Strukturwandel

Landesbischof mahnt: An Kohle-Beschäftigte denken!

Nachdenklich: Manfred Rekowski, Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland fordert einen Zukunftsplan für das Tagebau-Revier.

Nachdenklich: Manfred Rekowski, Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland fordert einen Zukunftsplan für das Tagebau-Revier.

Foto: Thomas Frey / dpa

Im Rheinland.  Manfred Rekowski, Präses der rheinischen Landeskirche, fordert einen Zukunftsplan fürs Tagebaurevier. Er betont: Klimaschutz ist notwendig.

Der rheinische Präses Manfred Rekowski mahnt, bei den Forderungen nach einem schnellen Kohle-Aus auch die in der Braunkohle und in ihren Zulieferbetrieben Beschäftigten nicht zu vergessen. „Es wäre falsch, den Menschen zu sagen: Ihr habt Pech gehabt, Ihr arbeitet in der falschen Branche“, sagte der evangelische Landesbischof im Gespräch mit der Redaktion. Rekowski betonte ausdrücklich, dass die Gesellschaft ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten müsse: „Das muss aber sozialverträglich erfolgen.“

„Ende-Gelände“-Aktivisten blockieren Garzweiler-Bahn Die Diskussion um die Braunkohle ist in der rheinischen Kirche sehr präsent. Im Tagebaurevier befinden sich fünf Kirchenkreise mit über 450.000 evangelischen Gemeindemitgliedern. „Wir kennen die Menschen – diejenigen, die von der Braunkohle leben, und die, die sich wegen der Kohle große Sorgen machen – wegen des Klimas oder weil ihre Heimat den Baggern weichen soll“, sagte Rekowski.

„Kirche muss für Dialog sorgen“

Kirche sehe es als ihren Auftrag an, für Dialog zu sorgen, sagte der Landesbischof. Kirche sei parteilich für die Armen – und für die Bewahrung der Schöpfung. Der Strukturwandel im Braunkohletagebau sei aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten erfolgen, mahnte Rekowski und forderte einen „Zukunftsplan“ für die Region. Man dürfe nicht annehmen, dass „alle diejenigen, die heute noch von der Braunkohle leben, später Bootsverleiher an den Seen im Tagebaugebiet werden“ könnten.

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