Trauerfeier

So kurz fällt Wladimir Putins Abschied von Gorbatschow aus

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Scholz: Gorbatschow hat Freiheit in Europa möglich gemacht

Scholz- Gorbatschow hat Freiheit in Europa möglich gemacht

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in Meseberg den verstorbenen Ex-Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, als mutigen Reformer und Staatsmann gewürdigt.

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Moskau/Berlin.  Russlands Staatschef Putin bleibt der Trauerfeier für Gorbatschow fern. Auch aus Deutschland ist kein ranghoher Gast zu erwarten.

Russlands Präsident wird nicht an der Trauerfeier für den ehemaligen sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow am Samstag in Moskau teilnehmen. Kremlsprecher Dmitri Peskow begründete Putins Fernbleiben mit Terminschwierigkeiten, Putin ist demnach am Samstag in Kaliningrad. Putin erwies Gorbatschow jedoch am Donnerstag die letzte Ehre und legte rote Rosen an dessen Sarg nieder.

Das russische Staatsfernsehen zeigte Bilder, wie Putin für einige Zeit reglos am Sarg verharrte. Dann verbeugte er sich, legte seine Hand auf den Sarg und machte ein Kreuz. Während Gorbatschow im Westen für seinen Einsatz für die deutsche Wiedervereinigung und den Frieden in Europa gewürdigt wird, ist er in Russland umstritten und gilt manchen als verantwortlich für den Fall der Sowjetunion.

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Gorbatschow-Beerdigung findet am Samstag statt

Entsprechend war zunächst unklar, in welchem Rahmen Gorbatschow beerdigt werden soll. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Mittwoch die Hoffnung geäußert, „dass der russische Staat seinem früheren Staats- und Regierungschef die Ehre erweist, die ihm gebührt“. Nun ist klar, dass es kein offizielles Staatsbegräbnis für Gorbatschow geben wird. Kreml-Sprecher Peskow sagte am Donnerstag jedoch, die staatliche Trauerfeier werde „Elemente eines Staatsbegräbnisses“ wie eine Ehrenwache enthalten.

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Beerdigt wird Gorbatschow auf dem Neujungfrauenfriedhof in der russischen Hauptstadt neben seiner bereits 1999 in Münster verstorbenen Frau Raissa. Gorbatschow war am Dienstag im Alter von 91 Jahren gestorben.

Scholz und Steinmeier planen keine Moskau-Reise

Ob ein offizieller deutscher Vertreter an der Trauerfeier teilnimmt, ist noch offen. Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine planen weder Bundeskanzler Scholz noch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Reise nach Moskau. Dem Vernehmen nach erging bisher auch keine offizielle Einladung aus Russland.

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) will das Lebenswerk des früheren sowjetischen Präsidenten am kommenden Mittwoch vor Beginn der Generaldebatte im Bundestag würdigen. „Es wird eine Gedenkminute zu Ehren des Verstorbenen geben“, teilte der Bundestag mit. Außerdem soll das Reichstagsgebäude ganztägig halbmast beflaggt werden.

Forderungen nach einer Trauerfeier in Deutschland

In Deutschland mehren sich Stimmen, hierzulande eine Trauerfeier für Gorbatschow abzuhalten. „Es sollte einen deutschen Trauerakt für Michail Gorbatschow geben“, sagte CSU-Chef Markus Söder dem „Münchner Merkur“. Deutschland habe Gorbatschow viel zu verdanken.

Für eine deutsche Gedenkveranstaltung sprach sich auch der Linke-Politiker Gregor Gysi aus, „weil Michail Gorbatschow einen wichtigen Beitrag zu Frieden, Abrüstung und der deutschen Einheit geleistet hat“. (mit dpa/afp)

Dieser Text erschien zuerst auf morgenpost.de.

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