Kein Skandal bisher, aber viele Zäune

Bayreuth.   Kein Skandal. Normalerweise fliegen die Fetzen in den Tagen vor der Eröffnung der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. Doch noch ist alles ruhig. Keine Dirigenten, die kurzfristig den Taktstock hinwerfen, keine vergraulten Sopranistinnen, keine Regisseure, die sich öffentlich gegen die Festspielleitung empören. Am Dienstag, 25. Juli, hebt sich auf dem Grünen Hügel der Vorhang für die „Meistersinger von Nürnberg“, der Neuinszenierung in dieser Saison. Barrie Kosky führt Regie, Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin und Spezialist dafür, Opernstoffe gegen den Strich zu bürsten. Am Pult steht Philippe Jordan, Musikdirektor der Pariser Oper und Chefdirigent der Wiener Symphoniker.

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Kein Skandal. Normalerweise fliegen die Fetzen in den Tagen vor der Eröffnung der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. Doch noch ist alles ruhig. Keine Dirigenten, die kurzfristig den Taktstock hinwerfen, keine vergraulten Sopranistinnen, keine Regisseure, die sich öffentlich gegen die Festspielleitung empören. Am Dienstag, 25. Juli, hebt sich auf dem Grünen Hügel der Vorhang für die „Meistersinger von Nürnberg“, der Neuinszenierung in dieser Saison. Barrie Kosky führt Regie, Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin und Spezialist dafür, Opernstoffe gegen den Strich zu bürsten. Am Pult steht Philippe Jordan, Musikdirektor der Pariser Oper und Chefdirigent der Wiener Symphoniker.

Endlich dürfen auch diejenigen aufatmen, die den Nimbus des einzigen deutschen Musikereignisses von internationalem Rang schon entschwinden sahen. Denn es kommt wieder Prominenz, die den Namen auch verdient. Das schwedische Königspaar schreitet über den roten Teppich zur Eröffnungspremiere, Kanzlerin Angela Merkel ebenfalls und dazu weitere bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Kultur.

Taschenverbote

Bereits im zweiten Jahr wird die traditionell familiäre Atmosphäre rund um das Festspielhaus allerdings durch scharfe Sicherheitsmaßnahmen abgelöst. Straßensperrungen, Kontrollen an den Eingängen und Taschenverbote im Festspielhaus sollen die Gefahr eines Anschlags verringern helfen.

Zum letzten Mal steht in dieser Saison der „Ring des Nibelungen“ in der umstrittenen Inszenierung von Frank Castorf auf dem Spielplan. Außerdem ist Wagners Oper „Tristan und Isolde“ in der Interpretation von Katharina Wagner zu sehen. Weiter wird der „Parsifal“ mit dem Attendorner Bass Georg Zeppenfeld als Gurnemanz gezeigt, dessen Neuinszenierung im vergangenen Jahr Premiere feierte.

Die Richard-Wagner-Festspiele dauern bis zum 28. August. Die 30 Vorstellungen können von ca. 58.000 Zuschauern gesehen werden. Mussten die Wagnerianer früher mit Wartezeiten von sieben und mehr Jahren für eine Karte rechnen, ist es für Kurzentschlossene einfacher, in die Vorstellungen zu kommen, seit die Festspiele auf das elektronische Ticketing umgestellt haben. Seither können nicht bezahlte oder zurückgegebene Karten wieder in den Verkauf gelangen. Auch in den Hotels und auf Internetbörsen werden Karten zu Normalpreisen angeboten; auf dem Schwarzmarkt werden immer noch horrende Preise verlangt.

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