rücksicht auf ihre Wunschnachfolgerin als Parteivorsitzende, Annegret Kramp-Karrenbauer – doch das scheint jetzt vorbei. Selbst wenn Merkel AKK nicht beim Namen nennt - der neuen Chefin im Adenauerhaus, der Parteizentrale, dürften die Tipps nicht wirklich gefallen, die sie von Merkel ziemlich unverklausuliert serviert bekommt.

Rezo-Video- Das sagt AKK zur Social-Media-Strategie der CDU

Als die Kanzlerin von einer Schülerin auf die miesen Ergebnisse bei der Europawahl und auch darauf angesprochen wird, dass die CDU ja gegenwärtig irgendwie bröckele, wird Merkel deutlich. „Ich glaube, dass im Augenblick uns etwas fehlt, und daran müssen wir arbeiten: Dass wir nicht positiv genug in die Zukunft schauen.“

Warum zitterte Angela Merkel eigentlich?

Doch warum zitterte Merkel am Dienstag eigentlich? Nach dem Vorfall äußerten sich Mediziner zum Gesundheitszustand der Kanzlerin. Auf Videos ist zu sehen, wie es der Kanzlerin deutlich schwer fiel, ihren Körper unter Kontrolle zu bekommen.

Mehrere Ärzte sahen aber keinen Hinweis auf ein ernsteres medizinisches Problem der Kanzlerin. Es sei plausibel, dass Merkels Zittern auf einen Flüssigkeitsmangel zurückgeführt werden könne, sagt etwa Alexander Schultze, stellvertretender Leiter der Notaufnahme am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf der Deutschen Presse-Agentur.

Angela Merkel zittert: „Das sieht aus wie ein Kreislaufproblem“

Aus medizinischer Sicht sei das Zittern an sich nicht alarmierend, ein Flüssigkeitsmangel bei diesem Wetter nicht untypisch. Die Information, dass es der Kanzlerin nach drei Gläsern Wasser wieder besser ging, könne durchaus ein Hinweis darauf sein, dass es sich um ein kurzzeitiges Kreislaufproblem gehandelt habe, sagt Schultze.

Ein Berliner Neurologe, der ungenannt bleiben wollte, sagte der dpa: „Das sieht aus wie ein Kreislaufproblem.“ Dies sei mit Abstand die wahrscheinlichste Ursache für Merkels Zittern.

Auch der Allgemeinmediziner Jakob Berger, Bezirksvorsitzender des bayerischen Hausärzteverbandes, sieht in dem Vorfall noch keinen Grund zur Beunruhigung. „Gewundert habe ich mich schon“, sagt er „Focus Online“. „Aber eher, weil Frau Merkel sonst immer so stabil wirkt.“

Nach Angaben von Teilnehmern habe das Zittern weder beim Vorgespräch von Unionsseite noch im Kabinett selbst und auch nicht am Rande des Kabinettes eine Rolle gespielt. Merkel leitete die Sitzung wie üblich.

Kanzlerin zu Besuch in Goslar

Beim Besuch Merkels in Golsar stehen auch Besuche des zum Unesco-Welterbe gehörenden Museumsbergwerks Rammelsberg sowie der historischen Kaiserpfalz und ein Spaziergang mit Gabriel, der aus Goslar kommt, durch die Altstadt.

Für die frühere CDU-Bundesvorsitzende ist es der zweite Besuch in Goslar. Im Oktober 2010 hatte Merkel aus Anlass des 60. Gründungstages ihrer Partei der Stadt ihre Aufwartung gemacht. In Goslar hatten die Christdemokraten 1950 ihren Gründungsparteitag veranstaltet.

Hitze in Berlin der Grund für Merkels Zittern?

Es war heiß am Dienstagmittag in Berlin. Das bekam auch Kanzlerin Angela Merkel zu spüren. Während sie gemeinsam mit dem neuen Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, auf das Abschreiten der Ehrenformation der Bundeswehr gewartet hatte und der deutschen Nationalhymne gelauscht hatte, begann sie am ganzen Körper deutlich zu zittern.

Zuerst ihre Beine, dann am ganzen Körper. Sie kämpfte darum, die Haltung zu bewahren, das machten auch ihre aufeinandergepressten Lippen deutlich. Allerdings währte der Zitteranfall nur kurz – denn wenig später, als sie mit dem Präsidenten dann die Formation abschritt, hatte sich das Zittern sichtbar wieder gelegt.

