Wahlkampf

„Die Partei“ schockiert mit makaberem Flüchtlings-Plakat

Mit diesem Plakat provoziert die Partei "Die Partei".

Foto: Die Partei

Mit diesem Plakat provoziert die Partei "Die Partei". Foto: Die Partei

Berlin.   Vor zwei Jahren ging das Foto des toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi um die Welt. Nun nutzt es "Die Partei", um die CDU-Politik zu kritisieren.

Das Foto, das den leblosen Körper des dreijährigen Aylan Kurdi zeigt, der in seiner blauen Hose und seinem roten T-Shirt am Strand der türkischen Küste liegt, hatte vor rund zwei Jahren weltweit großes Entsetzen ausgelöst. Das Foto von Aylan Kurdi wurde zum Sinnbild der Flüchtlingskrise.

Etwa zwei Jahre später hat die für ihre provokanten Aktionen bekannte Satire-Partei „Die Partei“ das Foto jetzt wieder aufgegriffen – und erntet heftige Reaktionen. Denn „Die Partei“ zeigt das Foto in Anlehnung an den CDU-Wahlkampfslogan („Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“) mit dem Spruch: „Für einen Strand, an dem wir gut und gerne liegen.“

Dazu hat die Partei auch dieselbe Unterlegung in Schwarz-Rot-Gold gewählt, oben rechts ist darüber hinaus deutlich der Ansatz des CDU-Schriftzugs zu sehen. Es ist offensichtlich, dass „Die Partei“ damit die Flüchtlingspolitik der Regierungspartei kritisiert.

Vater von Aylan Kurdi ist traurig über Plakat

Im Interview mit der "BILD" äußerte sich Abdullah Kurdi, der Vater des verstorbenen Jungen, der weiterhin im irakischen Erbil lebt, zum Plakat: "Es macht mich traurig, wenn ich das Bild in einem solchen Zusammenhang sehen muss."

Darüber hinaus ergänzt er: "Angela Merkel war 2015 die einzige Politikerin auf der Welt, die wirklich Verantwortung übernommen hat. Ich bin ihr trotz unseres Dramas bis heute dankbar, dass Deutschland so viele Menschen aufgenommen hat. Ich finde es schlimm, dass ihr mit dem Foto jetzt solche Vorwürfe gemacht werden."

Abdullah Kurdi hatte sich über die Veröffentlichung des Fotos 2015 zustimmend geäußert. „Die Menschen dürfen nicht wegsehen, was Schreckliches passiert auf dem Weg nach Europa, nur weil man uns vorher kein Visum geben will. Jedes Mal, wenn ich wieder höre, dass ein Boot untergegangen ist, fange ich an zu weinen“, sagte er damals.

(red/bekö)

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