Nahverkehr

Nextticket: VRR kassiert in Bus und Bahn bald pro Kilometer

VRR testet digitales Ticket im Nahverkehr

Der VRR testet für 18 Monate im gesamten VRR-Gebiet das elektronische nextTicket.

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Düsseldorf.  Das Revier steht vor einer kleinen Revolution im Nahverkehr. Geht es nach dem VRR wird bald kilometergenau abgerechnet – per Smartphone.

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Das Tarifsystem im Nahverkehr der Rhein-Ruhr-Region steht vor einer kleinen Revolution. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr testet sein seit langem angekündigtes digitales Ticketsystem auf Smartphone-Basis jetzt erstmals in der Praxis. Als Fernziel peilt der Verkehrsverbund an, das jetzige komplizierte Preisstufensystem mit seinem Dschungel aus Rabatten und Sonderkonditionen nach und nach durch ein deutlich einfacheres, entfernungs-abhängiges Digital-Verfahren zu ersetzen.

Die zweimonatige Testphase startet zunächst mit 3200 Teilnehmern, die sich in den vergangenen Monaten bewerben konnten. Sie erhalten ihr Nahverkehrstickets ab 1. März elektronisch über eine App auf ihr Smartphone. Mit Hilfe dieser „next Ticket“-Applikation bucht man sich vor Fahrtbeginn ein. An der Zielhaltestelle checkt man wieder aus. Die bisher oft nervige Suche nach dem richtigen Tarif am Ticketautomaten entfällt damit. Der Fahrpreis wird bereits während der Fahrt nach dem derzeit gültigen VRR-Tarif automatisch berechnet.

Nutzerdaten werden vertraulich behandelt

In der zweiten Testphase, die im Frühsommer startet, werden die heute üblichen Preisstufen durch den neuen elektronischen VRR-Tarif ersetzt. Der Fahrpreis für die Teilnehmer berechnet sich dann wie bei einer Taxifahrt aus einem Grundpreis pro Fahrt und einem „Leistungspreis“ von 20 Cent pro gefahrenem Kilometer. Abgerechnet wird in beiden Phasen jeweils zum Monatsende – und zwar zum jeweils günstigsten Tarif. Auf einer „next Ticket“-App können Tickets für bis zu fünf Fahrgäste gebucht werden. Kontrolliert werden kann der elektronische Fahrschein über einen Barcode, der auf dem Smartphone nach dem Einchecken erscheint. Die Nutzerdaten würden streng vertraulich behandelt, versichert der VRR.

Mit dem neuen System will der VRR zunächst vor allem Gelegenheitsfahrer ansprechen, aber auch Neukunden gewinnen. Der mit 600 000 Euro vom NRW-Verkehrsministerium geförderte Praxistest soll zudem Aufschluss über die Akzeptanz des digitalen Ticketsystems geben. „Wir wollen wissen, was unsere Kunden wollen“, sagte VRR-Vorstandsmitglied José Luis Castrillo.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) betonte, der Test sei nur der Anfang eines Prozesses. Ziel müsse ein verbundübergreifender E-Tarif sein. „Wir werden zeigen, dass wir ganz NRW verbinden können“, sagte Wüst.

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