Statistik

Deutschland nimmt die meisten Asylsuchenden in der EU auf

Die meisten positiven Schutzgesuche innerhalb der EU ergingen an Syrer.

Die meisten positiven Schutzgesuche innerhalb der EU ergingen an Syrer.

Foto: Jens Wolf / dpa

Luxemburg  Deutschland hat 2018 erneut die meisten Asylsuchenden innerhalb der EU aufgenommen. Doch es waren weit weniger Fälle als noch 2017.

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Im Vergleich mit anderen EU-Staaten hat Deutschland im Jahr 2018 die meisten Asylsuchenden aufgenommen. Gut 40 Prozent aller positiv entschiedenen Asylgesuche oder Fälle eines anderen Schutzstatus innerhalb der EU wurden in Deutschland behandelt.

Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat waren das 139.600 von insgesamt 333.400 Fällen innerhalb der EU. Italien und Frankreich haben 47.900 bzw. 41.400 Asylgesuche positiv entschieden. Auffällig an den Daten ist, dass Deutschland zwar 40 Prozent der Asylsuchenden aufgenommen hat, aber nur rund 16 Prozent der Gesamtbevölkerung innerhalb der Europäischen Union stellt.

Frankreich (13 Prozent), Großbritannien (12,9 Prozent) und Italien (11,8 Prozent) stellen nach Angaben des Statistikportals Statista nur unwesentlich weniger Bürger der EU. Die Asylzahlen liegen jedoch weit unter denen Deutschlands.

Asyl: Deutschland im Jahr 2017 mit noch mehr positiven Bescheiden

Im Vorjahr hatte Deutschland mit 325.400 sogar noch deutlich mehr positive Bescheide ausgestellt. Dies machte 2017 einen EU-Anteil von 60 Prozent der positiven Entscheidungen aus.

EU-weit ging die Zahl der neuen Anerkennungen von Schutzsuchenden im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück und fiel um fast 40 Prozent. Die meisten positiven Bescheide gingen an Syrer (96.100), Afghanen (53.500 und Iraker (24.600). 70 Prozent der Syrer erhielten ihren Schutzstatus in Deutschland.

Flüchtlinge: Zahl der Asylanträge sinkt weiter
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In die Debatte um die Asylpolitik in Deutschland hatte sich zuletzt erneut der ehemalige Präsident des Bundesamt für Verfassungsschutz eingeschaltet.

Zuvor waren

gegangen.

Asylbewerber: Vorbehalte der Deutschen wachsen

Die Zahl der neu ankommenden Asylbewerber ist zuletzt gesunken, dennoch wachsen bei den Deutschen die Vorbehalte gegen Asylsuchende. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen „Mitte-Studie“, einer repräsentativen Reihenuntersuchung, mit der alle zwei Jahre rechtsextreme Einstellungen und „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ gemessen werden.

Hatten sich 2014 noch rund 44 Prozent der Befragten negativ über Asylsuchende geäußert, so stieg dieser Wert bei der Befragung von 2016 – während der sogenannten Flüchtlingskrise – auf 49,5 Prozent. Als Andreas Zick, Beate Küpper und ihre Mitautoren im Februar 2019 ihre jüngste Befragung auswerteten, stellten sie fest: Mit 54,1 Prozent war der Anteil derjenigen, die sich abwertend über asylsuchende Menschen äußern, so hoch wie nie seit 2011.

Dies als Zeichen einer immer stärker um sich greifenden allgemeinen Intoleranz zu interpretieren, greift aber zu kurz. Denn die Autoren der Studie, die von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebenen wird, fanden auch heraus, dass die Vorbehalte gegen Obdachlose seit 2014 kontinuierlich abgenommen haben. Hatten sich im Jahr 2016 noch 18 Prozent der Befragten negativ über Wohnungslose geäußert, so waren es zuletzt nur noch knapp elf Prozent. (dpa/ac)

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