Sicherheitsliste

Die EU will Lkw-Terrorattacken besser vorbeugen

Das Drama vom Breitscheidplatz in Berlin: Zwölf Menschen starben, nachdem Anis Amri diesen Lkw in die Menge gesteuert hatte.

Das Drama vom Breitscheidplatz in Berlin: Zwölf Menschen starben, nachdem Anis Amri diesen Lkw in die Menge gesteuert hatte.

Foto: imago stock&people

Brüssel.   Die blutige Spur zieht sich durch Europa: Terroristen haben mit Lkw-Anschlägen 120 Menschen getötet. Die EU setzt eine neue Strategie dagegen.

Die EU-Kommission sucht einen neuen Weg, um das Risiko von Terrorattacken mit Lastwagen zu verringern: Mit speziellen Sicherheitsrichtlinien sollen Lkw-Fahrer und Transportunternehmen nach WAZ-Informationen europaweit für die Gefahren sensibilisiert und zur Wachsamkeit aufgerufen werden.

Keine unbekannten Passagiere mitnehmen, stets alle Fenster und Türen geschlossen halten, die Route genau planen und nur sichere, möglichst vorgebuchte Parkplätze ansteuern: Der sogenannte „Werkzeugkasten für die Sicherheit“ lässt kaum eine denkbare Schwachstelle aus. Nach Pausen sollen die Trucker bei der Rückkehr zu ihren Fahrzeugen aufmerksam nach möglichen Einbruchsspuren Ausschau halten, auch von Polizisten sollen sie vor dem Aussteigen erst den Ausweis verlangen, in sozialen Netzwerken keine Fahrtrouten preisgeben und nicht zu vertrauensselig sein.

Straßen und Plätze sind Ziel des Terrors

Die Liste solle aufzeigen, „wie mit möglichen Bedrohungen durch den

Terrorismus umgegangen werden kann“, erläutert die Behörde. „Wenn Terroristen ihre Taktik ändern, müssen wir unsere Antwort anpassen und weiterentwickeln“, sagt der EU-Kommissar für die Sicherheitsunion, Julian King.

Allen Attacken sei eines gemeinsam: Immer waren Straßen oder Plätze mit vielen Fußgängern das Ziel. Die EU-Kommission hat deshalb bereits einen „Aktionsplan zum verbesserten Schutz öffentlicher Räume“ vorgelegt. Der Fokus der Terroristen verlagere sich hin zu Fußgängerzonen, touristischen Zielen, Bahnhöfen, Krankenhäusern, Shoppingcentern, Konzerthallen und öffentlichen Plätzen in der Stadt, warnt die Brüsseler Behörde.

Schutzmöglichkeiten gesucht

Jetzt sucht sie mit öffentlichen Stellen und privaten Betreibern nach Schutzmöglichkeiten. Am 8. März hat die Kommission Bürgermeister aus vielen europäischen Großstädten zu einer Konferenz eingeladen, in der über Lehren aus den Terrorattacken beraten werden soll – und nach Möglichkeiten besserer Kooperation zwischen öffentlichen Stellen und privaten Betreibern.

Es wird auch um ganz konventionelle Schutzmaßnahmen gehen: Poller und andere Betonhindernisse gelten nach wie vor als probates Mittel gegen Fahrzeug-Terrorattacken. Brüssel schwebt aber auch vor, dass künftig schon beim Bau von Plätzen, Fußgängerzonen oder öffentlichen Gebäuden mögliche terroristische Attacken besser mitgedacht werden.

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben