Cyberangriffe

Behörde warnt vor Hackerattacken auf ganz alltägliche Geräte

Seehofer kündigt Maßnahmen zur Verbesserung von Cybersicherheit an

Angriffe im Internet nehmen offenbar weiter zu.

Angriffe im Internet nehmen offenbar weiter zu.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Experten sehen Alltagstechnik wie Küchengeräte, Fernseher und Telefone als Hackerziele. Selbst Herzschrittmacher könne man treffen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Ziel der Cyberkriminellen ist bei vielen zu Hause, in den eigenen vier Wänden: Küchengeräte, Stromzähler, Fernseher, Telefone, Heizungen. Käufer können heutzutage viele Geräte im Alltag mit dem Internet verbinden. Das Internet der Dinge – für Deutschlands Cyberabwehrbehörde ist es einer der Trends, die für Deutschland eine Gefahr sind.

Geräte können von Hackergruppen zu Tausenden missbraucht werden: durch Datenklau der Nutzer oder Sabotage, aber auch, um mit der Rechenleistung der gekaperten Geräte eine größere Cyberattacke zu starten.

Lebensgefahr bei Hackerangriffen auf Medizintechnik

Bei der Vorstellung des Jahresberichts warnte der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, sogar davor, dass es unter Laborbedingungen etwa gelungen sei, Herzschrittmacher oder Beatmungsgeräte zu hacken und umzuprogrammieren. Das könne lebensgefährlich für die Betroffenen sein.

In dem aktuellen Bericht hebt Deutschlands Cyberabwehrbehörde hervor, dass gerade Medizintechnik häufiger Ziel von Kriminellen sein können. Immer mehr Nutzer erledigen zudem Bankgeschäfte über das Handy oder Tablets – auch das ist ein Ziel der Hacker. Und noch einen Trend erkennen die IT-Fachleute des BSI: illegales Krypto-Mining.

„Das heißt, Geräte werden übernommen, fremdgesteuert und die Rechenleistung wird praktisch von ihnen gestohlen und benutzt, um neues Geld zu wertschöpfen.“ Bei solchen Aktionen kapern Kriminelle mithilfe von Schadsoftware die Rechner, um die Kapazität für die Produktion digitaler Währungen wie Bitcoin zu nutzen.

Erfolgreicher Angriff auf Auswärtiges Amt

800 Millionen Programme für Schadsoftware registrierten Schönbohms Cyberexperten allein 2017 auf dem Markt. Das zeigt die Dimensionen. Und auch 2017 meldete das BSI täglich etliche Angriffe auf Server der Bundesverwaltung oder der Ministerien. Die meisten blieben erfolglos.

Aber in einzelnen Fällen gelang der Durchbruch der Hacker – wie etwa beim Angriff auf die Hochschule des Bundes und das Auswärtige Amt. Laut BSI hatte die Behörde den Angriff zu jeder Zeit unter Kontrolle, nur wenige Dokumente konnten abgezogen werden.

Bei der Vorstellung des Berichts hob auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) noch einmal hervor, dass die „Fakten und Analysen“ dafür sprechen, dass sowohl hinter dem Angriff auf das Netzwerk des Bundestags im Jahr 2015 als auch auf den Angriff auf das Auswärtige Amt der russische Geheimdienst steckt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik