Jahrestag

Die wichtigsten Fakten zum Mauerfall am 9. November 1989

Mauerfall am 10.11.1989: Die Menschen klettern jubelnd auf die Berliner Mauer am Brandenburger Tor.

Mauerfall am 10.11.1989: Die Menschen klettern jubelnd auf die Berliner Mauer am Brandenburger Tor.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Berlin  Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Ein Jahr später war Deutschland wieder vereint. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Jubiläum.

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Am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin, tausende Menschen feierten auf den Straßen, kletterten auf die Mauerreste und sprangen in den Westen. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum Mauerfall vor 29 Jahren.

Mauerfall – wann war er?

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Knapp ein Jahr nach dem Mauerfall war die Wiedervereinigung 1990 vollendet. Am 3. Oktober trat die DDR der Bundesrepublik bei. Vom Fall der Mauer am 9. November 1989 bis zur deutschen Einheit dauerte es damit knapp ein Jahr. Die Existenz der DDR endete am Mittwoch, 3. Oktober 1990.

Deshalb war der 9. November 1989 so wichtig

Der 9. November 1989 steht fest mit der Deutschen Einheit in Verbindung, mehr als der eigentliche Staatsakt ein Jahr später. Der Tag erinnert auch an den erfolgreichen Widerstand und Bürgermut. Der Fall der Mauer markiert zudem das Ende des Kalten Krieges. Warum der 9. November der „Schicksalstag der Deutschen“ ist.

Wann ist die Mauer gebaut worden?

Der Bau der Mauer begann im August 1961. In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 gab Walter Ulbricht, der DDR-Staatsratsvorsitzende, SED-Parteiführer und Vorsitzende des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze in Berlin.

Am frühen Morgen des 13. August begannen bewaffnete Grenzpolizisten das Straßenpflaster aufzureißen, Barrikaden zu errichten und Stacheldraht zu befestigen. Die Absperrung lief entlang der sowjetischen Sektorengrenze mitten durch Berlin. Geschütze und Panzer fuhren auf.

In der Nacht vom 17. zum 18. August wurde der Stacheldraht durch eine Mauer aus Hohlblocksteinen ersetzt. Die Grenze war dicht.

Berliner Mauer: Warum wurde sie gebaut?

Die SED-Führung wollte nach dem Zweiten Weltkrieg in Ost-Deutschland ein sozialistisches System errichten. Viele Bürger waren mit den Plänen nicht einverstanden und verließen die Sowjetische Besatzungszone (SBZ). 1952 ließ die DDR die Grenzen zur Bundesrepublik abriegeln. 1953 wurde der Volksaufstand in der DDR niedergeschlagen.

Die Flüchtlingszahlen stiegen immer weiter an. Von 1949 bis 1961 verließen 2,6 Millionen Menschen die DDR, das entsprach einem Sechstel der ursprünglichen DDR-Bevölkerung. Im Juli 1961 erreichte die Flüchtlingszahl den höchsten Stand seit Juni 1953 und die DDR-Führung beschloss, die Grenzen endgültig zu schließen.

Was bedeutete die Berliner Mauer?

Eine ganze Generation lang wurden die Deutschen in Ost und West getrennt. Die Mauer wurde weltweit zum Symbol für den Kalten Krieg, der die Welt politisch in eine östliche und eine westliche Hemisphäre spaltete.

Von der einen Seite wurde die Mauer als „Friedensgrenze“ und „Antifaschistischer Schutzwall“ gelobt, von der anderen Seite als „kommunistische Schandmauer“ bezeichnet.

Wie kam es zum Mauerfall?

Mehrere Entwicklungen führten zum Mauerfall am 9. November 1989. Die Reformen des sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow, die Wirtschaftskrise, die Massenflucht der Menschen in den Westen und die friedlichen Demonstrationen der DDR-Bürgerinnen und -Bürger erzwangen das Ende der DDR-Diktatur.

Die Berliner Mauer in Zahlen

Die Länge der Berliner Mauer, ihr Schutz und die Flüchtlinge:

  • Höhe der Mauer: 3,6 m
  • Länge der Betonplattenwand: 107,0 km
  • Länge des Metallgitterzauns: 61,3 km
  • Länge des elektrischen Kontakt- und Signalzauns: 127,5 km
  • Länge insgesamt: 160 km
  • Zahl der Beobachtungstürme an der Mauer: 296
  • Aufwand für den Bau der Mauer (1961) (= Jahresproduktion der gesamten DDR-Wohnungsbauwirtschaft): ca. 100 Mio. DM
  • Zahl der an der Berliner Mauer getöteten Flüchtlinge: 136
  • Zahl der erfolgreichen Flüchtlinge nach dem Bau der Mauer: 180.000
  • Zahl der legalen Ausreisen aus der DDR nach Westdeutschland (1961-1989): 727.000

Aktuelle Stimmen zum Mauerfall und der Wiedervereinigung

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) warnt vor einer Umdeutung von Mauerfallgedenken und deutscher Einheit durch Rechtsextremisten und -populisten.

Deutsche Einheit war immer gedacht als Einheit in Frieden, Freiheit und auch Wohlstand für alle, erklärte Müller am Donnerstag in Berlin. Ein Deutschland ohne Mauern sei ein weltoffenes, liberales und tolerantes Land der Europäischen Union.

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„Einheit von Ost und West, Einheit über Grenzen hinweg, Einheit ohne neue Mauern - das ist das Vermächtnis aller, die der Versuch, Mauer und Stacheldraht zu überwinden, Leben, Lebensglück und Gesundheit gekostet hat und um die wir am 9. November trauern“, unterstrich der SPD-Politiker. Das sind die wichtigsten Informationen zum Tag der deutschen Einheit.

Der Regierende Bürgermeister wird am Freitag an einer zentralen Gedenkveranstaltung zum Mauerfall am 9. November 1989 in der Gedenkstätte Berliner Mauer teilnehmen.

Ein Symbol für den Mauerfall und die Wiedervereinigung war auch Sänger David Hasselhoff, der aber sagt: „Hatte nie damit zu tun.“ Sein Lied „Looking for Freedom“ wurde dennoch zu einer der Mauerfall-Hymnen. Das sagen andere Prominente zum Tag der Deutschen Einheit. (dpa/msb)

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