Corona

EU-Politiker: Private Treffen mit über 50 Leuten verbieten

Natürlich mit Maske: Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese fordert schärfere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus.

Natürlich mit Maske: Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese fordert schärfere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus.

Foto: Bernd Thissen / FUNKE Foto Services

Meschede.  Die Infektionszahlen steigen wieder. Der EU-Politiker Peter Liese (CDU) fordert schärfere Maßnahmen.

Der CDU-Europapolitiker und Gesundheitsexperte Peter Liese (Meschede) fordert vor dem Hintergrund der gestiegenen Corona-Infektionszahlen, Treffen mit mehr als 50 Teilnehmern in privaten Räumen zu verbieten. Damit stellt er sich gegen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (ebenfalls CDU), der eine landesweite Verschärfung der Corona-Maßnahmen zuletzt ausgeschlossen hatte.

„Mir bereitet die Entwicklung große Sorgen“, sagte Liese. „Die Zahlen steigen, obwohl das Wetter zuletzt gut war. Wenn wir jetzt nicht klug handeln, werden wir auch in Deutschland massive Probleme haben.“ Jetzt meldete das Robert-Koch-Institut erstmals seit längerer Zeit wieder eine zweistellige Zahl von Todesopfern. In Marsberg verstarb eine 90-jährige Frau mit dem Corona-Virus.

18 Mal stärker als im Freien

Das Virus verbreite sich in geschlossenen Räumen 18 Mal stärker als unter freiem Himmel, sagte Liese, selbst Mediziner und gesundheitspolitischer Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament. Dass in NRW bis zu 150 Menschen ohne Maske und ohne Abstand in einem Restaurant zusammenkommen könnten, um etwa Geburtstag zu feiern, „ist falsch“, so der EU-Abgeordnete. Bei Treffen in Privaträumen gebe es überhaupt keine Einschränkungen, kritisierte Liese. „Da müssen wir strenger werden.“ Allerdings sei jetzt noch nicht die Zeit, über die Kontrolle und Bußgelder zu diskutieren. Zunächst müsse versucht werden, Verständnis in der Bevölkerung zu wecken.

Maskenpflicht in Schulen

Er sprach sich zudem für die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Schulen aus. Sonst könne es bald wieder nötig werden, komplette Schulen zu schließen. Eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen sei dagegen nicht zielführend und sollte nur im äußersten Notfall in Erwägung gezogen werden. „Wenn man in geschlossenen Räumen strenger ist, darf man draußen liberaler sein“, sagte Liese. Er sprach sich für eine Lockerung der Sperrstunden und eine Unterstützung der Außengastronomie aus.

Liese geht davon aus, dass sich das Leben im kommenden Frühjahr wieder normalisieren werde. Es gebe eine realistische Chance, dass noch in diesem Jahr ein oder mehrere Impfstoffe in Europa zugelassen werden. Das sei kein Versprechen und keine Garantie, aber eine realistische Einschätzung nach vielen Gesprächen, die er mit Wissenschaftlern, Zulassungsbehörden, Industrie und anderen Experten geführt habe. „Bis dahin müssen wir allerdings sehr vorsichtig sein“, sagt er.

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