Todesstrafe

Brunei fordert „Toleranz“ für Steinigung Homosexueller

Todesstrafe für Homosexuelle in Brunei:  Demonstranten protestieren vor dem Hotel The Dorchester in London. Das Hotel gehört über Tochterfirmen dem Sultanat Brunei.

Todesstrafe für Homosexuelle in Brunei: Demonstranten protestieren vor dem Hotel The Dorchester in London. Das Hotel gehört über Tochterfirmen dem Sultanat Brunei.

Foto: Sophie Hogan / dpa

Berlin  Brunei will Homosexuelle steinigen lassen. Das sorgte weltweit für heftige Kritik. Alles nur ein Missverständnis, erklärt das Land.

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International herrschte Fassungslosigkeit – auch das Europäische Parlament kritisierte Brunei heftig. Grund dafür: In dem Sultanat herrschen seit dem 3. April härtere Strafverfolgungsregeln. Dazu zählt auch, dass Homosexuelle fortan gesteinigt werden dürfen.

Nun hat sich Land zu der Aufforderung, dies doch noch einmal zu überdenken und die Gesetze zu überarbeiten, geäußert. Tenor: Man möge Brunei doch bitte machen lassen, was das Land will – im Sinne der Tradition des Landes. In diesen Ländern gibt es für Homosexualität die Todesstrafe.

Brunei will Todesstrafe für Homosexuelle - das Wichtigste in Kürze

  • Brunei will wieder die Todesstrafe für Homosexuelle einführen
  • Das sorgte international für viele Schlagzeilen und Kritik
  • Jetzt verteidigt der Sultan sein Vorgehen und fordert "Toleranz"

Der „Guardian“ zitierte aus einem vierseitigen Brief des Sultanats an die Europaabgeordneten, in dem es hieß, Steinigungen als Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex würden selten sein, da zwei Männer von „hohem moralischem Rang und Frömmigkeit“ als Zeugen erforderlich seien.

Im Hinblick auf den Wunsch des Landes, seine traditionellen Werte und seine „Familienlinie“ zu bewahren, fordere man „Toleranz, Respekt und Verständnis“. Verschärft wurden auch die Strafen für Diebstahl: Künftig müssen Diebe damit rechnen, dass ihnen Hände und Beine amputiert werden.

Scharia ist Grundlage für homophobe Gesetzgebung

Grundlage dafür ist die Scharia, die im weiten Sinne die religiösen und rechtlichen Normen im Islam regelt. In dem Brief hieß es weiter, die internationale Kritik sei auf ein Missverständnis zurückzuführen. Die Kriminalisierung von Ehebruch und Unzucht soll die Unantastbarkeit der Familienlinie und der Ehe von verschiedenen Muslimen gewährleisten, insbesondere von Frauen.“

Das Europäische Parlament hatte dem Bericht zufolge vergangene Woche dazu aufgerufen, das Einfrieren von Vermögenswerten, Visa-Verbote und eine schwarze Liste von Hotels zu prüfen. Todesstrafe für Homosexuelle: George Clooney mischt sich ein.

Konservative islamische Kräfte in Brunei auf dem Vormarsch

In dem Sultanat auf der Insel Borneo sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner muslimischen Glaubens. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch. Schwule und Lesben werden in der ehemaligen britischen Kolonie seit Langem unterdrückt. Bislang standen auf homosexuelle Beziehungen bis zu zehn Jahre Haft.

(ses/dpa)

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