Düsseldorf. In NRW geben immer mehr Lehrkräfte wegen Überlastung den Job auf. 2023 lag die Zahl nochmal 16 Prozent höher als im Jahr zuvor.

Die Zahl der Dienstaustritte von verbeamteten Lehrkräften und angestelltem Schulpersonal ist 2023 in Nordrhein-Westfalen gestiegen. 930 Menschen seien in dem Jahr aus dem Schuldienst ausgeschieden, davon 320 Beamtinnen und Beamte und 610 unbefristet tätige Tarifbeschäftigte, wie das NRW-Schulministerium am Sonntag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes bestätigte. Zuerst hatte der WDR darüber berichtet. 2022 hätten noch 798 Menschen den Schuldienst verlassen, 2013 hingegen nur 299. Lehrerverbände und Gewerkschaften klagen wegen des Personalmangels über hohe Belastungen im Schuldienst.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf wurde laut Ministerium mit insgesamt 278 Austritten die höchste Zahl verzeichnet, darunter 91 Beamte und 187 weitere Beschäftigte. Im Regierungsbezirk Detmold wurden mit 105 Kündigungen die wenigsten Dienstaustritte verzeichnet (29 Beamte und 76 Tarifbeschäftigte).
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Ein Sprecher des Ministeriums verwies darauf, dass Ende 2023 (Stand: 1. Dezember) insgesamt rund 5.000 Menschen mehr an den Schulen in NRW gearbeitet hätten als noch ein Jahr zuvor. Die Zahl der Berufswechsel im Schulbereich sei im Vergleich zu anderen Bereichen in Wirtschaft und Verwaltung keine Ausnahme und lasse sich auf den allgemeinen Fachkräftemangel zurückführen.

Laut Ministerium arbeiteten 2023 insgesamt 154.628 Beamtinnen und Beamte sowie 25.982 unbefristet tätige Tarifbeschäftigte im NRW-Schuldienst. Im Sommer 2023 habe landesweit Personal im Umfang von rund 6.700 Lehrerstellen gefehlt. Der Bedarf der Schulen sei zu dem Zeitpunkt im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 6000 Stellen angestiegen. (epd)