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Friedel Rausch – Der Mann mit dem Hundebiss

Friedel Rausch

Foto: imago sportfotodienst

Friedel Rausch Foto: imago sportfotodienst

Luzern.   Zum Tode der Schalker Spieler- und Trainerlegende Friedel Rausch. Ein Kontakt mit einem Wachhund machte ihn einst berühmt.

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Die Revier-Klubs FC Schalke 04 und MSV Duisburg trauern um ihren ehemaligen Spieler Friedel Rausch. Im Alter von 77 Jahren erlag Rausch am Samstagmorgen laut Angaben seiner Familie einem Herzleiden in seiner Wohnung vor den Toren Luzerns. „Der FC Schalke 04 wird Friedel Rausch stets ein ehrendes Andenken bewahren“, schrieben die Gelsenkirchener auf ihrer Homepage.

Am Samstag um 15.13 Uhr hatte der Schweizer Erstligist FC Luzern als erster einen Nachruf auf Friedel Rausch veröffentlicht, seiner Familie „viel Kraft in einer schweren Zeit“ gewünscht und damit den Todesfall öffentlich gemacht.

Als Trainer ein Globetrotter

Als Trainer hatte Rausch die Luzerner 1989 zum einzigen Meistertitel geführt, dazu mit den Schweizern 1987 die Uefa-Cup-Teilnahme und 1992 den Pokalsieg gefeiert. Rausch genoss bis zuletzt hohes Ansehen beim FC Luzern.

Als Trainer saß Rausch in seiner Karriere bei Schalke 04, Eintracht Frankfurt, Fenerbahce Istanbul, MVV Maastricht, Iraklis Saloniki, FC Luzern, FC Basel, 1. FC Kaiserslautern, Linzer ASK, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Nürnberg auf der Bank. Anschließend ließ der Globetrotter seine Zeit als Verantwortlicher in Luzern ausklingen. Von 2004 bis 2006 arbeitete er dort als Teamchef. Danach verabschiedete er sich aus dem Fußball-Geschäft.

Rausch erlangte durch eine kuriose Szene bleibende Berühmtheit, als er am 6. September 1969 beim Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 von einem Schäferhund in den Hintern gebissen wurde. Rausch ließ sich eine Tetanusspritze verabreichen und spielte trotzdem weiter. „Die Schmerzen waren tierisch“, sagte Rausch später, „ich konnte zwei Nächte nur auf dem Bauch schlafen.“ Als Andenken trug er eine sechs Zentimeter lange Narbe davon. „Immer, wenn ich im Revier war, wurde ich auf diese Szene angesprochen“, sagte Rausch. Die Schalker nahmen den Zwischenfall mit Humor: Beim Rückspiel postierte Präsident Günter Siebert Löwen aus einem Tierpark als Wachpersonal vor der Seitenwahl an der Mittellinie.

Beim MSV Duisburg hatte Rausch seine Fußballkarriere gestartet. Für die Zebras absolvierte er von 1957 bis 1962 111 Spiele. Danach wechselte er zu Schalke 04 (195 Spiele, sieben Treffer). Größter Erfolg des Abwehrspielers war der Einzug ins Pokalfinale 1969 mit den Gelsenkirchenern. Er selbst bezeichnete sich als ein „Kind der Bundesliga“.

Nach Beendigung seiner Karriere arbeitete der gebürtige Duisburger bei Schalke als Jugendtrainer und als Assistent von damaligen Profi-Trainer Max Merkel. Der damalige S04-Präsident Günter Siebert beförderte Rausch im März 1976 zum Schalker Cheftrainer. Rausch war damals mit 36 Jahren der jüngste Bundesliga-Trainer. Die Königsblauen landeten unter Rausch auf einem Uefa-Cup-Platz. In der Folgesaison wurde Schalke Vizemeister. Im Dezember 1977 endete Rauschs Tätigkeit auf Schalke allerdings nach einer Serie von Niederlagen.

Uefa-Cup-Sieger mit Frankfurt

Seinen größten Triumph feierte er 1980, als er mit Eintracht Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach (Hinspiel 2:3; Rückspiel 1:0) den Uefa-Pokal gewann. In der Mannschaft tummelten sich damals Stars wie Bernd Hölzenbein, Jürgen Grabowski, Charly Körbel, Bruno Pezzey oder Bum-Kun Cha.

Mit dem 1. FC Kaiserslautern feierte er deutlich später noch einmal einen Erfolg im Bundesligafußball. Im Jahr 1994 machte er den FCK zum Vizemeister. Die Pfälzer kondolierten via Twitter: „Er hat einen großen Fußabdruck in der Geschichte unseres Vereins hinterlassen und wird immer Teil der FCK-Familie bleiben.“

Bei einem Sturz vor seinem Haus in Horw am Vierwaldstätter See hatte Rausch vor zwei Jahren schwere Kopfverletzungen erlitten, erholte sich aber nach einem Krankenhaus-Aufenthalt vollständig. Zuvor hatte er bereits zwei Herzinfarkte und eine Lungenembolie erlitten. Rausch war über 50 Jahre mit Ehefrau Marlies verheiratet, hinterlässt zwei erwachsenen Söhne sowie vier Enkelkinder.

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