Den Grund nannte Merkel dann später auf der gemeinsamen Pressekonferenz selbst: Sie habe zu wenig getrunken, sagte die Kanzlerin lächelnd. Inzwischen habe sie jedoch drei Gläser Wasser geleert – das habe ihr offenbar gefehlt. Wie man sehe, gehe es ihr wieder sehr gut.

Merkel und Selenskyj verstehen sich gut

Das Treffen des Nachfolgers von Petro Poroschenko mit Merkel verlief trotz allem harmonisch, die beiden verstehen sich gut. Dennoch konnte der freundschaftliche Ton die Unterschiede nicht überdecken.

Selenskyj sprach ganz offen an: Beim Erdgas-Pipeline-Projekt Nord Stream 2 hätten Kiew und Berlin „diametral gegensätzliche Positionen“. Die ukrainische Regierung würde am liebsten die bisherigen Pipelines beibehalten – für die Durchleitung von Gas zwischen Russland und EU-Ländern kassiert sie zwei bis drei Milliarden Dollar pro Jahr.

Merkel hatte hingegen immer wieder für Nord Stream 2 als „wirtschaftliches Vorhaben“ geworben. Bei der Unterwasserleitung durch die Ostsee hat der russische Staatskonzern Gazprom die Führung, aber auch europäische Unternehmen wie die BASF-Tochter Wintershall sind mit ihm Boot.

Hitzewelle- So gefährlich ist die Wärme für den Körper wirklich

Beim Thema Russland-Sanktionen gab Selenskyj sich hart. Die Unterstützung pro-russischer Rebellen sowie die Krim-Annexion prangerte er an. Vorstöße wie der des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) für eine Lockerung der Strafmaßnahmen bügelte Selenskyj ab.

Wenn nötig, müssten diese noch verstärkt werden. „Selenskyj setzt in diesen Punkten Poroschenkos harte Linie fort, die von einer breiten Mehrheit in der ukrainischen Bevölkerung geteilt wird“, sagt Wilfried Jilge von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin.

Angela Merkel ist grundsätzlich sehr fit

Es war übrigens nicht das erste Mal, dass die Kanzlerin bei ähnlichen Gelegenheiten einen solchen Moment der Schwäche zeigte. So hatte Merkel bereits bei einem Staatsbesuch in Mexiko einmal unter starkem Zittern gelitten – auch damals wurde als Ursache Wassermangel angegeben.

Als sie 2015 in Bayreuth bei einem Opernbesuch der Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“ vom Stuhl kippte, war zunächst ebenfalls von einem Schwächeanfall die Rede. Allerdings hatte damals der Stuhl nachgegeben, so dass die Regierungschefin unfreiwillig herunter rutschte. Ein Regierungssprecher hatte damals dementiert, dass es sich um einen Schwächeanfall gehandelt habe.

Am Rande des CDU-Parteitags 2014 hatte die Kanzlerin ein Interview absagen müssen. Nach den Gremiensitzungen sollte sie von ARD und ZDF interviewt werden und erlitt dabei einen Schwächeanfall, der zum Abbruch des Interviews führte. Auch damals hieß es, sie habe sich kurz nicht wohlgefühlt, dann etwas gegessen und getrunken. Am späteren Abend war Merkel der Vorfall dann nicht mehr anzumerken – sie unterhielt sich beim Presseempfang stundenlang mit Journalisten.

„Ich habe gewisse kamelartige Fähigkeiten“

Grundsätzlich verfügt die 64-Jährige über eine sehr gute Konstitution. Sie sei auch nach langen Flugstrecken oft „die fitteste von allen“, wie es ein langjähriger Außenamtsmitarbeiter beschreibt. Aus ihrem Umfeld hieß es am Dienstagnachmittag, sie sei schon beim Arbeitsmittagessen mit dem ukrainischen Präsidenten wieder fit gewesen. Sie habe allerdings die Sonne im Hof des Kanzleramts unterschätzt.

Im Gespräch mit der Frauenzeitschrift „Brigitte“ wurde Merkel einmal angesprochen, ob sie wirklich nur vier Stunden Schlaf brauche. Nein, antwortete sie damals. Aber: „Ich habe gewisse kamelartige Fähigkeiten. Ich habe eine gewisse Speicherfähigkeit. Aber dann muss ich mal wieder auftanken.“ (bekö/cho/ses/ba)

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